Personenzentrierte Beratung: Rogers und Lüders

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Questions and Answers

Was ist laut Wolfram Lüders entscheidend für den Ausgang seelischer Konflikte?

  • Die Fähigkeit zur Konfliktvermeidung.
  • Die Ich-Stärke. (correct)
  • Die Stärke der Regression.
  • Die Qualität der Beziehung zur beratenden Person.

Welches Spannungsfeld wird im Konzept von Wolfram Lüders bezüglich menschlichen Verhaltens hervorgehoben?

  • Das Spannungsfeld zwischen Vernunft und Gefühl.
  • Das Spannungsfeld zwischen Autonomie und Abhängigkeit.
  • Das Spannungsfeld zwischen Progression und Regression. (correct)
  • Das Spannungsfeld zwischen Aktivität und Passivität.

Was versteht Carl Rogers unter dem Begriff 'Aktualisierungstendenz'?

  • Eine angeborene Kraft zur Selbstoptimierung und Anpassung.
  • Die Fähigkeit zur bewussten Selbstreflexion.
  • Den angeborenen Wunsch nach sozialer Anerkennung.
  • Eine angeborene Kraft zur Erhaltung und Entfaltung des eigenen Potenzials. (correct)

Was steht im Zentrum der personenzentrierten Beratung nach Rogers?

<p>Das Individuum und seine Möglichkeiten. (B)</p> Signup and view all the answers

Welche der folgenden Haltungen ist KEIN therapeutisches Basisverhalten nach Rogers?

<p>Selektive Bestätigung. (D)</p> Signup and view all the answers

Was bedeutet 'Spiegeln' als Interventionstechnik in der klientenzentrierten Beratung?

<p>Die Aussagen und Emotionen der ratsuchenden Person wiedergeben. (B)</p> Signup and view all the answers

Was ist laut Rogers grundlegend für den Menschen?

<p>Ein grundlegendes Vertrauen in sich selbst und seine Heilungskräfte. (A)</p> Signup and view all the answers

Welche Aussage beschreibt die 'Umsetzung' im Kontext eines Beratungsgesprächs am besten?

<p>Die Maßnahmen, die zur Reduzierung der Soll-Ist-Diskrepanz mit Hilfe von außen ergriffen werden. (B)</p> Signup and view all the answers

Was sind laut Rogers Verhaltensprobleme?

<p>Resultate von nicht erfüllten Beziehungswünschen. (B)</p> Signup and view all the answers

Was ist das Hauptziel der 'Anfangsphase' nach dem Phasenmodell von Culley (2002)?

<p>Der Aufbau einer Beziehung, das Klären von Erwartungen und die Definition von Zielen oder Problemen. (B)</p> Signup and view all the answers

In welcher Phase des Beratungsgesprächs wird die Situation neu bewertet und Strategien entwickelt?

<p>In der Mittelphase. (D)</p> Signup and view all the answers

Welche Aussage beschreibt den Unterschied zwischen der Eingangsphase und der Abschlussphase eines Beratungsgesprächs?

<p>Die Eingangsphase dient dem Aufbau einer angenehmen Atmosphäre, während die Abschlussphase der Verabschiedung dient. (D)</p> Signup and view all the answers

Welches der folgenden Elemente ist nicht Teil des Phasenablaufs innerhalb eines Beratungsgesprächs?

<p>Evaluation der Beratungsergebnisse (C)</p> Signup and view all the answers

Was ist laut Watzlawick das erste Axiom menschlicher Kommunikation?

<p>Man kann nicht nicht kommunizieren. (D)</p> Signup and view all the answers

Was bedeutet 'Interpunktion' im Kontext der Kommunikation nach Watzlawick?

<p>Die unterschiedliche Wahrnehmung und Strukturierung der Kommunikation durch die Kommunikationspartner. (C)</p> Signup and view all the answers

Welche Rolle spielt die Kommunikation im Beratungsprozess?

<p>Sie ist der Auslöser vieler Problemsituationen und das Medium der Beratung. (B)</p> Signup and view all the answers

Welches der folgenden Elemente ist kein wesentlicher Bestandteil einer pädagogischen Beratung?

<p>Einseitige Wissensvermittlung durch die beratende Person. (B)</p> Signup and view all the answers

Welche Aussage beschreibt nicht die Ziele einer Beratung gemäß der Deutschen Gesellschaft für Beratung e.V.?

<p>Das Erzwingen von Handlungsplänen, die den Vorstellungen des Beraters entsprechen. (B)</p> Signup and view all the answers

Welcher Aspekt ist nicht charakteristisch für den Beratungsprozess?

<p>Die Anweisung von Lösungen durch den Berater. (D)</p> Signup and view all the answers

Welcher der folgenden Themenbereiche ist kein typischer Gegenstand von Beratung?

<p>Exkursionen und Reisen. (C)</p> Signup and view all the answers

Was ist kein wesentliches Merkmal der Beratung im Sinne der Interaktion?

<p>Die Übertragung von Wissen von der beratenden zur ratsuchenden Person. (D)</p> Signup and view all the answers

Welche Aussage beschreibt am besten die Rolle der Freiwilligkeit in der Beratung?

<p>Freiwilligkeit ist in den meisten Fällen gegeben, aber nicht immer zwingend. (A)</p> Signup and view all the answers

Warum ist ein geschütztes Vertrauensverhältnis in der Beratung so wichtig?

<p>Weil es die Offenheit und das Engagement für die Beratung fördert. (C)</p> Signup and view all the answers

Welche der folgenden Aussagen beschreibt den Kern der Hilfe zur Selbsthilfe in der pädagogischen Beratung nicht?

<p>Die beratende Person gibt direkte Anweisungen. (D)</p> Signup and view all the answers

Was ist ein zentrales Element der Kybernetik?

<p>Zirkuläre Rückkopplungsprozesse (D)</p> Signup and view all the answers

Was ist ein wesentlicher Unterschied zwischen Kybernetik 1. und 2. Ordnung?

<p>Kybernetik 2. Ordnung bezieht die beobachtende Person mit ein, im Gegensatz zur 1. Ordnung. (D)</p> Signup and view all the answers

Was bedeutet 'Interpunktion' im Kontext der Zirkularität?

<p>Festlegung von Anfang und Ende bei Rückkopplungsprozessen (B)</p> Signup and view all the answers

Was ist ein wichtiger Aspekt der Haltung in diesem Kontext?

<p>Bedingungslose Wertschätzung und Authentizität (C)</p> Signup and view all the answers

Was bedeutet Neutralität im systemischen Kontext?

<p>Bewusstes Nicht-Bewerten und Rolleneinnahme (B)</p> Signup and view all the answers

Was umfasst Allparteilichkeit in der Beratung?

<p>Gleichermaßen die Interessen aller Beteiligten berücksichtigen (C)</p> Signup and view all the answers

Welche Haltung wird gegenüber Ideen im systemischen Kontext empfohlen?

<p>Respektlosigkeit gegenüber nicht hilfreichen Ideen und Hinterfragung (D)</p> Signup and view all the answers

Was bedeutet Transparenz/Offenheit in systemischer Beratung?

<p>Offenlegung des Vorgehens und flexible Anpassung (D)</p> Signup and view all the answers

Welche der folgenden Aussagen beschreibt nicht den Ansatz des nicht-wertenden Feedbacks?

<p>Es hilft, die Kongruenz der ratsuchenden Person herzustellen. (A)</p> Signup and view all the answers

Was ist das Hauptziel des 'Konkretisierens' in der Beratung?

<p>Allgemeine Äußerungen zu vermeiden und zu spezifischen Gefühlen zu gelangen. (D)</p> Signup and view all the answers

Welche Rolle spielt 'Perspektivwechsel anbieten' in der Beratung?

<p>Ermutigt, Ängste und Befürchtungen in einem gedanklichen Rollenspiel zu erproben. (A)</p> Signup and view all the answers

Welche Aussage beschreibt den systemischen Beratungsansatz am besten?

<p>Probleme entstehen aus dem Kontext der Beziehungen des Menschen zu seinem Umfeld. (B)</p> Signup and view all the answers

Was ist charakteristisch für ein 'System' im Kontext der systemischen Beratung?

<p>Es besteht aus mehreren Elementen und deren spezifischen Beziehungen. (C)</p> Signup and view all the answers

Worauf liegt der Fokus der systemischen Beratung im Hinblick auf die Ursachen des individuellen Verhaltens?

<p>Auf dem Beziehungssystem und dem Kontext, der das Verhalten formt. (A)</p> Signup and view all the answers

Was ist ein zentraler Unterschied zwischen radikalem und sozialem Konstruktivismus?

<p>Radikaler Konstruktivismus betont individuelle Konstrukte, während sozialer Konstruktivismus die Bedeutung sozialer Prozesse hervorhebt. (B)</p> Signup and view all the answers

Welchen Aspekt betont der soziale Konstruktivismus im Besonderen?

<p>Die Entstehung sozialer Phänomene und die Konstruktion von Bedeutungen in sozialen Prozessen. (B)</p> Signup and view all the answers

Welche Art von Frage zielt darauf ab, Situationen zu konstruieren, in denen ein Problem bereits gelöst wäre?

<p>Möglichkeitsfragen (A)</p> Signup and view all the answers

Was ist ein Hauptziel von lösungsorientierten Fragen?

<p>Die Steigerung der Motivation durch Zukunftsfokus (C)</p> Signup and view all the answers

Warum können Lehrkräfte in Beratungsgesprächen mit Eltern betriebsblind sein?

<p>Weil sie Teil des Systems sind und interne Strukturen verinnerlicht haben (C)</p> Signup and view all the answers

Welches Konzept beschreibt die Notwendigkeit einer gewissen Distanz zum Thema bei professioneller Beratung?

<p>Zu viel Nähe (A)</p> Signup and view all the answers

Was ist ein übliches Hindernis bei der Kommunikation zwischen Lehrern und Eltern im schulischen Kontext?

<p>Die Sorge der Eltern vor unfairen Behandlungen ihrer Kinder (A)</p> Signup and view all the answers

Was ist ein typisches Konfliktfeld in der Eltern-Lehrer-Kommunikation?

<p>Die geringe Erfahrung von Lehrkräften in der Beratung von Eltern (C)</p> Signup and view all the answers

Wie können Lehrkräfte die Sorge um ein Kind nutzen, um Eltern zu einem Gespräch einzuladen?

<p>Indem sie betonen, dass ihnen die Entwicklung des Kindes am Herzen liegt (B)</p> Signup and view all the answers

Was bedeutet das Konzept 'Hilfe zur Selbsthilfe' im Kontext der Beratung durch Lehrkräfte?

<p>Dass Lehrkräfte Eltern darin unterstützen, eigene Lösungen zu entwickeln (B)</p> Signup and view all the answers

Flashcards

Beratung

Ein Gespräch zwischen einer Person, die Rat benötigt, und einer Person, die berät. Es beschäftigt sich mit Problemen und Lösungswegen und basiert auf interdisziplinärem Wissen.

Ziele einer Beratung

Das Ziel einer Beratung ist es, erreichbare Ziele zu definieren und Entscheidungen zu treffen. Es geht auch darum, Handlungspläne zu entwickeln, die den Bedürfnissen, Interessen und Fähigkeiten der Person oder Gruppe entsprechen.

Beratung - Entscheidungsfindung

Eine Form der Unterstützung bei der Entscheidungsfindung.

Beratung - Selbstständigkeit fördern

Beratung fördert die Selbstständigkeit und das Potenzial zur Selbsthilfe. Der Ratsuchende lernt, seine eigenen Probleme zu lösen.

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Beratung - Kooperation

Beratung ist eine gemeinsame Anstrengung zwischen dem Berater und dem Ratsuchenden. Beides ist wichtig für den Erfolg.

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Beratung - Zuhören

Beratung erfordert aktives Zuhören, um die Bedürfnisse und Probleme des Ratsuchenden zu verstehen.

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Beratung - Freiwilligkeit

Beratung sollte freiwillig erfolgen. Der Ratsuchende muss aktiv an der Prozess teilnehmen.

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Beratung - Vertrauensverhältnis

Beratung erfordert ein Vertrauensverhältnis, in dem sich der Ratsuchende sicher und wohl fühlt.

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Seelische Konflikte

Entscheidungen, die uns an unsere Grenzen bringen und den Mut abverlangen, unser inneres Selbst zu entfalten.

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Ich-Stärke

Die Kraft, die es braucht, um Entscheidungen zu treffen, die uns auf den Weg bringen, der zu unserer wahren Natur führt.

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Progression und Regression

Die zwei fundamentalen Kräfte, die unser Verhalten formen: das Streben nach Autonomie und das Bedürfnis nach Zugehörigkeit.

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Progression

Das Bedürfnis, unabhängig zu sein, eigene Entscheidungen zu treffen und unsere Individualität zu entfalten.

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Regression

Das Bedürfnis nach Nähe, Geborgenheit, Unterstützung und Verbundenheit in Beziehungen.

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Personenzentrierte Beratung

Die therapeutische Haltung, die den Klienten als Experten für sein eigenes Leben betrachtet.

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Aktualisierungstendenz

Die angeborene Kraft, die uns antreibt, unsere Potenziale zu entfalten und zu wachsen.

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Therapeutisches Basisverhalten

Empathie, unbedingte Wertschätzung und Kongruenz - die drei Säulen einer erfolgreichen therapeutischen Beziehung.

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Nicht wertendes Feedback

Nicht wertendes Feedback, das eine Person dazu ermutigt, ihr eigenes Erleben mit etwas Distanz zu betrachten und zu reflektieren.

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Zusammenfassen

Zusammenfassen des Gehörten, Hervorheben von Wichtigem und Nachfragen zum Verständnis.

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Konkretisieren

Nachfragen nach konkreten Gefühlen, Situationen und Verhaltensweisen. Dient zur Klärung allgemeiner Aussagen und zur Festlegung konkreter Beratungsziele.

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Perspektivwechsel anbieten

Vorschlagen alternativer Perspektiven. Ermöglicht es, sich in die Lage anderer Personen zu versetzen und Ängste oder Befürchtungen in einem gedanklichen Rollenspiel zu erproben.

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System

Besteht aus mehreren Elementen, deren Beziehungen zueinander das System ausmachen. Mehr als die Summe seiner Teile.

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Systemische Beratung

Das Verhalten eines Individuums wird durch sein Beziehungssystem und den Kontext beeinflusst.

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Radikaler Konstruktivismus

Die Vorstellung, dass es keine objektive Realität gibt, sondern nur individuelle Konstrukte.

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Sozialer Konstruktivismus

Die soziale Wirklichkeit wird durch die gemeinsame Konstruktion von Bedeutungen in sozialen Prozessen geschaffen.

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Umsetzung

Die Bemühungen, die Differenz zwischen dem gewünschten Zustand (Soll) und der aktuellen Situation (Ist) zu verringern, indem man Maßnahmen zur Verbesserung oder Lösung des Problems einsetzt.

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Evaluation

Die Phase, in der bewertet wird, inwieweit die getroffenen Maßnahmen zur Verbesserung oder Lösung des Problems beigetragen haben.

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Anfangsphase

Die erste Phase in einem Beratungsgespräch, die den Aufbau einer Vertrauensbasis, die Klärung der Erwartungen, die Definition von Zielen und Problemen beinhaltet.

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Mittelphase

Die Phase, in der die Situation neu bewertet wird, neue Perspektiven erarbeitet und Strategien entwickelt werden, um das Problem zu lösen.

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Endphase

Die letzte Phase, in der konkrete Umsetzungsschritte geplant werden und Strategien zur Umsetzung festgelegt werden.

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Kommunikation als Auslöser

Der Prozess der Kommunikation ist ein wesentlicher Auslöser für Beratungssituationen, da in vielen Fällen Probleme in der Kommunikation entstehen.

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Kommunikation als Medium

Die Kommunikation ist das Medium, durch das die Beratung stattfindet. Sie ermöglicht den Austausch von Informationen, Ideen und Emotionen zwischen Berater und Ratsuchendem.

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Kultur- und mehrsprachigkeitssensibler Umgang

Der Umgang mit Klienten aus verschiedenen kulturellen und sprachlichen Hintergründen erfordert besondere Sensibilität und Anpassungsfähigkeit.

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Kybernetik 1. Ordnung

In der Kybernetik wird davon ausgegangen, dass Systeme nicht linear, sondern durch zirkuläre Rückkopplungsprozesse beeinflusst werden. Das bedeutet, dass Ursache und Wirkung einander beeinflussen und es keine eindeutige Trennung gibt.

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Kybernetik 2. Ordnung

Die Kybernetik 2. Ordnung betrachtet zusätzlich zur Wechselwirkung zwischen Individuum und System auch die Rolle des Beobachters/Beraters. Der Berater wird selbst zu einem Teil des Systems und beeinflusst die Dynamik.

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Zirkularität in der Kommunikation

Die zirkuläre Sichtweise besagt, dass in interpersonalen Beziehungen keine einfachen Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge bestehen. Jedes Verhalten ist Teil eines wechselseitigen Rückkopplungsprozesses. Der Zeitpunkt der „Interpunktion“ in diesem Prozess beeinflusst die Wahrnehmung.

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Wertschätzende Haltung

Eine wertschätzende Haltung in der Beratung ist durch bedingungslose Akzeptanz, Offenheit und die Suche nach dem Sinn im Verhalten des Klienten gekennzeichnet.

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Neutralität in der Beratung

Die Neutralität in der Beratung bedeutet, dass der Berater die Werte, Ideen und Lebensentwürfe des Klienten nicht bewertet. Er schaltet seine eigenen Wertvorstellungen bewusst aus und nimmt die Rolle eines Beobachters ein.

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Allparteilichkeit in der Beratung

Allparteilichkeit in der Beratung bedeutet, dass der Berater alle Beteiligten eines Systems gleichermaßen im Blick hat und jede Perspektive einnehmen kann. Er berücksichtigt die Interessen aller involvierten Personen.

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Respekt vor Personen, Respektlosigkeit gegenüber Ideen

In der Beratung wird Respekt gegenüber den Personen des Klienten und seiner Umgebung vorausgesetzt. Gleichzeitig dürfen die Ideen und Konstrukte des Klienten hinterfragt werden, wenn diese nicht mehr hilfreich erscheinen.

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Transparenz und Offenheit

Transparenz und Offenheit in der Beratung bedeutet, dass die Rollen und Vorgehensweise klar definiert sind. Der Klient soll wissen, was geschieht und wie die Beratung abläuft, um seine eigenen Ziele zu erreichen.

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Verschlimmerungsfragen

Fragen, die den Fokus auf die Verschlimmerung des Problems legen, indem sie den Beitrag der ratsuchenden Person untersuchen. Sie ermutigen zur Reflexion der eigenen Beteiligung am Problem, ohne direkte Verhaltensaufforderungen.

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Spannungsfeld Lehrer/Eltern

Lehrerinnen und Lehrer stehen im Spannungsfeld zwischen ihrem Fachwissen und den Herausforderungen der Gesprächsführung mit Eltern. Sie haben häufig mangelnde Erfahrung in der Beratung von Eltern.

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Möglichkeitsfragen

Fragen, die helfen, Situationen zu konstruieren, in denen das Problem bereits gelöst wäre. Man stellt sich vor, wie die Welt aussehen würde, wenn das Problem nicht mehr existieren würde.

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WIE? -Fragen

Diese Fragen zielen darauf ab, wie Eltern (oder andere Ratsuchende) das Problem noch schlimmer machen könnten, indem sie ihre aktuellen Verhaltensweisen verstärken.

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Eltern-Angst

Eltern sehen die Lehrkraft möglicherweise als Teil des Problems und befürchten, dass diese unfaire Behandlung ihres Kindes befürwortet. Sie sind oft ängstlich.

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Zeitlicher Rahmen

Lehrkräfte haben oft begrenzte Zeit und Ressourcen, um sich umfassend um die Bedürfnisse von Eltern und Kindern zu kümmern.

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Ausnahme-Fragen

Fragen, die die Ratsuchende herausfordern, ihre Rolle im Problem zu analysieren und sich nach Ausnahmen zu fragen, in denen das Problem nicht auftritt.

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Problemorientierte Fragen

Fragen, die die Ratsuchende nach ihren eigenen Gedanken und Verhaltensweisen fragen, die zum Entstehen des Problems beitragen könnten.

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Study Notes

Einführung in die sonderpädagogische Beratung

  • Beratung beschreibt ein Gespräch zwischen einer ratsuchenden und einer beratenden Person.
  • Sie befasst sich mit Konflikten und Bewältigungsfragen.
  • Beratung basiert auf einem interdisziplinären Wissenschaftsverständnis.
  • Sie kann verschiedene Aktivitäten umfassen, wie Einzeltherapie, Beratung, Sozialfürsorge, Sozialpädagogik oder Pädagogik.
  • Beratungsthemen umfassen Erziehung, Bildung, Sozial- und Gemeindewesen, Arbeit und Beruf, Wohnen und Freizeit, Gesundheit und Wohlbefinden, Pflege und Rehabilitation, Ökonomie und Politik sowie Recht.
  • Die Zielgruppe umfasst Einzelpersonen, Gruppen und Organisationen.
  • Beratung ist eine übergreifende Wissenschaft.

Gesprächs- und Beratungsformate

  • Ziele der Beratung (Deutsche Gesellschaft für Beratung):
    • Definition erreichbarer Ziele
    • Entwicklung von Handlungsplänen
    • Berücksichtigung von Bedürfnissen, Interessen und Fähigkeiten
    • Identifikation und Nutzung von Ressourcen
    • Unterstützung beim Umgang mit nicht auflösbaren Belastungen
  • Kennzeichen von Beratung:
    • Vorbereitung einer Entscheidungshilfe
    • Förderung des Selbsthilfepotentials
    • Kooperation
    • Zuhören
    • Freiwillige Teilnahme (meistens)
    • Subjekt-, Aufgaben- und Kontextgebundenheit
    • Klare Zielvereinbarung
    • Geschütztes Vertrauensverhältnis
  • Gesprächsformate:
    • Information: Vermittlung von Kenntnissen, um entweder Fragen zu beantworten oder die Wissensbestände zu erweitern.
    • Anleitung: Sprachlich-praktisch angeleiteter Lernprozess, der auf lebenspraktische Umsetzung von Kenntnissen abzielt.
    • Beratung: Unterstützung der individuellen Urteilsbildung, Förderung der Selbsthilfe.
  • Konsultation: Fachperson konsultiert eine andere Fachperson für ein konkretes Thema.
  • Fachliche Unterstützung: Einholen von Fachwissen von anderen Experten.
  • Moderation: Lenkung eines Austauschs zwischen Personen, die von einer Person geführt wird.

Multiaxiales Modell der Beratung

  • 4 Dimensionen:
    • Zeitachse (Kurz/Läng)
    • Zugänge (Kommstruktur/Gehstruktur)
    • Handlungsgrundlage (Regelwissen/Fallverstehen)
    • Beziehungsachse (Nähe/Distanz)

Beratungsformate

  • Formelle/institutionelle Beratung:
    • Beratungsstellen mit öffentlichem Bekanntheitsgrad
    • Bewusstheit/Freiwilligkeit
    • Hauptberufliche BeraterInnen
    • Klare Rahmenbedingungen (standardisiert)
  • Halbformale/halbformalisierte Beratung:
    • Beratungen innerhalb Gesundheits- und Bildungswesens (z.B. Mediziner, Lehrkräfte)
  • Informelle Beratung:
    • Alltägliche Interaktion (Familie, Freunde)
    • Informell, unverbindlich, spontan
    • Seelische Entlastung

Kommunikation

  • Phasen des Problemlösungsprozesses (Kaminsky):
    • Problemdefinition (Ist-Zustand)
    • Zieldefinition (Soll-Zustand)
    • Umsetzung
    • Evaluation

Phasenmodell der Beratung (Culley)

  • Anfangsphase: Beziehungsaufbau, Klärung der Erwartungen, Problemdefinition
  • Mittelphase: Neubewertung, Strategieentwicklung
  • Endphase: Umsetzungsplanung, Umsetzung

Kommunikation und Beratung

  • Jeder Kommunikation hat einen Inhalts- und Beziehungsaspekt.
  • Jede Kommunikation ist aus der Perspektive der Kommunikationspartner unterschiedlich interpretierbar.
  • Menschliche Kommunikation verwendet analoge und digitale Modalitäten.
  • Jede Kommunikation ist entweder symmetrisch oder komplementär. (Gleichheit/Ungleichheit)
  • Vier Seiten einer Nachricht (Schulz von Thun): Sachebene, Selbstkundgabe, Appell, Beziehungsseite

Kongruente vs. inkongruente Kommunikation

  • Kongruente Kommunikation: Alle Ebenen einer Kommunikation stimmen überein.
  • Inkongruente Kommunikation: Diskrepanz zwischen den Ebenen einer Kommunikation.

Sonderpädagogische Beratung

  • Beratungs-Anlässe oft mit Ängsten verbunden.
  • Gespräche finden oft als Prozesse statt.
  • Große Wissensdifferenzen über Systeme (Schul-, Gesundheits-, Sozialsystem) sind wichtig.
  • Entscheidungen über Werdegänge sind wichtig.
  • Kongruente, wertfreie Kommunikation ist wesentlich.

Kultur- und mehrsprachigkeitssensibler Umgang mit Ratsuchenden

  • Angemessene Sprache, offene Körperhaltung, Interesse zeigen und Anerkennung aussprechen.
  • Sprache anhand von Bedürfnissen anpassen.

Systemische Beratung

  • Beratung als Prozess mit mehreren Elementen und Relationen.
  • Homöostase als Zielzustand.
  • Systemstrukturen und Regeln bestimmen Mitgliederverhalten.
  • Veränderungen nicht am Individuum, sondern am System.

Kybernetik

  • Zirkuläres Denken (Ursache-Wirkung nicht linear, sondern wechselseitig).
  • Kybernetik der 1. Ordnung: Betrachtung des Individuums.
  • Kybernetik der 2. Ordnung: Erweiterung um die beobachtende/beratende Person.

Haltung

  • Wertschätzung, bedingungslose Akzeptanz, Vorurteilsfreiheit, Interesse am Gegenüber.

Beziehung als zentrales Mittel

  • Ziel der Beratung: Wachstum des Individuums, nicht das Problem.
  • Individuum verfügt über ungeahnte Möglichkeiten.
  • Empathie: Fähigkeit, Erlebnisse und Gefühle der Person zu erfassen.
  • Aktives Zuhören.
  • Schon das Verstehen helfen, Selbstverständnis zu fördern.
  • Unbedingte Wertschätzung (ohne Urteile).
  • Begegnen mit tiefer und echter Zuwendung.

Interventionstechniken

  • Spiegeln (Verstandenes der Person mitteilen).
  • Nicht-wertendes Feedback.
  • Konfrontieren (Aufdecken von Widersprüchen).
  • Zusammenfassen.

Konfliktfelder

  • Lehrkräfte als semiprofessionelle Berater.
  • Weng Wissen über Gesprächsführung.
  • Überforderung von Eltern durch Lösungsvorschläge.

Ängste auf Seiten von Lehrkräften und Eltern

  • Leistungsangst, Autoritätsängste, Helferängste, Kompetenzängste, Konfliktangst
  • Ängste vor Vorwürfen und Entwertungen
  • Rolle, Erwartungen, usw.

Systemische Basismethoden

  • Strukturelle und strategische Methoden.
  • Symbolisch-metaphorische Methoden.
  • Systemische Fragen (zirkulär, lösungsorientiert).
  • Narrative und dialogische Methoden.

Hypothesenbildung und Reframing

  • Hypothesen der Systemmitglieder über das Problem und seine Funktion sammeln
  • Reframing: positive Umdeutung von Problemen

Zirkuläre Fragen

  • Einbezug aller Personen.
  • Perspektivwechsel ermöglichen

Verflüssigungs- und Externalisierungsfragen

  • Starre Zuschreibungen auflösen.
  • Andere Konstruktionen ermöglichen.

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