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Questions and Answers

Unter welchen Bedingungen kann die Kommunikation von Zuneigung und Komplimenten nicht zu erhöhter Sympathie führen?

  • Wenn die Person, die die Komplimente erhält, ein hohes Selbstwertgefühl besitzt.
  • Wenn die Ähnlichkeit zwischen den Personen in Bezug auf Persönlichkeitsmerkmale gering ist.
  • Wenn die bewertende Person in ihrem Mögen nicht differenziert und jeden Fremden mag. (correct)
  • Wenn die Komplimente aufrichtig gemeint sind und nicht von eigennützigen Motiven geleitet werden.

Welche Schlussfolgerung lässt sich aus der Studie von Drachman, DeCarufel & Insko (1978) ziehen, wenn die Versuchspersonen eine ausschließlich positive Bewertung erhielten?

  • Ausschließlich positive Bewertungen führten zu der höchsten Sympathie, selbst wenn die Komplimente unzutreffend waren. (correct)
  • Ausschließlich positive Bewertungen führten zu einer geringeren Sympathie, besonders wenn die Abhängigkeit von der Versuchsperson hoch war.
  • Ausschließlich positive Bewertungen hatten keinen signifikanten Einfluss auf die Sympathie der Versuchspersonen.
  • Ausschließlich positive Bewertungen führten nur dann zu Sympathie, wenn sie genau zutreffend waren.

Welcher Mechanismus erklärt am wahrscheinlichsten, warum die Kommunikation von Zuneigung und Wertschätzung die Sympathie erhöht?

  • Sie aktiviert das Bedürfnis nach sozialem Vergleich und Wettbewerb.
  • Sie führt zu einer Reduzierung des kognitiven Dissonanz bei der bewertenden Person.
  • Sie führt zu einer Erhöhung des Selbstwertgefühls und wirkt als positive Verstärkung. (correct)
  • Sie verstärkt das Gefühl der Reziprozität, was zu einer Verpflichtung führt, die Zuneigung zu erwidern.

Inwiefern spielt das Kovariationsprinzip (Kelley) eine Rolle bei der Interpretation von Komplimenten und Zuneigung?

<p>Es hilft zu beurteilen, ob die Zuneigung auf die eigene Person oder auf allgemeine Freundlichkeit zurückzuführen ist. (B)</p> Signup and view all the answers

Die Studie von Burgess & Wallin (1953) ergab, dass verlobte/verheiratete Paare sich in 66 von 88 Merkmalen ähnlicher sind als zwei zufällig ausgewählte Personen. Welche Implikation hat diese Festellung für das Verständnis zwischenmenschlicher Anziehung?

<p>Ähnlichkeit in verschiedenen Merkmalen, insbesondere in soziodemografischen Variablen, spielt eine wichtige Rolle bei der Anziehung. (B)</p> Signup and view all the answers

Welche der folgenden Aussagen beschreibt am besten das Vergleichsniveau im Kontext der Austauschtheorie nach Thibaut und Kelley?

<p>Die minimalen Standards für das Ergebnis einer Beziehung, die eine Person als akzeptabel betrachtet. (D)</p> Signup and view all the answers

Im Investitionsmodell von Rusbult werden Investitionen in Beziehungen berücksichtigt. Welches der folgenden Beispiele stellt am ehesten eine immaterielle Investition dar?

<p>Der emotionale Beistand und die Unterstützung, die man dem Partner über die Jahre gegeben hat. (A)</p> Signup and view all the answers

Die Equity-Theorie besagt, dass eine Beziehung als ausgewogen wahrgenommen wird, wenn ein bestimmtes Verhältnis gegeben ist. Welches Verhältnis beschreibt am besten die Equity-Theorie (Walster, Walster & Berscheid, 1978)?

<p>Das Verhältnis von Ergebnis (Outcome) zu Einsatz (Input) muss für beide Partner gleich sein. (A)</p> Signup and view all the answers

Die Selbstdiskrepanztheorie (Higgins, 1987) unterscheidet zwischen verschiedenen Selbstbildern. Welche der folgenden Diskrepanzen führt laut dieser Theorie hauptsächlich zu Gefühlen von Niedergeschlagenheit und Unzufriedenheit?

<p>Diskrepanz zwischen dem tatsächlichen Selbst und dem Ideal-Selbst. (A)</p> Signup and view all the answers

Unter welchen Umständen ist es am wahrscheinlichsten, dass Menschen in destruktiven Beziehungen bleiben, obwohl sie unzufrieden sind und es bessere Alternativen gibt?

<p>Wenn sie hohe materielle Investitionen in die Beziehung getätigt haben und die wirtschaftlichen Alternativen schlecht sind. (B)</p> Signup and view all the answers

Welche Aussage beschreibt am besten, wie soziale Psychologie das Verhalten von Individuen in sozialen Kontexten erklärt?

<p>Sozialpsychologie untersucht, wie soziale Situationen das Denken, Fühlen und Verhalten von Individuen beeinflussen, und wie Individuen soziale Veränderungen bewirken können. (D)</p> Signup and view all the answers

Warum ist es in der Sozialpsychologie wichtig, Phänomene wissenschaftlich zu untersuchen, anstatt sich auf nachträgliche Erklärungen zu verlassen?

<p>Wissenschaftliche Untersuchungen ermöglichen die Vorhersage und Überprüfung von Hypothesen und fördern ein tieferes Verständnis sozialer Phänomene, während nachträgliche Erklärungen spekulativ sind. (C)</p> Signup and view all the answers

Welchen Vorteil bieten experimentelle Untersuchungsdesigns gegenüber korrelativen Designs in der sozialpsychologischen Forschung?

<p>Experimentelle Designs ermöglichen es, Kausalzusammenhänge zwischen Variablen herzustellen, während korrelative Designs lediglich Zusammenhänge aufzeigen. (A)</p> Signup and view all the answers

Welches der folgenden Szenarien stellt eine Situation dar, in der ein sozialpsychologisches Experiment durchgeführt werden könnte, um den Einfluss von Gruppendruck auf die Entscheidungsfindung zu untersuchen?

<p>Eine experimentelle Studie, in der Teilnehmer unterschiedlichem Gruppendruck ausgesetzt werden, während sie eine Aufgabe lösen, um zu sehen, ob sich ihre Entscheidungen ändern. (C)</p> Signup and view all the answers

Warum ist die Berücksichtigung der zeitlichen Abfolge von Ereignissen entscheidend, um Kausalität festzustellen?

<p>Um sicherzustellen, dass die vermeintliche Ursache zeitlich vor der Wirkung eintritt, ist die zeitliche Abfolge beider Variablen wichtig. Andernfalls ist die Schlussfolgerung einer Kausalbeziehung unzulässig. (A)</p> Signup and view all the answers

Eine Studie findet eine starke Korrelation zwischen dem Konsum von zuckerhaltigen Getränken und aggressivem Verhalten bei Jugendlichen. Welche Schlussfolgerung kann nicht auf Basis dieser Information gezogen werden?

<p>Der Konsum von zuckerhaltigen Getränken verursacht aggressives Verhalten. (D)</p> Signup and view all the answers

Welche der folgenden Forschungsmethoden eignet sich am besten, um detaillierte Einblicke in die Ãœberzeugungen, Werte und Verhaltensweisen einer bestimmten kulturellen Gruppe zu gewinnen?

<p>Eine ethnografische Studie (A)</p> Signup and view all the answers

Warum ist es wichtig, bei der Interpretation von Forschungsergebnissen in der Sozialpsychologie systematische Reviews und Meta-Analysen durchzuführen?

<p>Um die Ergebnisse verschiedener Studien systematisch zu integrieren und zu bewerten, wodurch die Aussagekraft und Generalisierbarkeit der Forschungsergebnisse erhöht werden. (A)</p> Signup and view all the answers

Welche der folgenden Aussagen beschreibt am besten den Begriff 'Sandbagging' im Kontext von Leistungssituationen?

<p>Das bewusste Herunterspielen der eigenen Fähigkeiten vor einer Leistungssituation, um die Erwartungen anderer zu senken. (B)</p> Signup and view all the answers

Die Selbstkonsistenztheorie stellt eine alternative Sichtweise zur Motivation dar. Welcher der folgenden Aspekte ist laut dieser Theorie zentral für menschliches Verhalten?

<p>Das Bestreben, das eigene Selbstbild zu bestätigen, selbst wenn dieses negativ ist. (D)</p> Signup and view all the answers

Welchen Einfluss hat ein hoher Elaborationsgrad des Selbstschemas/Selbstkonzeptbereichs (Umfang & Komplexität des Selbstwissens) auf die Motivation gemäß alternativer theoretischer Annahme?

<p>Ermöglicht eine realistischere Selbsteinschätzung und fördert Selbstkonsistenz. (B)</p> Signup and view all the answers

Was unterscheidet die objektive Selbstaufmerksamkeit (OSA) laut Duval & Wicklund (1972) von der subjektiven Selbstaufmerksamkeit?

<p>Bei OSA ist das Selbst das Objekt der eigenen Aufmerksamkeit, während bei subjektiver Selbstaufmerksamkeit die Aufmerksamkeit auf die Umwelt gerichtet ist. (A)</p> Signup and view all the answers

Welche der folgenden Aussagen beschreibt einen direkten Effekt der objektivierten Selbstaufmerksamkeit (OSA) im Sinne der Theorie von Duval & Wicklund am wenigsten?

<p>Die OSA erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass man sich konform zu sozialen Normen verhält. (C)</p> Signup and view all the answers

Inwiefern beeinflusst die objektivierte Selbstaufmerksamkeit (OSA) die Reaktion einer Person auf Diskrepanzen zwischen ihrem realen und idealen Selbst?

<p>OSA kann sowohl zu Verhaltensanpassung als auch zu Defensivreaktionen führen, abhängig von der Erfolgserwartung bezüglich der Reduktion der Diskrepanz. (C)</p> Signup and view all the answers

Welche Strategie würden Personen mit geringer Erfolgserwartung bzgl. der Verringerung einer aversiven Selbst-Standard-Diskrepanz eher wählen, wenn sie sich in einem Zustand objektiver Selbstaufmerksamkeit (OSA) befinden?

<p>Das Leugnen ihrer Verantwortung für die Diskrepanz oder eine Veränderung ihrer Ideale. (D)</p> Signup and view all the answers

Wie beeinflusst die interindividuell unterschiedlich ausgeprägte Disposition zur objektiven Selbstaufmerksamkeit (trait self-consciousness) das Verhalten einer Person generell?

<p>Personen mit hoher Ausprägung zeigen eine erhöhte Sensibilität für ihre eigenen Einstellungen, Affekte und Reaktionen in verschiedenen Situationen. (A)</p> Signup and view all the answers

Welche der folgenden Aussagen beschreibt am besten die Rolle von Schemata bei kognitiven Verarbeitungsprozessen?

<p>Schemata sind zusammenfassende kognitive Strukturen, die Erwartungen bilden und somit kognitive Verarbeitungsprozesse beeinflussen. (A)</p> Signup and view all the answers

Welche der folgenden Situationen veranschaulicht am besten den Konjunktionsfehler im Zusammenhang mit der Repräsentativitätsheuristik?

<p>Die Wahrscheinlichkeit einer Person höher einzuschätzen, dass sie sowohl Tennis spielt als auch politisch aktiv ist, als die Wahrscheinlichkeit, dass sie nur Tennis spielt, obwohl die erste Option eine spezifischere (und daher unwahrscheinlichere) Kombination ist. (B)</p> Signup and view all the answers

Wie beeinflusst die Verfügbarkeitsheuristik die Risikoeinschätzung von Menschen, und welches Beispiel verdeutlicht dies am besten?

<p>Sie bewirkt, dass Menschen Risiken danach einschätzen, wie leicht ihnen Beispiele dafür in den Sinn kommen, wie z.B. die Überschätzung des Risikos eines Flugzeugabsturzes nach dem Sehen von Nachrichten darüber. (C)</p> Signup and view all the answers

Inwiefern steht der Ansatz des 'kognitiven Geizhalses' im Widerspruch zu traditionellen Modellen rationaler Entscheidungsfindung?

<p>Der Ansatz des 'kognitiven Geizhalses' betont die Nutzung begrenzter kognitiver Ressourcen durch Vereinfachung von Entscheidungsprozessen, während rationale Modelle eine umfassende Analyse aller Informationen annehmen. (D)</p> Signup and view all the answers

Wie beeinflusst die Vernachlässigung der Basisrate unsere Urteile und Entscheidungen in Bezug auf Wahrscheinlichkeiten?

<p>Sie führt dazu, dass wir seltene Ereignisse überbewerten, weil wir uns stärker auf spezifische Details als auf die allgemeine Häufigkeit konzentrieren. (B)</p> Signup and view all the answers

Welche Implikationen hat die Erkenntnis, dass Menschen eher absolute Häufigkeiten als Prozentwerte berücksichtigen, für die Gestaltung von Risikokommunikation?

<p>Risikokommunikation sollte sowohl Prozentwerte als auch absolute Häufigkeiten verwenden, um eine klarere und verständlichere Darstellung von Risiken zu gewährleisten. (C)</p> Signup and view all the answers

Wie unterscheidet sich die 'psychologische' Betrachtungsweise einer Aufgabe von einer 'statistischen' in Bezug auf Urteilsheuristiken?

<p>In der psychologischen Betrachtungsweise konzentriert man sich auf persönliche Erfahrungen und intuitive Einschätzungen, während die statistische Betrachtungsweise auf objektiven Daten und Wahrscheinlichkeitsrechnung basiert. (B)</p> Signup and view all the answers

Welche der folgenden Strategien wäre am effektivsten, um den Einfluss von Urteilsheuristiken auf Fehlentscheidungen im Alltag zu reduzieren?

<p>Das bewusste Hinterfragen eigener intuitiver Urteile und das Berücksichtigen von Basisraten sowie das Einholen verschiedener Perspektiven. (C)</p> Signup and view all the answers

Welche der folgenden Faktoren beeinflusst nicht die Stärke des Zusammenhangs zwischen Einstellung und Verhalten gemäß dem Korrespondenzprinzip?

<p>Die Anzahl der Personen, die die gleiche Einstellung teilen. (A)</p> Signup and view all the answers

Welche Aussage beschreibt am besten die Rolle von Moderatorvariablen im Kontext des Einstellung-Verhaltens-Zusammenhangs?

<p>Moderatorvariablen verändern die Stärke oder Richtung des Zusammenhangs zwischen Einstellung und Verhalten. (B)</p> Signup and view all the answers

Gemäß dem MODE-Modell von Fazio, welche Kombination von Motivation und Gelegenheit führt am ehesten zu einem intentionalen, überlegten Entscheidungsprozess bezüglich eines Verhaltens?

<p>Sowohl hohe Motivation als auch hohe Gelegenheit. (D)</p> Signup and view all the answers

Welche der folgenden individuellen Unterschiede würde am wenigsten dazu beitragen, dass eine Person ein hohes Maß an Übereinstimmung zwischen ihren Einstellungen und ihrem Verhalten zeigt?

<p>Ein starkes Bedürfnis nach sozialer Anerkennung. (A)</p> Signup and view all the answers

In welcher Situation sind soziale Normen am wahrscheinlichsten ein starker Prädiktor für Verhalten im Vergleich zu persönlichen Einstellungen?

<p>Wenn das Verhalten öffentlich beobachtbar ist und soziale Konsequenzen hat. (D)</p> Signup and view all the answers

Wie beeinflusst die Existenz alternativer Verhaltensangebote den Zusammenhang zwischen Einstellung und Verhalten?

<p>Alternative Verhaltensangebote können den Zusammenhang zwischen Einstellung und Verhalten abschwächen, da sie zusätzliche Wahlmöglichkeiten bieten. (A)</p> Signup and view all the answers

Welche der folgenden Aussagen über den Unterschied zwischen der Theorie des überlegten Handelns und der Theorie des geplanten Verhaltens ist zutreffend?

<p>Die Theorie des überlegten Handelns berücksichtigt im Gegensatz zur Theorie des geplanten Verhaltens die wahrgenommene Verhaltenskontrolle. (B)</p> Signup and view all the answers

In welchem Szenario wäre der Einfluss impliziter Einstellungen auf das Verhalten im Vergleich zu expliziten Einstellungen wahrscheinlich stärker?

<p>In einer Situation, die spontane, intuitive Reaktionen erfordert und wenig Raum für bewusste Reflexion lässt. (B)</p> Signup and view all the answers

Flashcards

Sozialpsychologie

Der Bereich der Psychologie, der soziale Aspekte des Denkens, Fühlens und Verhaltens von Individuen untersucht.

Sozialpsychologie als Wissenschaft

Die systematische wissenschaftliche Untersuchung sozialer Phänomene, um Vorhersagen zu treffen und Theorien zu überprüfen.

Forschungsmethoden in der Sozialpsychologie

Systematische Beobachtung, Korrelationsstudien und Experimente sind Beispiele für diese.

Deskriptive Designs

Beschreibende Studien wie Fallstudien oder Beobachtungen.

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Korrelative Methode

Untersuchungen, die Zusammenhänge zwischen Variablen messen, jedoch keine Kausalität beweisen.

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Korrelation ≠ Kausalität

Der Fehler, aus einer Korrelation eine Ursache-Wirkungs-Beziehung abzuleiten.

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Bedingungen für Kausalität

Kovariation, zeitliche Abfolge und Ausschluss von Alternativerklärungen.

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Umfrageforschung (Surveys)

Umfragen zur Erhebung von Daten von einer Stichprobe der Bevölkerung.

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Urteils- & Entscheidungsheuristiken

Vereinfachende mentale Regeln für schnelle Urteile.

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Schemata

Kognitive Strukturen, die Erwartungen formen.

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Urteilsheuristiken

Einfache Regeln, um verfügbare Infos zur Urteilsfindung zu nutzen.

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Repräsentativitätsheuristik

Urteil basiert darauf, wie typisch ein Fall für eine Kategorie ist.

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Basisrate Vernachlässigung

Vernachlässigung der tatsächlichen Häufigkeit.

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Konjunktionsfehler

Annahme, dass Kombinationen wahrscheinlicher sind als Einzelereignisse.

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Verfügbarkeitsheuristik

Leichter Abruf beeinflusst Urteil.

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Leichtigkeit der Abrufbarkeit

Wie leicht Infos abrufbar sind, beeinflusst Urteile.

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Korrespondenzprinzip (Spezifität)

Das Ausmaß, in dem die Messung spezifisch für das Verhalten ist.

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Aggregationsprinzip

Die Zusammenfassung der Verhaltensweisen über verschiedene Situationen und Zeitpunkte hinweg, um zuverlässigere Messwerte zu erhalten.

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Moderatorvariable

Eine Variable, die die Stärke oder Richtung des Zusammenhangs zwischen zwei anderen Variablen beeinflusst.

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Starke, leicht zugängliche Einstellungen

Einstellungen, die leicht zugänglich sind, stark sind und Verhalten vorhersagen.

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MODE-Modell (Fazio, 1990)

Einstellungen beeinflussen Verhalten automatisch, wenn Motivation und Gelegenheit zur Reflexion gering sind.

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Theorie des geplanten Verhaltens

Bewusste und überlegte Verhaltensentscheidungen basierend auf Überzeugungen, Normen und Verhaltenskontrolle.

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Self-Monitoring

Tendenz, das eigene Verhalten an soziale Situationen anzupassen.

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Objektive Selbstaufmerksamkeit (Self-Awareness)

Das bewusste Richten der Aufmerksamkeit auf sich selbst und die eigenen Einstellungen.

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Gemocht-werden

Kommunikation von Zuneigung führt zu größerer Sympathie.

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Drachman Studie Ergebnis

In Drachmans Studie wurde festgestellt, dass ausschließlich positive Bewertungen am meisten mochte.

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Erklärung für 'Gemocht-werden'

Komplimente können das Selbstwertgefühl erhöhen und positive Verstärkung bieten.

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Grenzen des 'Gemocht-werdens'

Wenn die bewertende Person jeden mag, verliert das 'Gemocht-werden' an Bedeutung.

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Ähnlichkeiten

Ähnlichkeiten in verschiedenen Merkmalen führen zu größerer Anziehung.

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Sandbagging

Vor einer Leistungssituation die eigenen Fähigkeiten herunterspielen, um Erwartungen zu senken.

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Defensive Attribution

Das Herunterspielen der eigenen Leistung, um sich bei Misserfolg zu schützen oder Erfolg zu verstärken.

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Selbstkonsistenztheorie

Menschen suchen Bestätigung ihres Selbstbildes, auch wenn es negativ ist.

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Elaborationsgrad des Selbstschemas

Umfang und Komplexität des Wissens über sich selbst.

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Objektive Selbstaufmerksamkeit

Das Selbst ist Objekt der Aufmerksamkeit.

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Subjektive Selbstaufmerksamkeit

Die Aufmerksamkeit richtet sich auf die Umwelt.

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Trait Self-Consciousness

Disposition zur objektiven Selbstaufmerksamkeit.

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State Self-Awareness

Zustand der objektiven Selbstaufmerksamkeit, ausgelöst durch situative Reize.

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Austauschtheorie

Beziehungen basieren auf Kosten und Nutzen (soziale Belohnungen). Menschen wählen die Beziehung mit dem grössten Nutzen abzüglich der Kosten.

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Investitionsmodell

Ergänzt die Austauschtheorie. Zusätzlich zu Kosten/Nutzen spielen materielle (z.B. Kapital) und immaterielle (z.B. Zeit) Investitionen eine Rolle bei der Beziehungsentscheidung.

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Equity-Theorie

Eine Beziehung ist fair, wenn das Verhältnis von Ergebnis (Nutzen) und Einsatz (Kosten) für beide Partner gleich ist.

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Selbstdiskrepanztheorie

Vergleich des aktuellen Selbst mit Ideal-Selbst (Wunsch) und Soll-Selbst (Verpflichtung). Diskrepanzen mindern Selbstwertgefühl.

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Positive Beziehungsgestaltung

Bestätigung des Ideal-Selbst durch den Partner/die Partnerin.

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Study Notes

Soziale Kognition

  • Sozialpsychologie befasst sich mit sozialen Aspekten des Denkens, Fühlens & Verhaltens von Individuen.
  • Das Denken, Fühlen & Handeln einer Person wird z.B. durch Anweisungen & Drohungen, Gruppendruck, Normen & Diskurse in der Gesellschaft beeinflusst.
  • Handlungen einer Person können sozialen Einfluss auf andere ausüben & zu sozialem Wandel beitragen.
  • Phänomene werden systematisch wissenschaftlich untersucht, wobei "Erklärung" im Nachhinein ≠ Vorhersage + Ãœberprüfung ist.
  • Die Sozialpsychologie ist eine empirische Wissenschaft mit systematischer Beobachtung & Beschreibung von Phänomenen.
  • Sie führt systematische Untersuchungen von Zusammenhängen zur Vorhersage von Phänomenen durch.
  • Sie formuliert Theorien (Erklärungen) zu den Ursachen von Phänomenen und leitet überprüfbare Hypothesen aus Theorien ab.
  • Sozialpsychologie testet Hypothesen systematisch in empirischen Studien, zieht Schlussfolgerungen und integriert Ergebnisse empirischer Studien.

Forschungsmethoden

  • Das naive Wissenschaftsschema ist kein wissenschaftliches Vorgehen.
  • Es gibt systematische Beobachtungen von Phänomenen (deskriptive Untersuchungsdesigns).
  • Es werden systematische Untersuchungen von Zusammenhängen zur Vorhersage von Phänomenen durchgeführt (korrelative Untersuchungsdesigns).
  • Theorien (Erklärungen) zu den Ursachen von Phänomenen werden formuliert.
  • Es werden systematische Tests von Theorien (Erklärungen) in empirischen Studien durchgeführt (experimentelle Untersuchungsdesigns).
  • Integration der Ergebnisse empirischer Studien erfolgt systematisch (Forschungssynthese: systematische Ãœbersichtsarbeit, Meta-Analyse).

Deskriptive Designs

  • Fallstudien, Naturalistische Beobachtung, Ethnographie, Analyse archivarischer Daten, Inhaltsanalyse, Interviews, Fokusgruppen- Diskussionen, Umfragen

Korrelative Methode

  • Oft in Form von Umfrageforschung (Surveys)
  • Korrelation ≠ Kausalität: Wenn A & B korrelieren, gibt es drei Interpretationsmöglichkeiten.
    • A verursacht B
    • B verursacht A
    • C verursacht A & B
  • Bedingungen für Kausalität: Kovariation, zeitliche Aufeinanderfolge, Ausschluss anderer Ursachen.
  • Drittvariablenproblem: Variablen können aus praktischen oder ethischen Gründen nicht manipuliert werden.

Experimentelle Methode

  • Verwendung unabhängiger und abhängiger Variablen.
  • Zufallszuordnung zu experimentellen Bedingungen.
  • Mögliches Problem der Konfundierung.
  • Es wird zwischen Labor- und Feldexperimenten (vs. Umfrageexperiment) unterschieden.

Quasi-Experimentelle Untersuchungsdesigns

  • Keine Zufallszuordnung der Untersuchungsteilnehmer zu experimentellen Bedingungen.
  • Wichtig für anwendungsnahe Forschung in realen Kontexten.

Vor- & Nachteile verschiedener Forschungsstrategien

  • Umfragen: Zufallsstichprobe ermöglicht Verallgemeinerbarkeit auf Population, aber teuer, wenig Platz für Fragen, schwierig, kausale Folgerungen zu ziehen.
  • Gelegenheitsstichprobe: Weniger teuer, mehr Platz für Fragen, aber geringe Verallgemeinerbarkeit, schwierig, kausale Folgerungen zu ziehen.
  • Experimente (Labor): Hohe Kontrolle erlaubt kausale Folgerungen, aber Künstlichkeit von Manipulationen und Maßen, geringe Verallgemeinerbarkeit bei Gelegenheitsstichproben.
  • Experimente (Feld): Balance zwischen Kontrolle und Naturalismus, aber schwierig in der Durchführung, begrenzte Möglichkeiten für Manipulationen und Maße.
  • Innerhalb Umfrage: Hohe Kontrolle erlaubt Kausalschlüsse, hohe Generalisierbarkeit bei Zufallsstichprobe, aber nur Frageinhalte manipulierbar, wenig Platz für Fragen bei Zufallsstichprobe.
  • Ethnographie: Hoher Grad an Naturalismus, aber geringe Kontrolle = keine kausalen Folgerungen möglich, geringe Verallgemeinerbarkeit (Gelegenheitsstichprobe).
  • Inhaltsanalyse: Hoher Grad an Naturalismus, hohe Verallgemeinerbarkeit bei guter Stichprobenziehung, aber beschränkt auf geschriebene oder produzierte Inhalte, die nicht unbedingt Ãœberzeugungen entsprechen müssen.

Theoretische Erklärungen für Auswirkungen von Mediengewalt

  • Mediengewalt hat kurzfristige und langfristige Effekte.
  • Kurzfristige Effekte umfassen Anstieg der physiologischen Erregung und Wut.
  • Langfristige Effekte beinhalten Entwicklung aggressiver Wissensstrukturen, Enthemmung, emotionale Desensibilisierung
  • Untersucht durch Korrelationsstudien, Experimente, Meta-Analysen.

Wissenschaftsschema des Kritischen Rationalismus

  • Kreativer Entwurf konsistenter Theorien führt zu logischen Folgerungen, insbesondere Beobachtungssätzen.
  • Bestätigung durch bestätigte Folgerungen anhand von Beobachtungen oder Verwerfung falsifizierter Hypothesen.
  • Vorläufige Definition der Wirklichkeit durch akzeptierte Hypothesen-Mannigfaltigkeit.

Operationalisierung, Datenerhebung & Messung

  • Theorie definiert Begriffe und Aussagen über Zusammenhänge.
  • Operationalisierung übersetzt in empirisch untersuchbare Variablen.
    • Zwei Ebenen: hypothetische Konstrukte & empirische, beobachtbare Daten.
  • Datenerhebung & Messung
    • Explizite Befragung (Selbst-/Fremdbericht).
    • Indirekte Verfahren (Messung ohne Wissen der VPs).
    • Nicht-reaktive Verfahren (VPs wissen nichts von der Messung).
  • Qualitative vs. quantitative Erhebung.
  • Drei Gütekriterien: Objektivität, Reliabilität, Validität.

Messtechniken im Ãœberblick

  • Selbstbericht: Einfach, effizient, erfasst Einstellungen, aber anfällig für soziale Erwünschtheit.
  • Verdeckte Verhaltensbeobachtung: Naturalistisch, unabhängig von Studie, aber begrenzt auf Verhaltensweisen, anfällig für soziale Erwünschtheit bei Bewusstheit der VPs.
  • Physiologisch: Objektiv, kann emotionale Reaktionen beurteilen, aber nicht die Art; Ausrüstung beschränkt Forschung .
  • Implizit kognitiv: Einstellungsmessung ohne Bewusstsein der Teilnehmer*innen, aber Equipment schränkt Forschung ein.

Forschungsethik

  • Schutz vor Schädigung (Vermeidung von Nachteilen).
  • Respekt der Privatheit (Anonymität, Pseudonymisierung, Vertraulichkeit).
  • Informierte Einwilligungserklärung (informed consent).
  • Nachträgliche Aufklärung, v.a. bei Täuschung (VPs können Verwendung ihrer Daten ablehnen).
  • Rechtfertigung durch wissenschaftlichen Nutzen.
  • Bewertung kann sich ändern (z.B. Elektroschocks).

Erklärungsebenen in der Sozialen Interaktion

  • Intrapersonale Ebene: Analyse, wie Menschen ihr Erleben der sozialen Umwelt organisieren (innerhalb der Person selbst).
  • Interpersonale Ebene: Analyse interpersonaler Interaktion, ohne positionsbedingte Faktoren. Fokus auf Dynamiken zwischen zwei Personen in gegebener Situation (Situationsrolle).
  • Positionale Ebene: Analyse in bestimmten Situationen unter Berücksichtigung sozialer Positionen (Status, Identität) -> Gruppenmitgliedschaften als Teil der Theorie.
  • Ideologische Ebene: Analyse unter Berücksichtigung allgemeiner sozialer Ãœberzeugungen und Beziehungen zwischen Gruppen -> kulturelle Gruppenunterschiede.

Ansätze der sozialen Kognitionsforschung

  • Soziale Kognition (engerer Sinne): Intra- und interpersonale Ebene, enge Beziehungen zur kognitiven Psychologie, Experimentelle Methoden, Fokus auf interne mentale Konstrukte (insbesondere Kognition), Realismus, Informationsverarbeitung, individualistische Orientierung, Fokus auf kognitive Prozesse.
  • Soziale Identität: Positionale Ebene (Gruppen-), Theorie der sozialen Identität, soziale Wesen, kognitive Prozesse, soziale.
  • Soziale Repräsentationen/Diskursive Psychologie: Ideologische Ebene (kulturell), Theorie sozialer Repräsentationen, Fokus auf Gesellschaft, Ideologien und kulturelle Normen, Diskurs & Rhetorik, Konstrukte.

Grundkonzepte sozialer Kognition

  • Kognition: Jegliche mentale/geistige Aktivität, im Gegensatz zu Verhalten (mental = relating to, or executed or performed by the mind)
  • Affekt: Oberbegriff für (positive vs. negative) Präferenzen, Bewertungen, Stimmungen, Emotionen
  • Emotion: Komplexe Kombination von Affekten mit körperlichen Manifestationen, inkl. physiologischer Erregung Motivation: Beweggründe, die zu Handlungsbereitschaft führen; Streben mit Zielen
  • Einstellung: Disposition, auf ein Objekt positiv oder negativ zu reagieren, in Bezug auf kognitive, affektive und/oder Verhaltensreaktionen
  • Verhalten: physische Aktivität, die grundsätzlich von anderen beobachtbar ist; auch physiologische Aktivität
  • Handeln: freiwillige Verhaltensweisen, die intern verursacht werden

Soziale Identität (Tajfel & Turner, 1979)

  • Theorie der sozialen Identität mit Eigen- vs. Fremdgruppe
  • Kontinuum von interpersonalem bis zu Intergruppen-Verhalten
  • Menschen als soziale Wesen konzeptualisiert
  • Gruppenmitgliedschaften ermöglichen Erkenntnis darüber, wer man ist, was man glauben, wie man empfinden & wie man sich verhalten soll (Normen)
  • Kognitive Prozesse sind flexibel & kontextspezifisch
  • Betonung des Sozialen (v.a. der Gruppe) im Individuum
  • Komplexes Gefüge von Intergruppenbeziehungen in der Gesellschaft (z.B. gegenseitige Abhängigkeit, Gruppengröße, Status, Macht, Konkurrenz usw.)

Soziale Repräsentationen (SR; Moscovici, 1984)

  • Betont Einfluss von Gesellschaft, Ideologien & kulturellen Normen auf Wahrnehmung, Denken, Urteilen & Bewertung der sozialen Welt.
  • SR als Inhalt: Ãœberzeugungen, Werte, Bilder, Ideen, Theorien, die Gruppenmitglieder teilen, kommunizieren & diskutieren
  • Fokus darauf, wie Gruppenmitgliedschaft das individuelle Bewusstsein prägen.

Fünf Metaphern in der sozialen Kognitionsforschung

  1. Der soziale Denker als Konsistenzsucher
  2. Der soziale Denker als Laienwissenschaftler
  3. Der soziale Denker als kognitiver Geizhals
  4. Der soziale Denker als motivierter Taktiker
  5. Der soziale Denker als aktivierter Akteur

Der soziale Denker als Konsistenzsucher

  • Menschen streben nach Organisation ihrer Kognitionen (Einstellungen, Ãœberzeugungen etc.) ohne Widerspruch.
  • Kognitive Inkonsistenz ist mit innerer Spannung verbunden.
  • Motivation zur Ãœbereinstimmung von Kognitionen bzw. Kognitionen & Verhalten.
  • Die Balancetheorie (Heider, 1946, 1958) besagt, dass Beziehungen zwischen drei Elementen von Bedeutung sein können:
    • wahrnehmende Person selbst (P) -. andere Person (O) -. Gegenstand, Wert, Standpunkt (X)
  • Es gibt zwei Arten von Beziehungen: Liking/Non-Liking (L/-L) und Unit/Non-Unit (U/-U).
  • Strukturen sind ausbalanciert (harmonisch), wenn das Produkt der Vorzeichen positiv ist, sonst unangenehm → Ausbalancierung.
  • Balancierte Strukturen werden als angenehmer empfunden & sind stabiler; unvollständige werden ergänzt.
  • Vorhersagen der Theorie sind gut bestätigt, aber eingeschränkt auf zwei Ausprägungen für Beziehungsstärken & Qualitäten.

Dissonanztheorie (Festinger, 1957)

  • Dissonanz = Unvereinbarkeit kognitiver Elemente (Kenntnisse, Meinungen, Wissensinhalte).

  • Beziehungen zwischen Elementen können irrelevant, konsonant (harmonisch) oder dissonant (widersprüchlich) sein.

  • Dissonanz ist aversiv (unangenehm) & erzeugt Druck zur Reduktion.

  • Reduktion durch Addition, Subtraktion oder Ersetzen kognitiver Elemente.

  • Geändert wird das kognitive Element mit dem geringsten Änderungswiderstand.

  • Prinzipien: Einfachheit & Effizienz.

  • Dissonanzreduktion ist besonders häufig Nach Entscheidungen (post-decisional dissonance) und „Spreading apart of alternatives"-Effekt.

  • Bei selektiver Suche nach Informationen werden konsonante Informationen addiert, was zu Bestätigungsfehlern (confirmation bias) führt, insbesondere unter Zeitdruck, einem Uberangebot an Informationen, die die Information von Expert*innen dargeboten wird die Information sequentiell dargeboten wirdoder die Entscheidung irreversibel ist.

  • Bei forcierter/induzierter Einwilligung (Forced/induced compliance), bei Anreizen für diskrepantes Verhalten:

  • Dissonanz umso höher (& damit Einstellungsänderung umso stärker), je

    • mehr Entscheidungsfreiheit eine Person für ihr Verhalten wahrnimmt,
    • höher der Grad der Selbstverpflichtung,
    • höher die aversiven Konsequenzen des Verhaltens für sie selbst &/oder andere sind,
    • geringer die (externe) Rechtfertigung für dieses Verhalten ist
  • Effort justification effect (Rechtfertigung des Aufwands) bei freiwilligem Engagement , z.B. Klinische Psychologie.

  • DieAnwendungsgebiete sind Arbeits- & Organisationspsychologie,Markt- & Werbepsychologie, Low-ball techniquePolitische Psychologie,Gesundheitsförderung / Verhaltensänderung Umweltpsychologie.

Kritik am Bild des sozialen Denkers

  • Der Wunsch nach Konsistenz ist eine kulturelle Konstruktion.
  • Diskursive Psychologie: Menschen sind toleranter gegenüber Inkonsistenzen.
  • Kulturelle Unterschiede in Reduktion von Nachentscheidungsdissonanz & Wirksamkeit der Foot-in-the-Door-Technik.
  • Interindividuelle Unterschiede in Präferenz für Konsistenz.

Der soziale Denker als Laienwissenschaftler (Heider, 1958)

  • Menschen haben Bedürfnis, Ursachen für Verhalten zu ergründen, um Umwelt zu verstehen & vorherzusagen.
  • Vorwiegend Suche nach stabilen Entitäten der Umwelt (z.B. Persönlichkeitseigenschaften, Fähigkeiten). Wichtiger Unterschied zwischen internalen (dispositionalen) & externalen (situationalen) Attributionen.
  • Klassische Attributionstheorien: Theorie der korrespondierenden Inferenz (Attribution auf Disposition; einmalige Beobachtung), Kovariationsmodell (Attribution auf handelnde Person oder Umstände).
  • Kovariationsmodell (KELLEY, 1967, 1973) geht davon aus, dass Ein Verhalten auf dieUrsache attribuiert wird mit der es gemeinsam auftritt.
  • Der fundamentale Attributionsfehler (Ross, 1977) beschreibt Neigung, das Verhalten der Mitmenschen ihrer Person (internale Attribution) & weniger der Situation (externe Attribution) zuzuschreiben, gilt aber nicht universell.
  • Selbstwahrnehmungstheorie (Bem, 1972): Menschen lernen eigene Einstellungen, Emotionen & innere Zustände durch Beobachtung eigenes Verhaltens bzw. der Umstände des Verhaltens.

Der soziale Denker als kognitiver Geizhals

  • Das kognitive System hat begrenzte Verarbeitungskapazität, was zu Heuristiken & Schemata führt.
  • Heuristiken sind vereinfachende Entscheidungsregeln die schnelle & effiziente Urteilsbildung ermöglichen .
  • Die Repräsentativitätsheuristik basiert auf Ähnlichkeit & Merkmalsverteilungen, vernachlässigt aber die Basisrate → Konjunktionsfehler.
  • Die Verfügbarkeitsheuristik nutzt die Leichtigkeit des Abrufs von Infos.
  • Anker- & Adjustierungsheuristik richtet Urteile an einem Ausgangswert aus.
  • Die Emotions- und Affektheuristik nutzt die eigene Stimmungslage zur vereinfachten Beurteilung eines Einstellungsobjekts
  • Die Simulationsheuristik nutzt kontrafaktisches Denken(=mentales Umändern von Tatsachen).
  • Schemata sind mentale Strukturen, die Wissen über soziale Realität zusammenfassen & vereinfachen.

Der soziale Denker als aktivierter Akteur

  • Soziale Umwelt beeinflusst schnell das Denken( meist ohne Bewusstheitassoziierte Kognitionen auslöst ) .
  • Personen nutzen kontrollierte Prozesse nur, wenn sie es "müssen"
  • Prozesse: Schnell, keine kognitive Verarbeitungskapazität oder Bewusstheit, resistent gegenüber Einfluss.
  • Priming erhöht Zugänglichkeit von Gedächtnisinhalten
  • Arten des Primings:
    • Semantisches Priming (Bedeutungsspezifisch)
    • Affektives Priming (Emotionale primings)
    • Prozedurales Priming (Mentale Stimulation)

Theorie der Einstellungen

Einstellung = summative Bewertung eines Gegenstands, einer Person, sozialen Gruppe oder einer abstrakten Konstruktion, welche sowohl affektive, kognitive & verhaltensbezogene Komponenten umfasst. Funktionen von Einstellungen umfassen Unterstützung der Wissensorganisation, und RegulationAnnäherung & Vermeidung, Ausdruck eigener Werte, soziale Anpassung, positives Selbstwertgefühl und Reduzierung von Angst & inneren Konflikten. Zudem sind Einstellungen multifunktional. Messung von Einstellungen erfordert grundlegende Konzepte wie etwa Skalenniveaus, Reliabilität und Validität. Arten der Einstellungsmessung:

  1. Direkte-, 2. Indirekte- und Implizite Messung, auch mit affektivem Priming u.a. mit dem Implicit Association Test (IAT)

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