Psychodynamische Therapie: Konzepte

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Questions and Answers

Welche der folgenden Aussagen beschreibt am besten das Hauptziel psychodynamischer Gruppentherapien?

  • Das Erlernen von Entspannungstechniken zur Stressbewältigung in einem sozialen Kontext.
  • Die schnelle Reduktion spezifischer Symptome durch kognitive Umstrukturierung.
  • Die direkte Konfrontation problematischer Verhaltensweisen durch Verhaltensübungen in der Gruppe.
  • Die Förderung von Selbstverständnis und interpersonellen Beziehungen durch die Analyse unbewusster Konflikte innerhalb der Gruppe. (correct)

Welche Rolle spielt der Gruppenleiter typischerweise in einer psychodynamischen Gruppe?

  • Er übernimmt eine direktive Rolle, indem er klare Anweisungen gibt und die Sitzungen strukturiert.
  • Er konzentriert sich hauptsächlich auf die Vermittlung von Bewältigungsstrategien für aktuelle Probleme der Gruppenmitglieder.
  • Er teilt aktiv persönliche Erfahrungen, um eine vertrauensvolle Atmosphäre zu schaffen.
  • Er fungiert als neutraler Beobachter und Interpret, der hilft, unbewusste Dynamiken in der Gruppe zu erkennen und zu verstehen. (correct)

Welches der folgenden Konzepte ist am wenigsten relevant für das Verständnis der Dynamik in psychodynamischen Gruppen?

  • Gruppenkohäsion
  • Klassische Konditionierung (correct)
  • Widerstand
  • Übertragung und Gegenübertragung

Ein Patient in einer psychodynamischen Gruppe reagiert wiederholt gereizt auf einen anderen Teilnehmer, der ihn an seinen dominanten Vater erinnert. Welches Konzept erklärt dieses Verhalten am besten?

<p>Übertragung (B)</p> Signup and view all the answers

Welche Herausforderung ist besonders typisch für die Durchführung psychodynamischer Gruppentherapie im Vergleich zur Einzeltherapie?

<p>Die Komplexität der Interaktionen zwischen den Gruppenmitgliedern und die Notwendigkeit, multiple Übertragungen zu berücksichtigen. (D)</p> Signup and view all the answers

In einer psychodynamischen Gruppe äußert ein Teilnehmer starke Ablehnung gegenüber einem anderen Mitglied, nachdem dieser von seinen Erfolgen berichtet hat. Welche unbewusste Dynamik könnte hier am wahrscheinlichsten wirken?

<p>Neid und Konkurrenz (A)</p> Signup and view all the answers

Welche Aussage trifft am ehesten auf die langfristigen Ziele psychodynamischer Gruppentherapie zu?

<p>Die Förderung von Einsicht in unbewusste Konflikte und die Verbesserung der Beziehungsfähigkeit. (A)</p> Signup and view all the answers

Welche der folgenden Aussagen beschreibt am besten den Fokus der psychoanalytisch-interaktionellen Gruppentherapie?

<p>Das implizite Beziehungswissen, das sich in den Interaktionen zwischen den Teilnehmern zeigt, um interpersonelles Geschehen verstehbar zu machen. (A)</p> Signup and view all the answers

Wie unterscheidet sich die Haltung des Therapeuten in der psychoanalytisch-interaktionellen Gruppentherapie von der in der Mentalisierungsbasierten Psychotherapie - Gruppe?

<p>In der psychoanalytisch-interaktionellen Gruppentherapie verzichtet der Therapeut auf Deutungen und fokussiert manifeste Interaktionen, während in der Mentalisierungsbasierten Psychotherapie ein aktiver Leitungsstil vorherrscht. (B)</p> Signup and view all the answers

Welches Ziel steht im Mittelpunkt der Mentalisierungsbasierten Psychotherapie - Gruppe?

<p>Die Förderung der Mentalisierungsfähigkeit, um das Verhalten anderer als Ausdruck innerer mentaler Zustände zu verstehen. (B)</p> Signup and view all the answers

Welche Technik ist charakteristisch für die Mentalisierungsbasierte Psychotherapie - Gruppe?

<p>Das Stellen von Fragen, um die Neugierde auf interpersonelles Geschehen im Sinne des Mentalisierens zu wecken. (C)</p> Signup and view all the answers

Was bedeutet der Begriff 'Antwortender Modus' im Kontext der psychoanalytisch-interaktionellen Gruppentherapie?

<p>Der Therapeut reagiert auf das Verhalten der Gruppenmitglieder, wobei die Antworten sich auf die Gesamtgruppe, Subgruppen, Einzelne, Situationsdefinitionen und soziale Normen beziehen können. (D)</p> Signup and view all the answers

Welche der folgenden Annahmen gehört nicht zu Bions Grundannahmegruppen in der Gruppendynamik?

<p>Individualisierung (C)</p> Signup and view all the answers

Was bedeutet der Begriff 'Matrix' im Kontext der Gruppenanalyse nach Foulkes & Anthony?

<p>Die Gruppe als ein Feld von Beziehungen und Kommunikationen, in dem Veränderung stattfindet. (B)</p> Signup and view all the answers

Welche Aussage beschreibt am besten das Konzept der Mentalisierungstheorie im Kontext der Gruppentherapie?

<p>Die Förderung des Verständnisses eigener und fremder psychischer Zustände. (B)</p> Signup and view all the answers

Welcher der folgenden Faktoren gehört nicht zu den direkten Einflussfaktoren auf die Wirksamkeit von Gruppenpsychotherapie?

<p>Wirtschaftliche Rahmenbedingungen (A)</p> Signup and view all the answers

Was versteht man unter dem Wirkfaktor 'Universität des Leidens' in der Gruppenpsychotherapie?

<p>Die gemeinsame Erfahrung von Leid und die Erkenntnis, nicht allein zu sein. (A)</p> Signup and view all the answers

Welche der folgenden Interventionen würde am ehesten in einer stärker strukturierten Gruppentherapiesitzung eingesetzt?

<p>Rollenspiele zu spezifischen Konfliktsituationen (D)</p> Signup and view all the answers

Wie unterscheidet sich 'Therapie in der Gruppe' von 'Therapie durch die Gruppe' hinsichtlich des Strukturiertheitsgrades?

<p>Therapie in der Gruppe hat einen hohen, Therapie durch die Gruppe einen minimalen Strukturiertheitsgrad. (A)</p> Signup and view all the answers

Welche der folgenden psychotherapeutischen Faktoren beinhaltet sowohl das Verstehen von Ursachen als auch das Fühlen von Emotionen im Zusammenhang mit dem eigenen Erleben und Verhalten?

<p>Emotionale Einsicht (A)</p> Signup and view all the answers

Welche der folgenden Wirkfaktoren der Gruppenpsychotherapie fördert das Gefühl der Verbundenheit und des gegenseitigen Verständnisses innerhalb der Gruppe am stärksten?

<p>Kohäsion (D)</p> Signup and view all the answers

Wie beeinflusst Anleitung (Instruktion) als Lernfaktor die Gruppendynamik?

<p>Sie fördert die Entwicklung neuer Verhaltensweisen und Perspektiven. (A)</p> Signup and view all the answers

Welche der folgenden Aussagen beschreibt am besten, was bei einer Überschreitung der idealen Gruppengröße (ca. 7 Mitglieder) in einer Großgruppe passieren kann?

<p>Es entstehen regressive Prozesse, die Gruppe zerfällt in Kleingruppen und widmet sich anderen Tätigkeiten. (B)</p> Signup and view all the answers

Welchen Einfluss hat die zeitliche Begrenzung einer Therapiegruppe hauptsächlich auf die Gruppendynamik?

<p>Sie prägt von Beginn an die Gruppendynamik und die Zielsetzung, da die begrenzte Zeit ein zentrales Thema darstellt. (C)</p> Signup and view all the answers

Was sind die wahrscheinlichen Gründe für den geringen Anteil von Gruppentherapien an der Richtlinienpsychotherapie in Deutschland (Stand 2018 und 2021)?

<p>Es bestand eine schlechtere Vergütung, unflexible Gruppengrößenregelungen und wenige Ausbildungsmöglichkeiten. (C)</p> Signup and view all the answers

Welche Konsequenz ergibt sich aus dem Mangel an ausreichender Anleitung in Gruppentherapie für Berufseinsteiger in Kliniken?

<p>Es kann zu Unsicherheiten und Überforderungen kommen, insbesondere aufgrund des direkten Einstiegs und Gruppenzwangs. (B)</p> Signup and view all the answers

Was kennzeichnet eine soziale Gruppe im Kontext der Gruppentherapie?

<p>Mehr als zwei Personen, die in einer unmittelbaren Beziehung zueinander stehen, wodurch ein Gruppenprozess in Gang kommt. (C)</p> Signup and view all the answers

Warum werden Großgruppen (über 25 Mitglieder) in der Regel nicht zu therapeutischen Zwecken eingesetzt?

<p>Weil Großgruppen zu unübersichtlich sind und regressive Prozesse wie das Zerfallen in Kleingruppen begünstigen. (A)</p> Signup and view all the answers

Wie wirkt sich die Aufnahme der Gruppentherapie in die neue Weiterbildungsordnung voraussichtlich aus?

<p>Es ist zu erwarten, dass es mehr Ausbildungsmöglichkeiten gibt, was die Qualität und Verfügbarkeit von Gruppentherapien verbessern kann. (A)</p> Signup and view all the answers

Welche Gruppengröße wird typischerweise für Psychotherapie-Richtlinien empfohlen und warum?

<p>3 – 12 Mitglieder, wobei die Richtlinien oft auf 8 Teilnehmer begrenzt sind, um direkten Kontakt zu gewährleisten. (A)</p> Signup and view all the answers

Was bedeutet es, wenn gesagt wird, dass ein Gruppenprozess die Gruppe zu mehr werden lässt, als die Summe ihrer Teilnehmer?

<p>Durch die Interaktion und den Austausch in der Gruppe entstehen Synergieeffekte, die zu neuen Einsichten und Lösungen führen. (C)</p> Signup and view all the answers

Welche der folgenden Aussagen beschreibt am besten den Fokus der Gruppenanalyse nach Bion?

<p>Die Betrachtung der Gesamtgruppe als ein Objekt und die Konzentration auf die Dynamik der Gruppe als Ganzes. (D)</p> Signup and view all the answers

Welche Rolle spielt der Therapeut in der Gruppenanalyse nach Foulkes?

<p>Er schafft den Rahmen für die therapeutischen Prozesse und fördert die Kommunikation, wird aber mit zunehmender Gruppenfunktion unwichtiger. (B)</p> Signup and view all the answers

Was ist ein wesentliches Merkmal der psychodynamischen Gruppentherapie im Vergleich zur Gruppenanalyse?

<p>Der Fokus liegt stärker auf den einzelnen Patienten und deren individuellen Übertragungen. (B)</p> Signup and view all the answers

Welches Ziel wird hauptsächlich mit dem 'Göttinger Modell' verfolgt?

<p>Die Förderung der Ich-Funktionen der Gruppenteilnehmer durch eine stützende therapeutische Haltung. (C)</p> Signup and view all the answers

Was kennzeichnet die Therapeutenrolle im 'Göttinger Modell'?

<p>Vorrangig stützend, wenig konfrontativ und nicht-deutend. (C)</p> Signup and view all the answers

Welche der folgenden Therapieformen ist eine Weiterentwicklung der psychodynamischen Gruppentherapie?

<p>Psychoanalytisch-Interaktionelle Gruppentherapie (A)</p> Signup and view all the answers

Welche der folgenden Interventionen würde ein Therapeut in einer traditionellen Gruppenanalyse wahrscheinlich nicht durchführen?

<p>Aktive Konfrontation einzelner Gruppenmitglieder mit ihren Verhaltensmustern. (D)</p> Signup and view all the answers

Was bedeutet es, die Gruppe als 'dynamische Matrix' zu betrachten?

<p>Die Gruppe wird als ein Netzwerk von Beziehungen und Interaktionen gesehen, das therapeutische Prozesse ermöglicht. (B)</p> Signup and view all the answers

Welche Technik wird in psychodynamischen Gruppentherapien eingesetzt, um unbewusste Konflikte zu bearbeiten?

<p>Deutung von Übertragungen auf andere Gruppenmitglieder oder den Therapeuten. (D)</p> Signup and view all the answers

Wie unterscheidet sich die psychoanalytisch-interaktionelle Gruppentherapie von der traditionellen Gruppenanalyse nach Foulkes?

<p>Sie integriert psychoanalytische Konzepte stärker in die Gruppenarbeit und fördert die Ich-Funktionen der Teilnehmer. (B)</p> Signup and view all the answers

Flashcards

Was ist psychodynamische Gruppentherapie?

Eine Therapieform, bei der mehrere Patienten gleichzeitig von einem oder mehreren Therapeuten behandelt werden.

Was ist das Ziel der Vorlesung "Psychodynamische Gruppentherapien"?

Die Vorlesung befasst sich mit den theoretischen Grundlagen und praktischen Anwendungen der psychodynamischen Therapie in Gruppen.

Was ist der Schwerpunkt von Sitzung 11?

Die Sitzung ist dem Thema der psychodynamischen Gruppentherapien gewidmet, einem spezifischen Anwendungsbereich der psychodynamischen Therapie.

Nennen Sie einige Themen früherer Sitzungen.

Analytische Psychotherapie, Modelle und Psychotherapie der Depression, Angststörungen, Traumafolgestörungen und Persönlichkeitsstörungen.

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Was ist das Thema der folgenden Sitzung?

Forschung zur psychodynamischen Psychotherapie.

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In welchem Studiengang findet die Vorlesung statt?

Master Klinische Psychologie und Psychotherapie, Modul 4.

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Wo findet die Vorlesung statt?

Institut für Psychologie, Universität Kassel.

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Anteil Gruppentherapie

Der Anteil von Gruppentherapien an der Richtlinienpsychotherapie betrug 2018 1-2% und 2021 4% des gesamten Versorgungsspektrums.

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Soziale Gruppe

Eine soziale Gruppe besteht aus mehr als zwei Personen, die in einer unmittelbaren Beziehung zueinander stehen.

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Gruppenprozess

In einer Gruppe entsteht ein Gruppenprozess, der die Gruppe gemeinsam zu mehr werden lässt, als die Summe der einzelnen Teilnehmer.

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Kleingruppengröße

Kleingruppen bestehen typischerweise aus 3–12 Mitgliedern, was direkten Kontakt ermöglicht. In Psychotherapie-Richtlinien ist die Anzahl auf 8 Teilnehmer begrenzt.

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Mediangruppengröße

Mediangruppen umfassen 12–25 Mitglieder.

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Großgruppengröße

Großgruppen bestehen aus über 25 Mitgliedern und benötigen eine formale Leitung, da sonst regressive Prozesse auftreten können.

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Zeitbegrenzung in Gruppen

Zeitbegrenzung als zentrales Thema prägt von Beginn an die Gruppendynamik und Zielsetzung.

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Zukünftige Gruppentherapie

Flexible Gruppengröße und Kombination mit Einzeltherapie sind Aussichten für die Zukunft.

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Ausbildung Gruppentherapie

Aufnahme von Gruppentherapie in die neue Weiterbildungsordnung.

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Freuds Fokus

Unbewusste Konflikte und Übertragungsmechanismen beeinflussen das Verhalten.

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Bions Grundannahmen

Gruppen funktionieren oft auf Basis unbewusster Grundannahmen: Abhängigkeit, Kampf oder Paarbildung.

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Gruppenanalyse (Foulkes & Anthony)

Die Gruppe als Ganzes ist ein Feld ('Matrix'), in dem Veränderungen stattfinden.

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Mentalisierungstheorie (Fonagy)

Gruppendynamik nutzen, um das Verständnis für eigene und fremde mentale Zustände zu verbessern.

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Einflussfaktoren

Patientenmerkmale, Gruppendynamik, Gruppenstruktur, formale Veränderungstheorie, Therapeutenmerkmale.

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Lernen in der Gruppe

Lernen durch Anleitung, Modelllernen und Feedback von anderen.

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Emotionale Beteiligung

Das Ausdrücken und Erleben von Emotionen in einem sicheren Umfeld.

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Support und Austausch

Gefühl der Zusammengehörigkeit und gegenseitige Unterstützung in der Gruppe.

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Verfahrensspezifische Prozesse

Prozesse, die spezifisch für den jeweiligen Therapieansatz sind (z.B. Deutung in der Psychoanalyse).

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Strukturiertheitsgrad

Therapie in der Gruppe: Hohe Struktur; Therapie durch die Gruppe: Minimale Struktur.

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Psychoanalytisch-interaktionelle Gruppentherapie

Fokus auf implizites Beziehungswissen und Interaktionsmuster zwischen Teilnehmern.

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Ziel der psychoanalytisch-interaktionellen Gruppentherapie

Ziel ist es, das interpersonelle Geschehen transparent und verstehbar zu machen.

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Wirkung der psychoanalytisch-interaktionellen Gruppentherapie

Eigene Beziehungsmuster werden erkannt und interpersonelle Fähigkeiten gefördert.

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Mentalisierungsfähigkeit

Verhalten als Ausdruck innerer Zustände (Gedanken, Gefühle) verstehen.

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Ziel der mentalisierungsbasierten Gruppentherapie

Förderung der Fähigkeit, innere Zustände im Kontext von Interaktionen zu erkennen und zu verstehen.

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Gruppenanalyse und psychodynamische Gruppentherapien

Traditionelle psychodynamische Gruppenverfahren nach Foulkes und Bion.

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Mentalisierungsbasierte Gruppentherapie (MBT-G)

Eine Weiterentwicklung, die das Verständnis der eigenen und fremden mentalen Zustände fördert.

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Gruppenanalyse

Fördert Regression durch zurückhaltende Deutung, wobei die Gruppe als Ganzes im Fokus steht.

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Dynamische Matrix

Die Gruppe wird als 'dynamische Matrix' gesehen, die therapeutische Prozesse ermöglicht.

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Psychodynamische Gruppentherapien

Stellen einzelne Patienten stärker in den Vordergrund und nutzen Übertragungen.

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Das 'Göttinger Modell'

Integration psychoanalytischer Konzepte.

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Ziel des 'Göttinger Modells'

Fördert die Ich-Funktionen der Gruppenteilnehmer.

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Therapeutenrolle im 'Göttinger Modell'

Vorrangig stützend, wenig konfrontativ, nicht-deutend.

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Study Notes

Sitzung 11: Psychodynamische Gruppentherapien

  • Die Vorlesung umfasst die folgenden Themen:
    • Organisation, Auffrischung der Bachelorvorlesung (04.11.2024)
    • Psychodynamisches Störungsverständnis (11.11.2024)
    • Settings, Techniken, Manuale (18.11.2024)
    • Analytische Psychotherapie (25.11.2024)
    • Modelle und Psychotherapie der Depression (02.12.2024)
    • Modelle und Psychotherapie der Angststörungen (09.12.2024)
    • Modelle und Psychotherapie der Traumafolgestörungen (16.12.2024)
    • Modelle und Psychotherapie der Persönlichkeitsstörungen I (13.01.2025)
    • Modelle und Psychotherapie der Persönlichkeitsstörungen II (20.01.2025)
    • Psychodynamische Psychotherapie bei Kindern und Jugendlichen (27.01.2025)
    • Psychodynamische Gruppentherapien (03.02.2025)
    • Forschung zur Psychodynamischen Psychotherapie (10.02.2025)
    • Puffer (17.02.2025)
  • Klausur I findet am 19.02.2025 von 15:30h-16:30h im E-Klausuren Center statt.
  • Klausur II findet am 16.04.2025 von 09:15h-10:15h im E-Klausuren Center statt.

Agenda der Sitzung

  • Übersicht über Gruppentherapie
  • Theoretische Grundlagen
  • Psychodynamische Gruppenpsychotherapien
  • Beispielvideo

Übersicht Gruppentherapie

  • Der Anteil der Gruppentherapien an der Richtlinienpsychotherapie betrug 2018 1-2% (Strauß 2022) und 2021 4% (Becker 2021) am gesamten Versorgungsspektrum
  • Es wird eine bessere Vergütung erwartet, sowie flexible Gruppengrößen und die Kombination mit Einzeltherapie in der psychotherapeutischen Grundversorgung.
  • Derzeit gibt es wenig Ausbildung, aber eine Aufnahme in die neue Weiterbildungsordnung ist geplant
  • Die Anleitungen in der Klinik sind problematisch, da wenig Anleitung zur Hilfestellung, direkter Einstieg und Gruppenzwang herrschen.
  • Eine "soziale Gruppe" besteht aus mehr als zwei Personen, die in unmittelbarer Beziehung zueinander stehen.
  • Ein Gruppenprozess lässt die Gruppe mehr als die Summe ihrer einzelnen Teilnehmer werden.

Gruppengröße

  • Kleingruppen bestehen aus 3-12 Mitgliedern und ermöglichen direkten Kontakt zwischen den Teilnehmern.
  • In Psychotherapie-Richtlinien ist die Teilnehmerzahl auf acht begrenzt.
  • Kinder benötigen kleinere Gruppen.
  • Weiterbildungsgruppen für Psychotherapeuten umfassen zwischen 10 und 12 Personen.
  • Mediangruppen bestehen aus 12–25 Mitgliedern.
  • Großgruppen bestehen aus über 25 Mitgliedern und benötigen eine formale Leitung.
  • Ansonsten kommt es zu regressiven Prozessen mit Abspaltungen in Kleingruppen und anderen Tätigkeiten, die ab ca. 7 Mitgliedern beginnen.
  • Großgruppen werden nicht zu therapeutischen Zwecken eingesetzt.
  • Die Dauer ambulanter Sitzungen beträgt meistens 100 Minuten, stationär oft kürzer.
  • Kürzere Sitzungen begrenzen Regression und Trennungserleben.
  • Tiefenpsychologische Gruppentherapie umfasst 40–80 Doppelstunden (ca. 1–2 Jahre).
  • Analytische Gruppentherapie kann bis zu 150 Doppelstunden umfassen.
  • Eine zeitliche Begrenzung ist ein zentrales Thema, da die begrenzte Zeit die Gruppendynamik und Zielsetzung von Anfang an prägt.
  • Die Zeitbegrenzung fokussiert auf erreichbare Ziele und den bewussten Umgang mit der zur Verfügung stehenden Zeit.
  • Die Dauer zeitoffener Gruppen hängt von den individuellen Bedürfnissen ab und endet bei Zielerreichung oder veränderter Lebenssituation.
  • Homogene Gruppen eignen sich besonders gut für kurze Lernprozesse, Menschen in Belastungs- oder Übergangssituationen oder Patienten mit einer gemeinsamen Symptomatik.
  • In psychoedukativen Gruppen stehen Hilfen zur Bewältigung von Konflikten oder Symptomen im Mittelpunkt.
  • Heterogene Gruppen eignen sich besonders für längere Projekte und Therapien mit weiter gesteckten Lern- oder Behandlungszielen.
  • Sie sind eine Domäne analytischer Ansätze, eingesetzt werden sie aber auch als >>zieloffene<< Gruppen ohne einen psychoanalytischen Hintergrund.
  • Außenseiterrollen sollten verhindert werden.

Theoretische Grundlagen

  • Gruppenkohäsion entwickelt ein Gefühl der Zusammengehörigkeit und des gemeinsamen "Wir-Gefühls".
  • Gemeinsame Werte und Normen entstehen innerhalb der Gruppe und wandeln sich im Laufe der Zeit.
  • Es besteht Möglichkeit zum unmittelbaren persönlichen Austausch, abhängig von der Größe der Gruppe.
  • Es erfolgt die Verfolgung eines übergeordneten Ziels (z.B. Sozialisation, Problemlösung, Wissensvermittlung) sowie Identifikation mit diesem Zweck oder der zugrunde liegenden Aufgabe.
  • Die Dauer des Bestehens umfasst eine gewisse Zeitspanne, wobei die Mindestdauer von der jeweiligen Zielsetzung abhängt.
  • Es findet eine Rollenausbildung mit aufeinander abgestimmten Funktionen statt, wie z. B. leitende, beratende oder unterstützende Rollen.

Modelle der Gruppentherapie nach Arnswald (2024)

  • Psychoedukation
  • Psychotherapie in der Gruppe (einzelfallorientierte Gruppen)
  • Psychotherapie durch die Gruppe (interaktionsorientierte Gruppen)

Einflussfaktoren auf die Wirksamkeit

  • Patientenmerkmale
  • Gruppenstruktur
  • Therapeutenmerkmale
  • Gruppendynamik
  • Formale Veränderungstheorie

Patientenmerkmale

  • Motivation spielt eine Rolle: hohe Motivation und Erwartung -> besseres Ergebnis
  • Interpersonellen Fertigkeiten sollten vorhanden sein: Mindestmaß und Wertlegen auf positive Zusammenarbeit mit Anderen, keine extremen sozialen Ängste
  • Vorerfahrungen mit Gruppen: Familie, Schule, Beruf usw.
  • Bindung: Je unsicherer die Bindung, desto schwieriger; Gruppe aktiviert Bindungssystem.
  • Es sollte ein Ausreichend sicherer Rahmen gegeben werden.
  • Vorliegen interpersonaler Probleme: z.B. starke Aggressivität, Konkurrenzverhalten oder Abhängigkeit, Schwierigkeiten mit Autoritäten
  • Kontraindikation liegt vor bei: Paranoide, akut psychotische, psychopathische Symptome, häufige SVV, akute Suizidalität, starke dissoziative Symptome
  • Indikatoren für Abbrüche sind:
    • Probleme mit Kontakt und Nähe (z.B. Unrealistische Nähewünsche)
    • Unerreichbarkeit der Ziele
    • Besondere Fixierung auf Gruppenleitung

Gruppenstruktur

  • Zusammensetzung der Gruppe, Heterogenität in Bezug auf:
    • Intellektualisierung vs. Emotionalität
    • Risikobereitschaft vs. Unterstützend
    • Verbal aktiv vs. Verbal passiv
    • Ggf. in Bezug auf Psychopathologie
  • Homogenität in Bezug auf:
    • Demographischen Variablen, wie Alter, Bildung, Intellekt
    • Psychische Struktur
    • Angsttoleranz
    • Fähigkeit, Hilfe anzunehmen/zu geben

Therapeutenmerkmale

  • Aufgaben und Kompetenzen (die „Dirigentin"):
    • Festlegung Rahmen und Zusammensetzung der Gruppe
    • Sicherung des Rahmens
    • Förderung der therapeutischen Zusammenarbeit
    • Sicherheit herstellen und aufrechterhalten - Fürsorge
    • Interpersonelles Feedback fördern, auf Hier und Jetzt
    • Emotionale Stimulation und Bedeutungszuweisung -> Vertiefung von Erkundung von Inhalten, emotional und kontrolliert (MBT)
  • Dynamik von Gruppen: Entwicklungspotential und Unberechenbarkeit.
  • Tuckmann & Jensen (1977) definieren Phasen von Gruppenprozessen:
    • Forming (Vertrauensbildung, Akzeptanz der Gruppe)
    • Storming (Koalitionen, Spannungen, Widerstand)
    • Norming (Konhäsion, Einigkeit, Rollendifferenzierung, Vertrauen)
    • Performing (Entscheidungen, Problemlösung, Zielerreichung)
    • Adjourning (Rückzug, Rollenauflösung, Reduktion, Zusammenhörigkeit)
  • Gruppenbewegung erfolgt mit Auf und Ab.
  • Aushandlung verschiedener Konflikte, Themen, Interaktionen (z.B. auf den Gruppenleiter bezogen)

Formale Veränderungstheorie

  • Sigmund Freud: Unbewusste Konflikte, Übertragungsmechanismen.
  • Wilfred Bion: Grundannahmegruppen (Abhängigkeit, Flucht-Kampf, Paarbildung).
  • Foulkes & Anthony (Gruppenanalyse): Die Gruppe als „Matrix" für Veränderung.
  • Peter Fonagy (Mentalisierungstheorie): Förderung der Mentalisierungsfähigkeit durch Gruppendynamik.

Wirkfaktoren der Gruppenpsychotherapie

  • Lernen beinhaltet Anleitung, Modelllernen, interpersonelles Lernen und positives Feedback
  • Emotionale Beteiligung, wie Selbstöffnung und Katharsis sind wirksam
  • Support und Austausch können zu Zugehörigkeit, Altruismus, Kohäsion und Universitäts des Leidens führen
  • Es gibt psychotherapeutische Faktoren, dazu gehören:
    • Verfahrensspezifische Prozesse (z.B. Durcharbeiten),
    • Emotionale Einsicht in eigenes Erleben und Verhalten,
    • Imitation, Identifikation, Internalisierung
  • Der Grad der Strukturiertheit spielt eine Rolle:
    • Hohes Maß an Struktur -> Therapie in der Gruppe
    • Minimales Maß an Struktur -> Therapie durch die Gruppe
  • Bestimmte Interventionen bringen dann eigene Prozesse in Gang.

Psychodynamische Gruppenpsychotherapien

  • Traditionelle Verfahren (nach Ideen von Foulkes und Bion)
    • Gruppenanalyse
    • Psychodynamische Gruppentherapien
  • Weiterentwicklungen der psychodynamischen Gruppentherapie
    • Psychoanalytisch-Interaktionelle Gruppentherapie (Heigl-Evers & Heigl 1972, Streeck 2024)
    • Mentalisierungsbasierte Gruppentherapie (MBT-G; Bateman & Fonagy 2004)
  • Gruppenanalyse fördert Regression durch zurückhaltendes, deutendes Arbeiten des Therapeuten.
  • Die „Psychoanalyse der Gruppe" (Bion, 1961): Fokus liegt auf der Gesamtgruppe statt auf Einzelpersonen.
  • Interventionen beziehen sich meist auf die Gruppe als Ganzes, die als „ein Objekt“ betrachtet wird.
  • Die Analyse erfolgt durch die Gruppe (Foulkes, 1992): Die Gruppe selbst übernimmt die analytische Funktion.
  • Die Gruppe wird als „dynamische Matrix“ gesehen, die therapeutische Prozesse ermöglicht.
  • Der Therapeut schafft den Rahmen und fördert die Kommunikation, wird aber mit zunehmender Gruppenfunktion unwichtiger.
  • Psychodynamische Gruppentherapien
    • stellen die einzelnen Patienten stärker in den Vordergrund,
    • nutzen die Übertragungen auf andere Gruppenmitglieder, auf die Gruppe als Ganzes und auf den Therapeuten
    • wenden die ganze Palette der psychodynamischen Techniken an, von supportiven Aspekten bis zu Klärung, Konfrontation und Deutung (ausführlich in Wöller & Kruse 2005, oder Mattke 2012)

Das Göttinger Modell

  • Integration psychoanalytischer Konzepte: Es werden verschiedene Ansätze der psychoanalytischen Gruppenarbeit verbunden.
  • Es ist eine Sonderform: Enthält psychoanalytisch-interaktionelle Gruppentherapie, entwickelt von Heigl & Heigl-Evers in den 1970er Jahren.
  • Ziel ist die Förderung der Ich-Funktionen der Gruppenteilnehmer.
  • Therapeutenrolle: Vorrangig stützend, wenig konfrontativ, nicht deutend.
  • Der Fokus liegt auf Interaktionen zwischen den Gruppenmitgliedern, Beobachtung und Einflussnahme auf Gruppennormen.
  • Es finden spezifische Techniken zur Förderung der differenzierten Wahrnehmung von Affekten und "Antworten" des Therapeuten auf das Verhalten der Gruppenmitglieder (statt klassischer Deutung) statt
  • Psychoanalytisch – Interaktionelle Gruppentherapie
    • Fokus liegt auf implizitem Beziehungswissen, das sich darin zeigt, was zwischen den Teilnehmer*innen passiert und wie sie sich zueinander in Beziehung setzen.
    • Ziel: Interpersonelles Geschehen für Personen erlebbar und damit transparent und verstehbar zu machen.
    • Wirkung: Patienten sollen verstehen, wie ihr eigenes Beziehungswissen in die Beziehungsgestaltung einwirkt und wie es die interpersonellen Fähigkeiten fördert.
    • Haltung: Progressorientiert, Regression begrenzend, auf Augenhöhe, Verzicht aud Deutungen, Fokus auf manifeste Interaktionen/Situationen/Normen, selektiv authentisch
    • Techniken: Fokus auf implizites Beziehungswissen, Antwortender Modus, Antworten richten sich auf: Gesamtgruppe Subgruppen, Einzelne, Situationsdefinitionen und soziale Normen, kann komplementär oder konkordant sein.
  • Mentalisierungsbasierte Psychotherapie – Gruppe
    • Fokus auf der Mentalisierungsfähigkei der Gruppenmitglieder, eigene und fremde Verhaltensweisen als Ausdruck mentaler Zustände zu verstehen und zu interpretieren
    • Ziel ist die Förderung von Mentalisierungsfähigkeit zur Behandlung von strukturellen Einschränkungen.
    • Patienten sollen verstehen, welche innere Zustände und Affekte und Ziele während Interaktionen vorher schen und sich von denen anderer unterscheiden lernen
    • Haltung: Aktiver Leitungsstil, meist in Co-Leitung Vermeidung von Schweigephasen mit gesunder Autorität, haltgebend, direktiv und empathisch.
    • Technik: Neugierde auf interpersonelles Geschehen nach dem Prinzip "Fragen stellen" in Bezug auf das Mentalisieren.
    • Priorität im Hier und Jetzt.
    • Einfache und kurze Interventionen, Affektfokussierung, bewusstseinsnahe Inhalte fokussieren.

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