ICD-10 F1: Psychotrope Substanzen & Alkohol

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Questions and Answers

Welche der folgenden psychischen Auswirkungen sind nicht typisch für Alkoholmissbrauch?

  • Gesteigertes Sozialverhalten (correct)
  • Aggressivität
  • Sozialer Rückzug
  • Stimmungsschwankungen

Welche Aussage trifft nicht auf die Präalkoholische Phase nach Jellinek zu?

  • Das Trinken führt zu Entspannung und besserem Schlaf.
  • Schmerzlinderung kann ein Effekt des Trinkens sein.
  • Die Abstände zwischen dem Trinken werden länger. (correct)
  • Spannungsabbau durch Trinken steht im Vordergrund.

Welche der folgenden Aussagen beschreibt am besten den Toleranzbruch im Zusammenhang mit Alkoholismus?

  • Die Person benötigt immer größere Mengen Alkohol, um die gleiche Wirkung zu erzielen.
  • Die Person verspürt keine Wirkung mehr durch den Alkoholkonsum.
  • Die Person benötigt nur noch geringe Mengen Alkohol, um Symptome zu zeigen. (correct)
  • Die Person kann plötzlich große Mengen Alkohol konsumieren, ohne betrunken zu wirken.

Welcher der folgenden Trinktypen nach Jellinek ist nicht als Alkoholiker einzustufen?

<p>Beta-Trinker (A)</p> Signup and view all the answers

Welche Aussage über das Korsakow-Syndrom trifft nicht zu?

<p>Es führt ausschließlich zu motorischen Störungen. (D)</p> Signup and view all the answers

Eine Patientin berichtet von Kribbelgefühlen in Fingern und Zehen. Welcher der folgenden Zustände ist am wahrscheinlichsten die Ursache?

<p>Polyneuropathie (A)</p> Signup and view all the answers

Welche der folgenden Halluzinationen ist eher typisch für den Alkoholentzug?

<p>Visuelle Halluzinationen von weißen Mäusen (C)</p> Signup and view all the answers

Welche der folgenden Substanzen führt am ehesten zu einer Verlangsamung der Atmung bis hin zu Atemproblemen?

<p>Opiate (C)</p> Signup and view all the answers

Bei einer Patientin werden Besenreiser auf der Nase festgestellt. Was könnte dies im Zusammenhang mit Suchterkrankungen bedeuten?

<p>Mögliches Anzeichen für chronischen Alkoholmissbrauch (D)</p> Signup and view all the answers

Hypnose zur Rauchentwöhnung sollte nicht durchgeführt werden, wenn...

<p>eine körperliche Abhängigkeit von Nikotin besteht. (B)</p> Signup and view all the answers

Flashcards

Psychotrope Substanzen

Substanzen, die das zentrale Nervensystem beeinflussen, wie Alkohol, Opiate oder Halluzinogene.

Polyneuropathie

Kribbeln in Fingern und Zehen durch Vitamin-B-Mangel, oft bei Alkoholismus.

Wernicke-Enzephalopathie

Gehirnschädigung durch Vitamin-B-Mangel, unbehandelt kann sie zum Korsakow-Syndrom führen.

Korsakow-Syndrom

Bleibende Hirnschäden durch Absterben von Nervenzellen, oft Folge von unbehandelter Wernicke-Enzephalopathie.

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Toleranzentwicklung

Eine Person braucht immer mehr von einer Substanz, um die gleiche Wirkung zu erzielen.

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Alkoholgrenzwerte (Faustregel)

Frauen können ca. 12 g Alkohol pro Tag verarbeiten, Männer ca. 24 g.

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Präalkoholische Phase

Spannungsabbau durch Trinken. Entspannung, besserer Schlaf, Schmerzlinderung.

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Gamma-Trinker

Kontrollverlust über den Alkoholkonsum. Psychische und körperliche Schäden wahrscheinlich. Psychisch und körperlich abhängig.

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Phasen des Alkoholentzugs

Alkoholentzug besteht aus vier Phasen.

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Alkoholintoxikation

Ein großer Rausch mit vorübergehender Psychose.

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Study Notes

ICD-10 F1: Psychische und Verhaltensstörungen durch psychotrope Substanzen

  • Psychotrope Substanzen beeinflussen das zentrale Nervensystem (Rückenmark und Gehirn).
  • Zu den psychotropen Substanzen zählen Alkohol, Opiate, Cannabis, Kokain, Stimulanzien (inkl. Koffein), Halluzinogene, Tabak und flüchtige Lösungsmittel.
  • Kombinationen verschiedener Substanzen fallen ebenfalls unter diesen Bereich.

Alkohol

  • Alkohol verursacht sowohl psychische als auch körperliche Schäden
  • Psychische Schäden durch Alkoholmißbrauch umfassen sozialer Rückzug, Stimmungsschwankungen, Aggressivität, gestörtes Sozialverhalten und Albträume
  • Körperliche Schäden durch Alkohol umfassen die Intoxikation (Vergiftung) und Vitamin-B1-Mangel
  • Ein Mangel an Vitamin-B-Komplex ist problematischer als nur ein B1-Mangel, beeinträchtigt die Bildung der Fettschicht um die Nervenzellen.
  • Diese Fettscheiden sind notwendig für eine schnelle Informationsweiterleitung zwischen den Nervenzellen.

Polyneuropathie, Wernicke-Enzephalopathie, Korsakow-Syndrom

  • Vitamin-B-Mangel kann zu Polyneuropathie führen.
  • Die Symptome von Polyneuropathie sind Kribbelgefühle in Fingern und Zehen.
  • Unbehandelte Polyneuropathie kann zur Wernicke-Enzephalopathie führen.
  • Wernicke-Enzephalopathie beschädigt Nervenzellen im Gehirn langsam.
  • Wenn dieser Zustand unbehandelt bleibt, kann er zum Korsakow-Syndrom führen.
  • Das Korsakow-Syndrom ist durch das Absterben von Nervenzellen im Gehirn gekennzeichnet.
  • Das Korsakow-Syndrom verursacht bleibende Hirnschäden.

Abhängigkeit

  • Abhängigkeit bedeutet, dass eine Person eine Toleranz gegenüber einer Substanz entwickelt hat
  • Zu Beginn benötigt eine Person vielleicht nur ein Glas Bier, um eine Wirkung zu verspüren
  • Später benötigt die Person zehn Gläser Bier, um die gleiche Wirkung zu erzielen.
  • In einem fortgeschrittenen Stadium des Alkoholismus kann es zu einem Toleranzbruch kommen.
  • Der Toleranzbruch bedeutet, dass die Person nur noch wenig Alkohol benötigt, um Symptome zu zeigen.

Alkoholgrenzwerte und Einschätzung

  • Für Heilpraktiker für Psychotherapie ist es wichtig, den Alkoholkonsum ihrer Patienten einschätzen zu können.
  • Als Faustregel gilt, dass Frauen ca. 12 Gramm Alkohol pro Tag verarbeiten können, ohne Schäden davonzutragen.
  • Männer können ca. 24 Gramm Alkohol pro Tag verarbeiten.
  • Diese Werte sind Schätzungen und hängen von Faktoren wie Körperbau, Muskelmasse und Größe ab.
  • Ein Glas Wein (100 ml) enthält ca. 5 Gramm Alkohol (bei 5% Alkoholgehalt).
  • Der tägliche Konsum von fünf Gläsern Wein durch eine Frau ist bedenklich.

Jellinek-Phasen

  • Jellinek untersuchte Gemeinsamkeiten bei Alkoholikern, um potenzielle Risikofaktoren zu identifizieren.
  • Jellineks Modell beschreibt Phasen des Alkoholismus, die nicht auf jeden Alkoholiker zutreffen müssen.
  • Die Phasen können unterschiedlich lange dauern oder ganz übersprungen werden.

Präalkoholische Phase

  • Kennzeichnet sich durch Spannungsabbau durch Trinken.
  • Entspannung, besserer Schlaf oder Schmerzlinderung sind Effekte.
  • Die Abstände zwischen dem Trinken werden kürzer.

Prodromale Phase

  • Der Alkoholkonsum steigt, und es entwickelt sich eine Toleranz.
  • Möglicherweise erste Anzeichen psychischer Abhängigkeit.
  • Heilpraktiker für Psychotherapie können hier gut helfen, Ressourcen zu stärken, um alternative Bewältigungsstrategien zu finden.

Kritische Phase

  • Körperliche Schäden durch hohen Alkoholkonsum treten auf.
  • Persönlichkeitsveränderungen, Aggressivität und Stresszustände sind möglich.
  • Das Interesse an sozialen Kontakten sinkt, und es kommt zu Blackouts.
  • Die Kontrolle über den Alkoholkonsum geht verloren, und es entstehen Konflikte.

Chronische Phase

  • Der Alkohol bestimmt das Leben der Person.
  • Das Denken und Verhalten drehen sich hauptsächlich um Alkohol.
  • Ein Toleranzbruch kann auftreten.
  • Körperliche Schäden sind sehr wahrscheinlich.

Trinktypen nach Jellinek

  • Jellinek identifizierte fünf Trinktypen, von denen die ersten zwei keine Alkoholiker sind: Alpha- und Beta-Trinker
  • Die letzten drei Trinktypen sind Alkoholiker: Gamma-, Delta- und Ypsilon-Trinker

Alpha-Trinker

  • Konflikttrinker: Trinken bei Problemen oder Konflikten.
  • Keine körperliche Abhängigkeit; Abstinenz ist möglich.
  • Seelische Abhängigkeit ist gegeben.

Beta-Trinker

  • Gelegenheitstrinker: Trinken gerne mit Freunden, auf Partys oder Festen.
  • Konsumieren große Mengen Alkohol bei solchen Gelegenheiten.
  • Körperliche Schäden sind möglich, aber geringer als bei Alkoholikern.
  • Keine körperliche Abhängigkeit; Abstinenz ist möglich.

Gamma-Trinker

  • Verliert die Kontrolle über den Alkoholkonsum.
  • Psychische und körperliche Schäden wahrscheinlich.
  • Psychisch und körperlich abhängig.
  • Zeitweise Abstinenz ist in frühen Phasen der Sucht noch möglich, jedoch nicht in der chronischen Phase (wegen der Gefahr des Delirium tremens).

Delta-Trinker

  • Spiegeltrinker: Hält permanent einen gleichbleibenden Alkoholspiegel im Blut.
  • Körperliche und psychische Schäden sind vorhanden.
  • Fühlt sich durch den Alkohol ruhig, konzentriert und entspannt.
  • Große psychische und körperliche Abhängigkeit; Abstinenz ist nicht möglich.
  • Fällt in der Gesellschaft nicht auf, da der Alkoholpegel konstant ist.

Ypsilon-Trinker

  • Quartalstrinker: Trinken exzessiv in bestimmten Phasen (Tagen oder Wochen), gefolgt von langen Phasen der Abstinenz.
  • Psychische und körperliche Schäden sind wahrscheinlich, bedingt durch die exzessiven Trinkphasen.
  • Psychische Abhängigkeit ist gegeben.
  • Gilt als alkoholkrank.
  • Zwischen den Trinkphasen zur Abstinenz fähig.

Phasen des Alkoholentzugs

  • Der Alkoholentzug besteht aus vier Phasen: Motivation, Entgiftung, Entwöhnung und Reha.

Motivation

  • Der Alkoholiker muss motiviert sein, einen Entzug zu machen.

Entgiftung

  • Der Körper wird vom Alkohol entgiftet, und die körperliche Abhängigkeit wird aufgehoben.
  • Gefahr des Delirium tremens.

Entwöhnung

  • Ziel ist die psychische Entwöhnung vom Alkohol.
  • Entwöhnung ist schwierig und langwierig
  • Hohe Rückfallquoten.

Reha-Phase

  • Kann unterschiedlich lange dauern.
  • Heilpraktiker für Psychotherapie können soziale Kompetenztrainings, Selbstbewusstseinstrainings oder Strukturpläne anbieten.

Differenzialdiagnostische Überlegungen

  • Bei der Alkoholerkrankung müssen andere psychische Störungen ausgeschlossen werden.

Depression

  • Stimmungsveränderungen sind sowohl bei Alkoholismus als auch bei Depressionen typisch.
  • Eine Depression liegt vor, wenn ausreichend Haupt- und Zusatzsymptome vorhanden sind (ICD-10 F3).

Hirnorganisches Problem

  • Veränderungen der Persönlichkeit und Konflikte können auf Hirnschäden hindeuten.
  • Eine Fremdanamnese und weitere Untersuchungen sind wichtig.

Persönlichkeitsstörung

  • Konflikte können auch Hinweis auf eine Persönlichkeitsstörung sein.
  • Eine Persönlichkeitsstörung liegt vor, wenn die Verhaltensmuster schon immer bestanden (Charakter).

Schizophrenie

  • Wahnvorstellungen und Halluzinationen können auch bei Schizophrenie vorkommen (ICD-10 F2).
  • Visuelle Halluzinationen (z. B. weiße Mäuse) sind typisch für Alkoholentzug.
  • Akustische Halluzinationen (Schimpfstimmen) können auf Alkoholismus oder Schizophrenie hindeuten.

Weitere Aspekte

  • Trinkverhalten und Toleranzentwicklung müssen berücksichtigt werden.
  • Es muss geprüft werden, ob andere Abhängigkeiten (psychotrope Substanzen, Personen, nicht-psychotrope Substanzen) vorliegen.
  • Angstzustände können vegetative Ursachen haben, auf eine Angststörung (ICD-10 F4) oder Schilddrüsenüberfunktion hindeuten.

Körperliche Symptome

  • Besenreiser (geplatzte Blutgefäße) auf der Nase oder am Körper können auf Alkoholismus hindeuten.
  • Polyneuropathie (geschädigte Nervenzellen durch Vitamin-B-Mangel) führt anfangs zu Kribbeln in Händen, Füßen, Beinen und Armen.

Vier Fachbegriffe im Zusammenhang mit Alkoholismus

  • Alkoholintoxikation: Alkoholvergiftung, ein großer Rausch, der zu einer vorübergehenden akuten organischen Psychose führt.
  • Alkohol-Delirium tremens: Lebensbedrohlicher Zustand, der meistens bei unzureichender Alkoholzufuhr auftritt (kann aber auch während des Weitertrinkens stattfinden).
  • Alkohollhalluzinose: Akustische Halluzinationen in Form von Schimpfstimmen stehen im Vordergrund.
  • Alkohol-Demenz: Tritt aufgrund von Wernicke-Enzephalopathie auf, bei der Vitamin B1 nicht ausreichend vorhanden ist.

Wernicke-Enzephalopathie

  • Vitamin-B1-Mangel führt dazu, dass Nervenzellen nicht ausreichend mit Fett ummantelt sind.
  • Die Folgen sind Bewegungsstörungen (Ataxie) und Bewusstseinstrübungen.
  • Unbehandelt kann es zum Korsakow-Syndrom kommen.

Korsakow-Syndrom

  • Nervenzellen sterben ab, und die Folgen sind Gedächtnisstörungen, Konfabulationen, Desorientierung und Polyneuropathie.

Andere psychotrope Substanzen: Morphin und Opiate

  • Schmerzmittel (z. B. Codein oder Heroin) führen zu höchster psychischer und körperlicher Abhängigkeit.
  • Entspannung durch Schmerzmittel kann dazu führen, dass das Zwerchfell (Muskel für die Atmung) sich so entspannt, dass es zu Atemproblemen kommt.
  • Die Pupillen sind eng (Miosis).
  • Koma kann eine Folge sein.

Barbiturat-Typ (Schlafmittel)

  • Hohe psychische und körperliche Abhängigkeit.
  • Albträume, Tremor und Übelkeit sind mögliche Folgen.

Kokain-Typ

  • Liebt den Rausch, zunächst keine körperliche Abhängigkeit.
  • Bei Überschreitung einer gewissen Dosis kann körperliche Abhängigkeit trotzdem entstehen.
  • Ataxie, epileptische Anfälle, taktile und akustische Halluzinationen und Psychosen sind mögliche Folgen.

Cannabis-Typ

  • Glück und Euphorie, psychische Abhängigkeit.
  • Hypertonie (Bluthochdruck), Unruhe, aber auch Passivität sind mögliche Folgen.
  • Bei ADHS kann Marihuana beruhigend und entspannend wirken.
  • Flashbacks und Angstzustände sind möglich.

Amphetamin-Typ (z. B. Ecstasy)

  • Entspannung und Enthemmung, psychische Abhängigkeit.
  • Ideenflucht, Sinnestäuschungen und Herz-Kreislauf-Probleme sind mögliche Folgen.

Halluzinogen-Typ (z. B. LSD)

  • Psychische Abhängigkeit.
  • Lebhafte und bizarre Wahrnehmungsstörungen.
  • Flashbacks, Angstzustände und Horrortrips sind mögliche Folgen.
  • Toleranzentwicklung ist wie beim Alkohol zu beobachten.
  • Pupillen sind bei Entspannung eng und bei Anspannung weit.

Flüchtige Lösungsmittel und Motive Substanz

  • Führen zu akuten Vergiftungen des Körpers.
  • Schädlicher Gebrauch liegt vor, wenn eine gewisse Menge überschritten wird.
  • Eine ICD-10 F1 liegt vor, wenn eine körperliche und psychische Abhängigkeit vorliegt.
  • Hypnose zur Rauchentwöhnung darf nicht bei körperlicher Abhängigkeit durchgeführt werden (Gefahr des Delirs).
  • Amnesie (Gedächtnisstörungen), psychotische Störungen, Verhaltensstörungen, Angstzustände und Herz-Kreislauf-Probleme sind mögliche Folgen.
  • Motive Substanz Gebrauch bedeutet, dass mindestens zwei verschiedene Stoffe gleichzeitig in so hoher Dosis eingenommen werden, dass eine psychische und/oder körperliche Abhängigkeit entsteht.

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