Zusammenfassung der Wirtschaftsgeographie PDF
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Universität Münster
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Summary
Die Zusammenfassung der Wirtschaftsgeographie behandelt die Definitionen und Theorien, die historische Entwicklung und aktuelle Ansätze der Wirtschaftsgeographie. Es werden alternative Wirtschaftsmodelle vorgestellt und die soziale Konstruktion der Wirtschaft hinterfragt. Begriffe wie Ungleichheit und kapitalistische Systeme werden analysiert.
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Hauptthemen und Ideen 1. Was ist „die Wirtschaft“? Kritik am etablierten Verständnis: Die Vorlesung beginnt mit einer kritischen Auseinandersetzung des Begri s "Wirtschaft." Die gängige Vorstellung, dass die Wirtschaft eine Maschine oder ein Organismus ist...
Hauptthemen und Ideen 1. Was ist „die Wirtschaft“? Kritik am etablierten Verständnis: Die Vorlesung beginnt mit einer kritischen Auseinandersetzung des Begri s "Wirtschaft." Die gängige Vorstellung, dass die Wirtschaft eine Maschine oder ein Organismus ist, der sich durch Kennzahlen wie das BIP de nieren lässt, wird hinterfragt. "The economy can speed up, slow down, improve, decline, crash or recover, but no matter what it does it must remain at the centre of political attention” (Earle et al. 2017, S. 7). BIP als Messinstrument: Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) wird als eine zentrale Messgröße für die wirtschaftliche Leistung von Volkswirtschaften analysiert. Es wird jedoch betont, dass das BIP technische, de nitorische und wertbasierte Probleme aufweist. So werden beispielsweise Hausarbeit, Care-Arbeit und der informelle Sektor nicht berücksichtigt, und der Wert der Umwelt wird ignoriert. "GDP misst nicht den Wert der „Umwelt“ oder ihres Schutzes – umweltschädliche Aktivitäten tragen vielmehr „positiv“ zum BIP bei". Soziale Konstruktion: Es wird hervorgehoben, dass "die Wirtschaft" eine soziale Konstruktion ist, deren Messung (etwa durch BIP) als Machtinstrument wirken kann und Wertentscheidungen darüber beinhaltet, was als wichtig und "wertvoll" betrachtet wird. Alternativen zum BIP: Alternative Indikatoren wie der UNDP Human Development Index und der OECD Better Life Index werden als Möglichkeiten zur Messung des Wohlbe ndens und der Nachhaltigkeit hervorgehoben. 1. Wirtschaftsgeographie: De nition und Annäherung Traditionelle De nitionen: Die Wirtschaftsgeographie wird als Teilgebiet der Humangeographie de niert, das sich mit der Beschreibung und Erklärung der räumlichen Dimension wirtschaftlicher Aktivitäten beschäftigt. Es geht um die Verknüpfung von Wirtschaft und Raum und die Auswirkungen natürlicher Raumfaktoren auf wirtschaftliches Handeln. "sub- eld of human geography concerned with describing and explaining the varied places and spaces where economic activities are carried out and circulate" Kritik an traditionellen Ansätzen: Es wird angemerkt, dass traditionelle De nitionen oft von einem engen Wirtschaftsverständnis geprägt sind, das Produktion, den globalen Norden und männliche Akteure bevorzugt. "The economy is presumed to be about production (where capital meets productive labor), the spaces of the Global North, and men." Erweiterte Arbeitsde nition: Eine Arbeitsde nition der Wirtschaftsgeographie wird vorgeschlagen, die "an analytical attentiveness to, and explanatory emphasis upon, the substantive implication of space, place, scale, landscape, and environment in (what are deemed to be) ‘economic’ processes" beinhaltet. Hierbei wird fi fi fi fi fi fi fi fi ff fi fi betont, dass das, was als wirtschaftlich angesehen wird, eine soziale Konstruktion ist. 1. Historischer Abriss der Wirtschaftsgeographie Entstehungskontext: Die Wirtschaftsgeographie entsteht im 19. und frühen 20. Jahrhundert im Kontext von Nationalstaaten, Kolonialismus und der Ausdi erenzierung der Sozialwissenschaften. Phasen der Disziplin: Die Vorlesungen skizzieren verschiedene Phasen der Disziplingeschichte, von der Handelsgeographie und dem Umweltdeterminismus über die regionale Geographie und die Raumwissenschaft bis hin zur radikalen und poststrukturalistischen Geographie. Handelsgeographie & Umweltdeterminismus: Der Fokus lag auf dem imperialen Handel Großbritanniens und der Annahme, dass die physische Umwelt wirtschaftliche Aktivitäten beein usst. Regionale Geographie: Hier wurden Regionen als xe geogra sche Einheiten untersucht und klassi ziert. Raumwissenschaft & Standorttheorie: Dieser Ansatz zielte darauf ab, Gesetze und Ein ussfaktoren für Standortentscheidungen zu identi zieren. Radikale Geographie: Eine Kritik des Kapitalismus und der ungleichen Entwicklung, die sich auf Marx'sche Theorien stützte. Poststrukturalistische Geographie: Diese Phase erkannte die Bedeutung von Diskursen, Machtverhältnissen und Identitäten bei der Gestaltung wirtschaftlicher Prozesse. Keine unschuldige Geschichte: Es wird betont, dass die Wirtschaftsgeographie nicht ohne ideologischen und politischen Kontext entstanden ist und imperiale und rassistische Annahmen re ektiert. „Economic geography is very much an invention […] once it entered the world, the world was reshaped.“ 1. Aktuelle Ansätze und Perspektiven Ungleiche Entwicklung: Die ungleiche Entwicklung zwischen Regionen und Ländern wird als ein Resultat des kapitalistischen Systems analysiert, das durch das Streben nach Akkumulation von Wohlstand gekennzeichnet ist. "Die Ungleiche Entwicklung ist Resultat des Wirtschaftssystems des Kapitalismus und des ihm inhärenten Strebens nach Akkumulation von Wohlstand". Wirtschaft und Natur: Die Vorlesung betont die Notwendigkeit, die Dichotomie zwischen Wirtschaft und Natur aufzulösen, indem die gegenseitige Beein ussung und die Handlungsmacht der Natur anerkannt werden. "Materielle Dinge haben Handlungsmacht: aktiv bzw. produktiv auch außerhalb menschlicher Aktivitäten". Gender, Race & Identitäten: Die Vorlesungen betonen, dass wirtschaftliche Prozesse immer durch soziale Ungleichheiten wie Gender, Race und Identität geprägt sind. Es wird die Bedeutung einer fl fi ff fl fl fi fi fl fi intersektionalen Analyse unterstrichen, die diese Ver echtungen in ihrer Komplexität erfasst. 1. Alternative Wirtschaftsmodelle Doughnut-Ökonomie: Das Konzept von Kate Raworth's "Doughnut Economics" wird als ein Ansatz zur Neuausrichtung des wirtschaftlichen Denkens vorgestellt, der soziale Gerechtigkeit und ökologische Grenzen in Einklang bringt. „The ‘safe and just space for humanity’, which, in turn, depends upon a regenerative and distributive economy“. Diverse Ökonomien: Es wird auf das Konzept der "diversen Ökonomien" hingewiesen, das die Vielfalt wirtschaftlicher Aktivitäten jenseits des kapitalistischen Mainstreams anerkennt und diese sichtbar macht. „Die monetäre, kapitalistische Wirtschaft ist nur die Spitze des Eisbergs der diversen Ökonomien, die in unserer Gesellschaft koexistieren“. 1. Handwerkszeug der Wirtschaftsgeographie Elemente, Strukturen, Prozesse, Kon ikte: Die Analyse von Wirtschaft und Gesellschaft sollte Elemente, Strukturen, Prozesse und Kon ikte berücksichtigen. Handlungsebenen: Lokale, regionale, nationale und globale Ebenen sind für die Analyse wirtschaftlicher Phänomene von Bedeutung. W-Fragen: Die Frage nach der Verteilung von Ressourcen und Vorteilen (wer bekommt was, wann, warum – und wer nicht?) ist eine zentrale Frage für die Wirtschaftsgeographie. Schlussfolgerung Die Vorlesungsreihe bietet eine kritische und vielschichtige Auseinandersetzung mit der Wirtschaftsgeographie. Sie fordert dazu auf, etablierte Konzepte zu hinterfragen, die soziale Konstruktion von Wirtschaft zu erkennen und alternative Perspektiven in Betracht zu ziehen. Die Wirtschaftsgeographie wird als ein Feld vorgestellt, das dazu beitragen kann, die komplexen Zusammenhänge zwischen Wirtschaft, Raum, Gesellschaft und Umwelt besser zu verstehen und zu gestalten. Ergänzung: Reise zur Wirtschaftsgeographie Ein zusätzlicher Teil der Präsentation, der die Reise einer Person zur Wirtschaftsgeographie beschreibt, verdeutlicht weiter die Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Wirtschaftsmodellen (Kapitalismus, soziale Marktwirtschaft) und der Notwendigkeit kritischer Re exion. Dabei werden auch die Grenzen der Wirtschaftswissenschaften und die Bedeutung von Werturteilen in wirtschaftlichen Theorien hervorgehoben. LEADER Ansatz Die Präsentation beschäftigt sich auch kritisch mit dem LEADER-Ansatz der EU zur Entwicklung ländlicher Räume. Hier wird auf die bürokratischen Herausforderungen, die Doppelstrukturen und die unklaren fl fl fl fl Verantwortlichkeiten hingewiesen, sowie die Kritik des Europäischen Rechnungshofs an der E ektivität von LEADER berücksichtigt. Ich ho e, diese ausführliche Zusammenfassung ist hilfreich für Sie! Lassen Sie mich wissen, wenn Sie weitere Fragen haben. ff ff