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Questions and Answers
Inwieweit beeinflusst der Simultankontrast die visuelle Wahrnehmung und welche neuronalen Mechanismen liegen dieser Täuschung zugrunde?
Inwieweit beeinflusst der Simultankontrast die visuelle Wahrnehmung und welche neuronalen Mechanismen liegen dieser Täuschung zugrunde?
- Der Simultankontrast ist eine Folge von Farbkonstanzmechanismen im Gehirn, die Farbwerte über verschiedene Beleuchtungsbedingungen hinweg stabilisieren, jedoch keine Auswirkungen auf die Helligkeitswahrnehmung haben.
- Der Simultankontrast beruht ausschließlich auf kortikalen Prozessen der höheren visuellen Verarbeitung, die absolute Helligkeitswerte von Objekten unabhängig von ihrem Kontext ermitteln.
- Der Simultankontrast entsteht durch eine selektive Aktivierung von Neuronen im visuellen Kortex, die auf komplexe Szenenmerkmale wie Schatten und Texturen spezialisiert sind und somit Helligkeitsunterschiede interpretieren.
- Der Simultankontrast resultiert primär aus der lateralen Inhibition retinaler Ganglienzellen, wodurch relative Helligkeitsunterschiede verstärkt und absolute Werte vernachlässigt werden. (correct)
Welche fundamentalen Unterschiede bestehen zwischen Unaufmerksamkeitsblindheit und Veränderungsblindheit hinsichtlich der involvierten kognitiven Prozesse und der resultierenden Wahrnehmungsdefizite?
Welche fundamentalen Unterschiede bestehen zwischen Unaufmerksamkeitsblindheit und Veränderungsblindheit hinsichtlich der involvierten kognitiven Prozesse und der resultierenden Wahrnehmungsdefizite?
- Unaufmerksamkeitsblindheit manifestiert sich als eine generelle Reduktion der visuellen Aufmerksamkeit, die sämtliche Reize im Gesichtsfeld betrifft, während Veränderungsblindheit selektiv auf irrelevante Details wirkt.
- Unaufmerksamkeitsblindheit basiert auf einer Blockade der visuellen Signalübertragung von der Retina zum Kortex, während Veränderungsblindheit durch eine Überlastung der sensorischen Gedächtniskapazität entsteht.
- Unaufmerksamkeitsblindheit betrifft primär die bewusste Wahrnehmung unerwarteter Objekte, während Veränderungsblindheit sich auf das Übersehen gradueller Veränderungen in komplexen Szenen bezieht. (correct)
- Unaufmerksamkeitsblindheit resultiert aus einer fehlerhaften Integration von sensorischen Informationen im Arbeitsgedächtnis, während Veränderungsblindheit durch eine gestörte Top-Down-Verarbeitung von visuellen Reizen verursacht wird.
Wie beeinflusst die ständige Augenbewegung die visuelle Wahrnehmung und welche Konsequenzen hätte eine vollständige Immobilisierung der Augen für die Stabilität und Detailgenauigkeit des visuellen Erlebens?
Wie beeinflusst die ständige Augenbewegung die visuelle Wahrnehmung und welche Konsequenzen hätte eine vollständige Immobilisierung der Augen für die Stabilität und Detailgenauigkeit des visuellen Erlebens?
- Die Augenbewegung dient primär der Stabilisierung des retinalen Bildes und kompensiert somit Eigenbewegungen des Körpers, während eine Immobilisierung zu einer sofortigen Verschlechterung der Tiefenwahrnehmung führen würde.
- Die Augenbewegung dient der Fokussierung des Lichts auf die Fovea und optimiert somit die Sehschärfe, während eine Immobilisierung eine dauerhafte Schädigung der Photorezeptoren zur Folge hätte.
- Die Augenbewegung ist irrelevant für die visuelle Wahrnehmung, da das Gehirn die fehlenden Informationen selbstständig rekonstruieren kann. Eine Immobilisierung hätte demnach keine Auswirkungen auf das visuelle Erleben.
- Die Augenbewegung ermöglicht die sukzessive Abtastung verschiedener Szenenbereiche und verhindert sensorische Adaptation, während eine Immobilisierung zu einem allmählichen Verblassen des visuellen Feldes führen würde. (correct)
In welcher Beziehung steht die im EEG sichtbare Reaktion auf visuelle Reize zur Gesamtheit der neuronalen Prozesse, die der bewussten visuellen Wahrnehmung zugrunde liegen, und welche Limitationen sind bei der Interpretation von EEG-Daten in diesem Kontext zu berücksichtigen?
In welcher Beziehung steht die im EEG sichtbare Reaktion auf visuelle Reize zur Gesamtheit der neuronalen Prozesse, die der bewussten visuellen Wahrnehmung zugrunde liegen, und welche Limitationen sind bei der Interpretation von EEG-Daten in diesem Kontext zu berücksichtigen?
Inwieweit determiniert die physikalische Natur des sichtbaren Lichts die Grenzen unserer visuellen Wahrnehmung und welche adaptiven Mechanismen ermöglichen es dem visuellen System, innerhalb dieser Grenzen zu operieren?
Inwieweit determiniert die physikalische Natur des sichtbaren Lichts die Grenzen unserer visuellen Wahrnehmung und welche adaptiven Mechanismen ermöglichen es dem visuellen System, innerhalb dieser Grenzen zu operieren?
Inwiefern unterscheidet sich die Anwendung von TMS-Spulen zur Stimulation tieferliegender Hirnbereiche von typischen TMS-Ansätzen hinsichtlich der Aktivierung des limbischen Systems und des dorsalen präfrontalen Cortex?
Inwiefern unterscheidet sich die Anwendung von TMS-Spulen zur Stimulation tieferliegender Hirnbereiche von typischen TMS-Ansätzen hinsichtlich der Aktivierung des limbischen Systems und des dorsalen präfrontalen Cortex?
Welche spezifische Limitation besteht bei der alleinigen Verwendung der Reaktionszeit (RT) als Indikator für die Schwierigkeit kognitiver Prozesse, insbesondere im Kontext des Stroop-Experiments, und wie wird diese Limitation typischerweise adressiert?
Welche spezifische Limitation besteht bei der alleinigen Verwendung der Reaktionszeit (RT) als Indikator für die Schwierigkeit kognitiver Prozesse, insbesondere im Kontext des Stroop-Experiments, und wie wird diese Limitation typischerweise adressiert?
Wie beeinflusst die Plastizität des visuellen Systems, demonstriert durch George Strattons Experiment mit invertierenden Brillen, die Interpretation von Daten aus Eyetracking-Studien und welche methodologischen Implikationen ergeben sich daraus?
Wie beeinflusst die Plastizität des visuellen Systems, demonstriert durch George Strattons Experiment mit invertierenden Brillen, die Interpretation von Daten aus Eyetracking-Studien und welche methodologischen Implikationen ergeben sich daraus?
Welche methodischen Herausforderungen entstehen bei der Anwendung von Brain-Computer Interfaces (BCI) zur direkten Muskelstimulation im Vergleich zur Steuerung eines Roboterarms und wie können diese Herausforderungen potenziell überwunden werden?
Welche methodischen Herausforderungen entstehen bei der Anwendung von Brain-Computer Interfaces (BCI) zur direkten Muskelstimulation im Vergleich zur Steuerung eines Roboterarms und wie können diese Herausforderungen potenziell überwunden werden?
Inwiefern unterscheidet sich der Ansatz des maschinellen Lernens bei der Interpretation von EEG-Daten zur Steuerung von Brain-Computer Interfaces (BCI) von traditionellen Methoden, die auf dem Bereitschaftspotenzial basieren, und welche Konsequenzen ergeben sich daraus für die Anwendbarkeit in realen Szenarien?
Inwiefern unterscheidet sich der Ansatz des maschinellen Lernens bei der Interpretation von EEG-Daten zur Steuerung von Brain-Computer Interfaces (BCI) von traditionellen Methoden, die auf dem Bereitschaftspotenzial basieren, und welche Konsequenzen ergeben sich daraus für die Anwendbarkeit in realen Szenarien?
Unter welchen extrem seltenen Umständen sind invasive Studien am menschlichen Gehirn zu grundlegenden Forschungszwecken ethisch vertretbar, wobei die höchsten ethischen Standards und das Wohlergehen des Patienten stets im Vordergrund stehen müssen?
Unter welchen extrem seltenen Umständen sind invasive Studien am menschlichen Gehirn zu grundlegenden Forschungszwecken ethisch vertretbar, wobei die höchsten ethischen Standards und das Wohlergehen des Patienten stets im Vordergrund stehen müssen?
Welche spezifischen Charakteristika der Anordnung und Funktion von Pyramidenzellen in der Hirnrinde ermöglichen es dem Elektroenzephalogramm (EEG), ihre Aktivität nicht-invasiv zu erfassen, und welche Limitationen ergeben sich daraus für die Interpretation komplexer kognitiver Prozesse?
Welche spezifischen Charakteristika der Anordnung und Funktion von Pyramidenzellen in der Hirnrinde ermöglichen es dem Elektroenzephalogramm (EEG), ihre Aktivität nicht-invasiv zu erfassen, und welche Limitationen ergeben sich daraus für die Interpretation komplexer kognitiver Prozesse?
Inwieweit korreliert die Frequenz oszillatorischer Aktivität im EEG mit spezifischen kognitiven Prozessen und physiologischen Zuständen, und welche methodologischen Herausforderungen ergeben sich bei der Interpretation von Frequenzbändern als Indikatoren für komplexe mentale Operationen?
Inwieweit korreliert die Frequenz oszillatorischer Aktivität im EEG mit spezifischen kognitiven Prozessen und physiologischen Zuständen, und welche methodologischen Herausforderungen ergeben sich bei der Interpretation von Frequenzbändern als Indikatoren für komplexe mentale Operationen?
Welche Mechanismen liegen der Entstehung von EEG-Signalen zugrunde und inwiefern beeinflussen physiologische und methodische Faktoren die Qualität und Interpretierbarkeit der gemessenen Daten?
Welche Mechanismen liegen der Entstehung von EEG-Signalen zugrunde und inwiefern beeinflussen physiologische und methodische Faktoren die Qualität und Interpretierbarkeit der gemessenen Daten?
Inwieweit ermöglicht die Elektrokortikographie (ECoG) im Vergleich zum EEG eine präzisere Charakterisierung neuronaler Aktivität, und welche spezifischen Anwendungen und Limitationen sind mit dieser invasiven Methode verbunden?
Inwieweit ermöglicht die Elektrokortikographie (ECoG) im Vergleich zum EEG eine präzisere Charakterisierung neuronaler Aktivität, und welche spezifischen Anwendungen und Limitationen sind mit dieser invasiven Methode verbunden?
Flashcards
Wirkung des dorsalen präfrontalen Cortex
Wirkung des dorsalen präfrontalen Cortex
Anregung von Arealen, die eng mit dem limbischen System verbunden sind, und somit das gesamte System beeinflussen.
TMS-Spulen (tiefe Stimulation)
TMS-Spulen (tiefe Stimulation)
Eine Methode, die tieferliegende Bereiche im Gehirn stimuliert und potenziell effizienter wirkt.
Funktion willkürlicher Bewegungen
Funktion willkürlicher Bewegungen
Bewegungen werden geplant, vorbereitet und dann durchgeführt.
Bereitschaftspotenzial
Bereitschaftspotenzial
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Funktionsweise Eyetracker
Funktionsweise Eyetracker
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Simultankontrast-Täuschung
Simultankontrast-Täuschung
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Unaufmerksamkeitsblindheit
Unaufmerksamkeitsblindheit
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Veränderungsblindheit
Veränderungsblindheit
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Aktive Wahrnehmung
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Sichtbares Licht
Sichtbares Licht
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ECoG/Elektrocorticography
ECoG/Elektrocorticography
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Elektroenzephalografie (EEG)
Elektroenzephalografie (EEG)
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Pyramidalzellen
Pyramidalzellen
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Frequenzen/Oszillationen (EEG)
Frequenzen/Oszillationen (EEG)
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Frequenz (in Hertz)
Frequenz (in Hertz)
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Study Notes
Allgemeine Psychologie – Einführung
- Allgemeine Psychologie ist ein Konzept, das hauptsächlich im deutschsprachigen Raum vorkommt und der angelsächsischen Cognitive Psychology nahesteht.
- Sie untersucht theoretisch und experimentell die Grundlagen der menschlichen Kognition, um eine Basis für praktische Anwendungen zu schaffen.
- Dabei wird untersucht, wie typische Individuen in Bereichen wie Wahrnehmung, Aufmerksamkeit, Entscheidungstreffen, Handlung, Sprache und Emotionen funktionieren.
- Ein tiefes Verständnis dieser Funktionen ist entscheidend für die Entwicklung effektiver Therapieansätze.
Beispiel 1: Wahrnehmung und Amblyopie
- Amblyopie, auch Schwachsichtigkeit genannt, entsteht, wenn ein Auge schlechter sieht und dadurch weniger genutzt wird, was zu einer Verminderung der Sehschärfe führt.
- Betroffene haben kein Stereosehen (3D-Sehen), obwohl beide Augen gesund sind und kein ophthalmologisches Problem vorliegt.
- Das Problem ist neurowissenschaftlicher Natur und betrifft etwa 3-4 % der Bevölkerung in Europa.
- Informationen der Augen gelangen zuerst zum Thalamus und dann zum primären visuellen Cortex, wobei die Informationen in Augendominanzsäulen getrennt bleiben.
- Tiefenwahrnehmung entsteht erst durch die Verbindung zwischen den Neuronen des V1, wodurch die Informationen zusammengeführt werden.
- Eine Therapie besteht darin, das dominante Auge abzudecken, um das Gehirn zu zwingen, Informationen des anderen Auges zu nutzen, was besonders bei Kindern effektiv ist, aber eine konstante Therapie erfordert.
- Moderne Therapien nutzen Computerspiele, bei denen Inputs beider Augen durch 3D-Brillen getrennt werden.
Beispiel 2: Denken und Fühlen – Depression
- Depression betrifft etwa 9 % der Bevölkerung in Deutschland.
- Therapien umfassen Psychopharmaka und kognitive Verhaltenstherapie.
- Die Elektrokonvulsionstherapie (EKT) leitet Strom durch das Gehirn, um einen künstlichen epileptischen Anfall auszulösen, was zu Besserung führt.
- Nachteile der EKT sind die Notwendigkeit einer Anästhesie zur Vermeidung von Verletzungen und häufiger Gedächtnisverlust.
- Transkranielle Magnetstimulation (TMS) regt Neuronen der Hirnrinde von außen an, ist nebenwirkungsfrei, nicht-invasiv und fokal.
- Bei depressiven Menschen sind das limbische System, insbesondere die Amygdala und der mediale präfrontale Cortex, zu wenig aktiv.
- Da diese Areale zu tief liegen, um mit TMS direkt erreicht zu werden, werden stattdessen andere, eng mit dem limbischen System verbundene Areale angeregt, wodurch das gesamte System beeinflusst wird (dorsaler präfrontaler Cortex).
- TMS ist in den USA von der FDA als Therapiemethode anerkannt und es werden Spulen entwickelt, die tieferliegende Bereiche stimulieren können, um effizientere Ergebnisse zu erzielen.
Beispiel 3: Handeln und Locked-in-Syndrom
- Beim Locked-in-Syndrom ist die Person voll bewusst, aber unfähig zu kommunizieren. Hier können Brain-Computer Interfaces (BCI) helfen, Effektoren wie Hände oder Mund zu ersetzen.
- Bewegungen werden geplant, vorbereitet und dann durchgeführt. Das Bereitschaftspotenzial, messbar durch EEG, ist typisch für willkürliche Bewegungen und ermöglicht Kommunikation.
- Dieses Signal kann auch genutzt werden, um Muskeln direkt zu stimulieren oder einen Roboterarm zu steuern.
- Elon Musk schlägt vor, anstatt eines EEGs eine kleine Elektrode zu implantieren.
- KI-gestütztes maschinelles Lernen kann aus EEG-Daten lernen, wie willkürliche Bewegungen aussehen, ohne dass wir genaue Kenntnisse darüber benötigen.
Jenseits von Therapie – Wahrnehmungsinversion
- Der Psychologe George Stratton wollte verstehen, warum wir invertierte Bilder auf der Netzhaut trotzdem richtig wahrnehmen.
- Er trug eine spezielle Brille, die das Bild drehte, erlebte anfangs Albträume und Zusammenstöße.
- Das Gehirn passte sich an, alles erschien normal, dies ist ein Beispiel für Plastizität im visuellen System.
Methoden der Allgemeinen Psychologie
- Kognitive Prozesse werden durch Messung indirekter Indikatoren erfasst.
- Es gibt zwei Hauptklassen von Indikatoren: Messung vom Verhalten und neurowissenschaftliche Methoden.
Stroop-Experiment
- Aufgabe ist es, die Druckfarbe zu benennen, wobei es neutrale, kongruente und inkongruente Durchgänge gibt.
- Die Reaktionszeit (RT) wird als Indikator für Schwierigkeit gemessen, wobei in modernen Experimenten einzelne Messungen statt kumulativer erfolgen.
- Wichtig ist, dass sowohl Fehlerrate als auch RT berücksichtigt werden müssen, da RT allein nicht ausreicht, um die Schwierigkeit zu beurteilen.
- Alternativ kann ein Eyetracker verwendet werden, um die Blickbewegung zu registrieren.
- Eyetracker beleuchten das Auge mit Infrarotlicht und erfassen die Position der Pupille und Hornhautreflexion, um die Augenposition zu bestimmen.
- Eyetracker können auch für die Pupillometrie zur Messung der Pupillengröße verwendet werden.
- Erregung führt zur Veränderung der Pupillengröße (z. B. beim Stroop-Test ist bei kongruenten Durchgängen die RT höher).
Neurowissenschaftliche Methoden
- Das Gehirn besteht aus Neuronen, die durch Dendriten, Zellkörper und Axone miteinander verbunden sind.
- Informationen wandern innerhalb eines Neurons von den Dendriten zum Axon.
- Die Membran eines Neurons hat eine Ruhespannung von ca. -70 mV. Unterschreitet die Spannung einen Schwellenwert, feuert das Neuron ein Aktionspotenzial (AP).
- Neuronen sind über Synapsen verbunden; APs setzen Neurotransmitter in den synaptischen Spalt frei.
- Es gibt zwei Arten von elektrischen Signalen in Neuronen: synaptische Ströme in den Dendriten und Aktionspotenziale.
- Verschiedene neurowissenschaftliche Methoden messen oder beeinflussen diese Signale auf unterschiedliche Weise.
Methodenübersicht
- Übersicht über verschiedene neurowissenschaftliche Methoden, unterteilt nach invasiven, korrelativen und kausalen Ansätzen.
- Invasive Methoden:
- ECOG (Elektrokortikographie): Misst synaptische Ströme direkt an der Gehirnoberfläche mit implantierten Elektroden.
- Einzelableitungen: Messen die Aktivität einzelner Neuronen.
- Nicht-invasive Methoden:
- EEG (Elektroenzephalographie): Messen elektrische Ströme an der Kopfoberfläche.
- MEG (Magnetoenzephalographie): Erfassen Magnetfelder, die durch neuronale Aktivität entstehen.
- fMRT (funktionelle Magnetresonanztomographie): Messen Veränderungen im Blutfluss, die mit neuronaler Aktivität korreliert sind.
- FNIRS (funktionelle Nahinfrarotspektroskopie): Nutzt Infrarotlicht zur Messung der Hirnaktivität.
- PET (Positronenemissionstomographie): Bildgebungsverfahren, das Stoffwechselprozesse im Gehirn sichtbar macht.
- Strukturelle Methoden:
- Post-mortem Untersuchungen: Analysieren das Gehirn nach dem Tod.
- SMRT (strukturelle Magnetresonanztomographie): Erzeugt detaillierte Bilder der Gehirnstruktur.
- DWI (Diffusionsgewichtete Bildgebung): Untersucht die Diffusion von Wassermolekülen im Gehirn.
- Kausale Methoden:
- Intrakranielle Stimulation: Stimuliert Hirnareale direkt durch Elektroden.
- Läsionsstudien: Untersuchen die Auswirkungen von Schädigungen bestimmter Hirnareale.
- TMS (Transkranielle Magnetstimulation): Regt Neuronen durch Magnetfelder an.
- TES (Transkranielle elektrische Stimulation): Beeinflusst die Hirnaktivität durch elektrische Ströme.
Invasivität, Korrelation und Kausalität
- Invasiv: Eingriffe am geöffneten Schädel notwendig.
- Korrelativ: Gehirnstruktur ist die abhängige Variable.
- Kausal: Gehirnstruktur ist die unabhängige Variable und wird manipuliert.
- Allgemeine Psychologie und kognitive Neurowissenschaften nutzen auch Tierforschung, da einige Methoden für Menschen ungeeignet sind.
Korrelative vs. Invasive Methoden
- Korrelative Methoden: Untersuchen, wie Gehirnstruktur oder -aktivität mit experimentellen Bedingungen korreliert. Gehirneigenschaften sind die abhängige Variable.
- Invasive Methoden: Messen Gehirnaktivität direkt, benötigen jedoch einen Zugang zum Gehirn. Selten bei Menschen angewendet, außer bei medizinischen Zwecken. In Ausnahmefällen für Grundlagenforschung möglich.
ECOG/Elektrokortikographie
- Wird oft bei Epilepsiepatienten eingesetzt, wenn Medikamente nicht wirken und die Quelle der Anfälle entfernt werden muss.
- Elektroden werden direkt an der Gehirnoberfläche platziert, um synaptische Ströme und Aktionspotentiale (AP) zu messen.
Elektroenzephalographie (EEG)
- Älteste nicht-invasive Methode, entwickelt von Hans Berger (Uni Jena, 1924).
- Kleine Elektroden auf der Kopfoberfläche messen elektrische Ströme, die das Gehirn generiert.
- Die Elektroden sind mit einem Verstärker verbunden, der die Signale verstärkt und in ein Digitalsignal für einen Computer umwandelt.
- Unter dem Schädel liegt die Hirnrinde mit verschiedenen Nervenzellen.
- Die größten Zellen sind die Pyramidalzellen, die orthogonal zur Oberfläche der Hirnrinde orientiert sind.
- Ihre Dendriten liegen näher an der Oberfläche und Axone weiter von der Oberfläche entfernt.
- Sie erhalten Inputs von anderen Neuronen, die in den Dendriten ankommen, was einen Stromfluss verursacht, der mittels EEG messbar ist, da sich die Dendriten näher an der Kopfoberfläche befinden.
EEG-Signale und Frequenzen
- Anhand des rohen EEG-Signals kann man wenig über Kognition aussagen (außer epileptische Anfälle erkennen). Die X-Achse zeigt die Zeit.
- Das rohe EEG-Signal kann in einzelne Komponenten, sogenannte Frequenzen oder Oszillationen, unterteilt werden.
- Diese Komponenten signalisieren verschiedene physiologische und psychische Zustände. Langsame Komponenten dominieren im Schlaf und Koma, schnelle Komponenten dominieren im Wachzustand bei aktiver Informationsverarbeitung.
- Die Frequenz wird in Hertz (Hz) gemessen und entspricht der Anzahl der Zyklen pro Sekunde.
- Verschiedene Oszillationen im EEG haben bestimmte Spannbreiten:
- Delta (1-4 Hz)
- Theta (4-8 Hz)
- Alpha (7.5-12.5 Hz)
- Beta (13-30 Hz)
- Gamma (30-70 Hz)
- High Gamma (>70 Hz).
- Diese Unterteilung kann variieren, wichtig ist, dass die Alpha-Frequenz immer um 10 Hz definiert wird und Gamma über 20 oder manchmal 30 Hz liegt.
Ereigniskorrelierte Potentiale (EKP)
- Untersuchen den zeitlichen Ablauf der Informationsverarbeitung im Gehirn.
- Ein Stimulus verursacht synchronisierte synaptische Ströme in Pyramidalzellen der Hirnrinde, die im EEG als positive (P) oder negative (N) Auslenkungen sichtbar werden.
- Die Ausrichtung der Y-Achse ist oft vertauscht: Positive Werte sind unten und negative sind oben abgebildet.
- Jede Auslenkung hat eine Amplitude, deren Erhöhung auf eine verstärkte neuronale Reaktion hinweist.
Magnetoenzephalographie (MEG)
- Sensoren erfassen Änderungen des Magnetfelds, das bei Stromfluss entsteht.
- Im Gegensatz zum EEG stammen die MEG-Signale hauptsächlich aus den Sulci der Hirnrinde und nicht aus den Gyri.
- Die Stärke des Magnetfelds hängt von der Orientierung des Magnetfelds zum elektrischen Feld ab. Die Aktivität in den Sulci ragt weiter an die Kopfoberfläche heraus.
- Vorteile von MEG gegenüber EEG:
- Signale sind leichter zu detektieren.
- Magnetfelder werden nicht durch Schädel und Hirnflüssigkeit behindert.
- Bessere Bestimmung der Quelle der Aktivität im Gehirn.
- Ein grundlegendes Problem von MEG und EEG ist die beinahe zweidimensionale Darstellung der Gehirnaktivität.
Funktionelle Magnetresonanztomographie (fMRT)
- Nervenzellen sind auch im Ruhezustand aktiv und verbrauchen Sauerstoff aus dem Blut.
- Oxyhämoglobin wird zu Desoxyhämoglobin umgewandelt.
- Aktive Zellen benötigen mehr Sauerstoff, was zu weniger Desoxyhämoglobin führt.
- Diese Änderung im Blut kann im Magnetfeld des MRT festgestellt werden (Blood oxygenation level-dependent (BOLD) signal).
- Bildgebende Verfahren haben eine schlechte zeitliche, aber gute räumliche Auflösung.
Hämodynamischen Antwortfunktion (HRF)
- Die Signalentwicklung über die Zeit an einer Stelle im Gehirn beschreibt.
- Selbst nach kurzem Reiz dauert es lange (32 Sekunden), bis die Reaktion abklingt.
- Elektrische Aktivität findet sowohl in Synapsen und Dendriten als auch in Axonen (AP) statt. Insbesondere BOLD-Signale spiegeln die synaptische Aktivität wider (fMRTsignale).
Bildakquisition im fMRT
- Die funktionelle Aktivität des Gehirns wird schichtweise aufgenommen.
- Die Schichten bilden zusammen Voxeln (volumetrische Pixel).
- Dabei entsteht ein dreidimensionales (3D) Bild der Aktivität im Gehirn.
- Ein Datensatz wird als Ganzes aufgenommen und es wird als "4-dimensional" bezeichnet, mit der Zeit als vierte Dimension.
Experimentelles Design im fMRT
- Das fMRT misst nicht die Konzentration des Desoxyhämoglobins direkt.
- Die Messwerte hängen auch von anderen Faktoren ab.
- Meist wird die Aktivität bei zwei verschiedenen Bedingungen verglichen, z.B. die Betrachtung von Schachbrettern und grauen Hintergründen verglichen.
Einfache Analyse im fMRT
- Meist wird der Verlauf der Voxelaktivität mit dem zeitlichen Verlauf der Stimuli verglichen.
- Die Aktivität während zwei Bedingungen wird verglichen und eine Aktivierungskarte erzeugt.
Funktionelle Nahinfrarotspektroskopie (fNIRS)
- fNIRS ist mit dem fMRT verwandt, sieht aber eher wie ein EEG aus.
- Anstelle der Elektroden werden Infrarotlichtquellen (rot) und Detektoren (blau) verwendet.
- Es wird nicht die neuronale Aktivität gemessen, sondern die damit verbundenen Veränderungen im Blut.
- Das Infrarotlicht dringt in die Gehirnoberfläche ein. Detektoren messen, wie viel davon ankommt.
- Aus diesen Informationen werden Daten über die Konzentrationen von Oxyhämoglobin und Desoxyhämoglobin gewonnen.
- Es gibt keine gute räumliche Auflösung, jedoch wird das Signal nicht durch Bewegungen gestört
Strukturelle Methoden
- Untersuchen nicht die Aktivität, sondern die Struktur des Gehirns.
- Ein bekanntes Beispiel hierfür ist die Untersuchung des Gehirns von Einstein.
Magnetresonanztomographie (MRT) zur Bestimmung von grauer und weisser Substanz
- Es kann sichtbar gemacht werden, ob mehr graue oder weiße Substanz in einer Hirnregion vorhanden ist.
- Taxifahrer haben zum Beispiel mehr graue Substanz im Hippocampus (verantwortlich für die Orientierung).
- Die Bestimmung der grauen Substanz kann aber auch durch das Volumen oder die Dichte erfolgen.
Volumenbestimmung im MRT
- Moderne Programme können automatisch das Volumen verschiedener Gehirnregionen bestimmen.
3D-Modellierung mit MRT
- Es kann auch ein mathematisches Modell der Gehirnoberfläche erstellt und die Dicke der Hirnrinde automatisch gemessen werden.
- Solche Modelle lassen sich über einen 3D Drucker zur Veranschaulichung ausdrucken.
Diffusionsgewichtete Bildgebung (DWI)
- MRT-Technik zur Untersuchung der weißen Substanz (Nervenfasern).
- Bilder zeigen die Qualität bzw. den Zustand der Fasern.
- DWI misst die Diffusion von Wassermolekülen:
- In grauer Substanz bewegen sie sich in viele Richtungen.
- In weißer Substanz hauptsächlich entlang der Axone.
- Für jeden Voxel wird quantifiziert, wie stark die Diffusion in verschiedene Richtungen ist, was Informationen über die Orientierung und Integrität der Fasern liefert.
Kausale Methoden
-
Gehirn wird manipuliert, um Verhalten zu beobachten.
Läsionsstudien
-
Älteste kausale Methode (nicht kontrollierbar).
-
Beschädigung einer begrenzten Hirnregion (z.B. Schlaganfall, Tumor, Schusswunde) kann zum Ausfall kognitiver Funktionen führen.
-
Methode ist kausal, da der Verlust der Hirnaktivität zu kognitiven Änderungen fuehrt.
Transkranielle elektrische Stimulation (TES)
-
Zwei Elektroden auf der Kopfoberfläche: Strom fließt von Anode (blau) zu Kathode (rot).
-
Verändert Gehirnaktivität: Strom von der Anode macht Dendriten negativer und Zellkörper positiver, was die Wahrscheinlichkeit eines Aktionspotenzials erhöht. Umgekehrt bei der Kathode.
-
Keine gute räumliche Auflösung.
-
Richtung des Stromflusses kann geändert werden zur Erzeugung künstlicher Oszillationen die natürliche Oszillationen beeinflussen. Die Rolle der Oszillationen in Aufgaben kann so festgestellt werden.
Transkranielle Magnetstimulation (TMS)
- Spule an der Kopfoberfläche regt Neuronen an.
- Sichtbar im MRT, auf welche Gehirnregion gezielt wird.
- Relativ gute räumliche Auflösung.
- Induktionsgesetz (Faraday): Strom in der Spule erzeugt Magnetfeld erzeugt Strom im Leiter
- Axone der Neuronen sind wie Drähte (gut isoliert) und leiten Strom in Form von Aktionspotentialen
- Zeitlich sehr präzise (Strom-Puls dauert 1 Millisekunde) und kann für zeitlich getrennte Phasen der Informationsverarbeitung gestört werden.
- Je nach Abstand zwischen den Pulsen werden anregende oder hemmende Effekte in der spontanen Aktivität der Neuronen bewirkt.
- So kann man messen ob durch Veränderung der Aktivität gewisse Aufgaben besser oder schlechter gelöst werden
Invasive Methoden
- Sie werden hauptsächlich für therapeutische Zwecke verwendet.
- Bei Parkinson'schen Stimulationselektrode in den Gehirn implantiert, um eine tiefliegende Region zu stimulieren.
- Selten für Grundlagenforschung (Epilepsie), um herauszufinden, welche Areale wichtig sind (Beispiel: hat zu halluzinatorischen Änderungen der Gesichtswahrnehmung geführt)
Die Vor- und Nachteile Verschiedene Methoden
- Läsionsstudien haben eine schlechte räumliche und zeitliche Auflösung.Einzelzellableitungen sind in beiden Aspekten gut .Aber beide sind invasive Methoden
Warum sprechen wir in den Vorlesung über Wahrnehmung?
- Dies ist eine Illusion d wie das Gehirn die Informationen verarbeitet, die Augen an unser Gehirn schicken (Netzhautbild).
- Das Bild ist nur in der Mitte scharf und farbig
- Die Linien sind die Blutgefäße und der schwarze Kreis ist der blinde Fleck.
- Das wahrgenommene Bild ist scharf, farbig und komplett und entfernt mit dem Netzhautbild verwandt
- Wahrnehmung ist subjektiv und ein Produkt komplexer psychologischer und neuronaler Prozesse.
Das Problem 1: Wenig Information
- Während der Informationsverarbeitung im Gehirn wird aus wenig Information mehr gemacht.
- Es gibt nämlich keine direkte Rezeptoren für Wahrnehmung haben, deshalb können wir im dieser Bereich getäuscht werden.
- Wir müssen andere Quellen heranziehen.
Das Beispiele von Wahrnehmung
- Licht-von-oben Annahme (light from above)
- Tiefenumkehr
- Kanziska-Figur
- One-Shot Learning
- Mooney Images
Das Problem 2: Zu viel Information
- Die Informationen, die unsere Augen an das Gehirn schicken sind oft nicht ausreichend. Gleichzeitig bekommen wir viel zu viel Informationen.
- Um die Menge an Informationen zu reduzieren, gibt es im visuellen System verschieden Mechanismen.
- Einer der Mechanismen ist die Verarbeitung von Unterschieden anstatt den absoluten Werten.
- In Wirklichkeit sind die Quadrate beide gleich dunkel
- Durch das Flackern wird unsere Aufmerksamkeit auf sich gezogen.
Auge und Netzhaut
- Das Sehen ist wichtigste Sinn für uns
- Das Umwandlung des physikalischen Signal
- Die Wellenlängen, Farben können erkannt werden
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Description
Die visuelle Wahrnehmung wird durch verschiedene Faktoren beeinflusst, darunter Simultankontrast, Augenbewegungen und die physikalische Natur des Lichts. Neuronale Mechanismen und kognitive Prozesse spielen eine wichtige Rolle bei der Verarbeitung visueller Reize. EEG-Daten können Einblicke in die neuronalen Prozesse geben, die der bewussten Wahrnehmung zugrunde liegen.