Revolution 1848/49: Ursachen und Ziele

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Questions and Answers

Welches Ziel verfolgten die Fürsten im Kontext der Restauration nach 1815 hauptsächlich?

  • Die Einführung der Verfassung und die Stärkung der Bürgerrechte.
  • Die Wiederherstellung der vorrevolutionären Ordnung und des Absolutismus. (correct)
  • Die Förderung der nationalen Einigung und der Pressefreiheit.
  • Die Unterstützung der revolutionären Bewegungen und die Solidarität mit dem Volk.

Welche Maßnahme ergriffen die Fürsten im Rahmen der Restauration, um ihre Macht zu sichern?

  • Sie gewährten den Bürgern mehr politische Mitsprache.
  • Sie förderten die Meinungsfreiheit und Versammlungsfreiheit.
  • Sie setzten auf Pressezensur und Versammlungsverbote. (correct)
  • Sie führten die allgemeine Wahlpflicht ein.

Was forderten die Studenten und das Volk während des Wartburgfestes?

  • Die Solidarität der Fürsten und die Unterdrückung revolutionärer Ideen.
  • Die Wiederherstellung des Absolutismus und die Legitimität der Monarchien.
  • Einigkeit, Recht und Freiheit. (correct)
  • Die Einführung der Pressezensur und Versammlungsverbote.

Welche der folgenden Forderungen entsprach primär den Zielen der wohlhabenden Bürger im Kontext der Revolution von 1848?

<p>Die Schaffung einer konstitutionellen Monarchie. (C)</p> Signup and view all the answers

Welche der folgenden Forderungen war hauptsächlich auf die Interessen der Arbeiter in der Revolution von 1848 ausgerichtet?

<p>Allgemeines Wahlrecht und Wählbarkeit. (C)</p> Signup and view all the answers

Was war ein wesentliches Ergebnis der Karlsbader Beschlüsse von 1819?

<p>Die Einführung der Pressezensur und die Überwachung der Universitäten. (B)</p> Signup and view all the answers

Welche Aufgabe hatte die Paulskirchenversammlung im Jahr 1848?

<p>Die Ausarbeitung einer Verfassung und die Schaffung eines Nationalstaates. (A)</p> Signup and view all the answers

Welches Problem erschwerte die Arbeit der Paulskirchenversammlung?

<p>Meinungsverschiedenheiten über die Staatsform (Monarchie oder Republik) und die territoriale Lösung (großdeutsch oder kleindeutsch). (C)</p> Signup and view all the answers

Welcher Faktor trug maßgeblich zum Scheitern der Revolution von 1848/49 bei?

<p>Die Übermacht des Militärs und die Weigerung des Königs, die Kaiserkrone anzunehmen. (B)</p> Signup and view all the answers

Welche der folgenden Aussagen beschreibt eine positive Folge der Revolution von 1848/49?

<p>Die Stärkung des Parlamentarismus und die Verbreitung demokratischer Ideen. (D)</p> Signup and view all the answers

Welche Politik verfolgte Bismarck im Kulturkampf?

<p>Bekämpfung des Einflusses der katholischen Kirche und ihrer Partei. (D)</p> Signup and view all the answers

Welches Ziel verfolgte das Sozialistengesetz unter Bismarck?

<p>Unterdrückung der Arbeiterbewegung und der Sozialdemokratie. (A)</p> Signup and view all the answers

Was kennzeichnete die Reichsverfassung von 1871 hinsichtlich der Machtverteilung?

<p>Eine starke Stellung des Kaisers und des Bundesrates, die den Reichstag in seinen Rechten einschränkten. (A)</p> Signup and view all the answers

Welche Bedeutung hatte der Bundesrat in der Reichsverfassung von 1871?

<p>Er war ein Bollwerk gegen den Parlamentarismus und sicherte die Hegemonie Preußens. (C)</p> Signup and view all the answers

Was war ein Charakteristikum der deutschen Innenpolitik in der Kaiserzeit unter Wilhelm II.?

<p>Ein forcierter Ausbau der Kriegsflotte. (D)</p> Signup and view all the answers

Welches Ereignis führte zur Julikrise 1914, die letztendlich zum Ersten Weltkrieg führte?

<p>Die Ermordung des österreichischen Thronfolgers in Sarajewo. (C)</p> Signup and view all the answers

Welche grundlegende Veränderung wurde durch die Oktoberreform 1918 im Deutschen Reich eingeführt?

<p>Die Abhängigkeit des Reichskanzlers vom Vertrauen des Reichstags. (A)</p> Signup and view all the answers

Was war das Hauptziel des Kapp-Putsches im Jahr 1920?

<p>Den Sturz der Weimarer Regierung und die Errichtung einer autoritären Ordnung. (D)</p> Signup and view all the answers

Welche Folge hatte die Ruhrbesetzung durch französische und belgische Truppen im Jahr 1923?

<p>Eine galoppierende Inflation und wirtschaftliches Chaos. (D)</p> Signup and view all the answers

Was kennzeichnete die "Goldenen Zwanziger" in der Weimarer Republik?

<p>Eine Zeit des wirtschaftlichen, kulturellen und wissenschaftlichen Aufbruchs. (D)</p> Signup and view all the answers

Welches Ereignis markierte das Ende der "Goldenen Zwanziger"?

<p>Der Börsencrash in New York 1929. (B)</p> Signup and view all the answers

Welche Auswirkung hatte die Weltwirtschaftskrise ab 1929 auf Deutschland?

<p>Massenarbeitslosigkeit und Verelendung, die zur Radikalisierung der Bevölkerung beitrugen. (B)</p> Signup and view all the answers

Was kennzeichnete die Präsidialkabinette in der Weimarer Republik?

<p>Eine Regierung durch Notverordnungen des Reichspräsidenten ohne parlamentarische Mehrheit. (D)</p> Signup and view all the answers

Welche Rolle spielte Franz von Papen im Übergang von der Weimarer Republik zur nationalsozialistischen Diktatur?

<p>Er trug maßgeblich dazu bei, Hitler zum Reichskanzler zu ernennen. (C)</p> Signup and view all the answers

Welches Ziel verfolgte die Gründung der „Eisernen Front“?

<p>Den Schutz der Republik vor Kapitalismus, Faschismus und Reaktion. (D)</p> Signup and view all the answers

Was geschah mit der Regierung Preußens im sogenannten „Preußenschlag“?

<p>Sie wurde durch Reichskanzler Papen abgesetzt. (D)</p> Signup and view all the answers

Welche grundlegenden Elemente der Weimarer Reichsverfassung trugen zu ihrem Scheitern bei?

<p>Ein reines Verhältniswahlrecht und die Möglichkeit zur Regierung per Notverordnung. (B)</p> Signup and view all the answers

Flashcards

Restauration (ab 1815)

Wiederherstellung der vorrevolutionären Ordnung, einschließlich des Absolutismus und der Legitimität der Monarchien.

Wartburgfest (1817)

Eine frühe Form der politischer Versammlung, bei der Studenten für nationale Einheit und Freiheit demonstrierten.

Karlsbader Beschlüsse (1819)

Reaktionäre Maßnahmen zur Unterdrückung liberaler und nationaler Bestrebungen, inklusive Pressezensur.

Hambacher Fest (1832)

Eine Massendemonstration für Einheit, Recht und Freiheit.

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Pressefreiheit

Das Recht auf freie Meinungsäußerung und Verbreitung von Informationen.

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Versammlungsfreiheit

Das Recht, sich zu versammeln und Vereinigungen zu bilden.

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Wahl zur Nationalversammlung

Wahl durch das Volk zu einer Nationalversammlung, um eine Verfassung zu erarbeiten.

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Einigkeit (geografisch / politisch)

Das Ziel, einen geeinten deutschen Staat zu schaffen.

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Recht (Verfassungsgebung)

Die Forderung nach einer schriftlichen Verfassung, die die Grundrechte der Bürger schützt.

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Freiheit (pol. Freiheit / Meinungsfreiheit)

Politische Freiheit und Meinungsfreiheit für alle Bürger.

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Konstitutionelle Monarchie

Politische Programme der Revolution 1848: Schaffung einer konstitutionellen Monarchie.

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Abschaffung feudaler Rechte

Die von den Bauern geforderte Abschaffung feudaler Lasten und Dienste.

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allgemeines Wahlrecht

Das allgemeine Wahlrecht für alle Bürger.

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Gewaltsame Umverteilung

Die gewaltsame Umverteilung des Eigentums von Kapitalisten.

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Kommunismus

Eine Gesellschaftsordnung, die auf gemeinschaftlichem Eigentum basiert.

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direkte Demokratie

Eine Regierungsform, in der das Volk direkt Entscheidungen trifft.

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Aufgabe der Paulskirchenversammlung

Die Ausarbeitung einer Verfassung mit garantierten Grundrechten.

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Schwierigkeiten der Nationalversammlung

Probleme der Paulskirchenversammlung (Uneinigkeit / Fürsten bestehen auf Privilegien / Meinungsverschiedenheiten)

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Gründe für das Scheitern der Revolution

Das Kräfteverhältnis zwischen Militär und Revolutionären; hinzu kamen Hinrichtungen.

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positive Folgen Revolution 1848/49

Stärkung des Parlamentarismus und Schaffung von Grundlagen für demokratische Verfassungen.

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negative Folgen Revolution 1848/49

Ausscheiden der Bauern und die daraus resultierende politische Zerstrittenheit.

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Reichsverfassung von 1871

Konstitutionelle Monarchie unter preußischer Führung.

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Bundesrat

Ein föderatives Element, das den Parlamentarismus einschränkte.

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Kulturkampf

Kampf um das Verhältnis von Staat und Kirche ab 1870.

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Massnahmen des Kulturkampfes

Gesetze gegen den Einfluss der katholischen Kirche.

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Regierung über Notverordnungen

Die Regierung wird durch Notverordnungen bestimmt.

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Ursachen für das Scheitern der Weimarer Republik

Der Weg zur Weimarer Republik wurde durch verschiedene Ereignisse beeinflusst.

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Folgen des Versailler Vertrags

Ausschaltung des Parlaments und Zerstörung der Demokratie.

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Weltwirtschaftskrise + Deflationspolitik

Die Wirtschaftskrise führt zu Verzweiflung in der Bevölkerung..

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Study Notes

Hier sind Ihre Lernnotizen:

Motivationen im Umfeld der Revolution von 1848/49

  • Die Fürsten strebten nach der Wiederherstellung der vorrevolutionären Ordnung ab 1815, der sogenannten Restauration, inklusive der Wiederherstellung des Absolutismus, der Solidarität der Fürsten und der Legitimität der Monarchien.
  • Maßnahmen wie Pressezensur und Versammlungsverbote wurden als Reaktion auf oppositionelle Strömungen ergriffen.
  • Studenten und das Volk forderten Einheit (geografisch/politisch), Recht (Verfassungsgebung) und Freiheit (politische und Meinungsfreiheit).
  • Die Karlsbader Beschlüsse von 1819 führten zu Pressezensur, Kontrolle und Meinungsunterdrückung.
  • Das Wartburgfest (1817) und das Hambacher Fest (1832) waren Massendemonstrationen, die diese Forderungen zum Ausdruck brachten.

Politische Programme der Revolution 1848

  • Wohlhabende Bürger verlangten Pressefreiheit, Versammlungsfreiheit, Volksbewaffnung, Schwurgerichte, Wahlen zur Nationalversammlung und die Schaffung einer konstitutionellen Monarchie.
  • Bauern forderten die Abschaffung feudaler Rechte, Frondienste, Naturalabgaben und Schuldzinsen, hielten jedoch Pressefreiheit und Wahlen zur Nationalversammlung für nicht wichtig.
  • Arbeiter forderten allgemeines Wahlrecht, allgemeine Wählbarkeit, gewaltsame Umverteilung des Eigentums der Kapitalisten ("Kommunismus") und direkte Demokratie.
  • Die politischen Programme der verschiedenen Bevölkerungsgruppen waren teilweise widersprüchlich, uneinig und zerstritten.

Paulskirchenversammlung 18.05.1848

  • Die Aufgaben der Paulskirchenversammlung umfassten die Ausarbeitung einer Verfassung, die die Grundrechte sichern sollte, und die Schaffung eines Nationalstaates.
  • Schwierigkeiten waren Meinungsverschiedenheiten bezüglich der Staatsform (demokratische Republik vs. konstitutionelle Monarchie), ungleiche Besetzung in Bezug auf Geschlecht und soziale Stellung ("Professorenparlament"), Widerstand der Fürsten gegen die Aufgabe ihrer Vorrechte, Uneinigkeit über die großdeutsche oder kleindeutsche Lösung.
  • Gründe für das Scheitern der Revolution von 1848/49 waren: Übermacht des Militärs, Gewalt des Militärs (Hinrichtungen von Demonstranten), Niederschlagung der Revolutionstruppen durch preußische Armee in Baden, Ablehnung der Kaiserkrone durch Friedrich Wilhelm IV., da er nicht vom Volk, sondern vom Adel gekrönt wurde, was zur Auflösung der Nationalversammlung führte.

Zusammenfassung: Zeitraum der Restauration und Revolution 1815-1848

  • Der Wiener Kongress und die Gründung des Deutschen Bundes (1815) fallen in diese Zeit.
  • Die Deutsche Burschenschaft forderte „Ehre, Freiheit, Vaterland“.
  • Das Wartburgfest (1817) endete mit der Verbrennung der Bundesakte.
  • Der politische Mord an Kotzebue (1819) eskalierte die Situation.
  • Die Karlsbader Beschlüsse (1819) und die „Wiener Schlussakte" unterdrückten die nationale Bewegung mit polizeistaatlichen Mitteln.
  • Die Julirevolution in Frankreich (1830), die Bewegung „Junges Deutschland“ und das „Hambacher Fest“ (1832) befeuerten die Revolution.
  • Wiener Ministerialkonferenz verschärfte Pressezensur und Demagogenverfolgung (1834).
  • Der Verfassungsbruch in Hannover, bei dem König Ernst August die 1833 gewährte Verfassung aufhob, sorgte für weiteren Aufruhr.
  • Frankreich forderte die Rheingrenze (1840).
  • Friedrich Wilhelm IV. von Preußen wurde zum nationalen Symbol (1840).
  • Amnestie der „Demagogen“ und Einberufung der Landstände zur Einrichtung einer Verfassung scheiterte an der Verweigerung einer Verfassung.
  • Emigranten wie Heine und Marx flohen nach Frankreich.
  • Die „Göttinger Sieben“ (1837) protestierten gegen die Zustände.
  • Proteste im patriotischen Deutschland und das „Deutschlandlied“ waren Ausdruck des Nationalgefühls.
  • 1848 kam es zu Aufständen in Paris, Berlin und Wien.

Zusammenfassung: Die „Fieberkurve“ der Revolution von 1848/49

  • Im Vormärz gab es Zugeständnisse der Fürsten, wie liberale Ministerien, Verfassungsversprechen, Pressefreiheit, Geschworenengerichte und Volksbewaffnung.
  • Es gab innere Probleme (gesamtdeutsche Verfassung?) und äußere Probleme (Nationalitätenprobleme, Konflikte mit dem Ausland).
  • Politische Positionen konnten durch unterschiedliche Parteien verortet werden.
  • Die Form der Exekutive und die Frage des Wahlsystems waren Bestandteil der Auseinandersetzung.
  • Es gab unterschiedliche Vorstellungen zum Staatsgebiet, zur Staatsorganisation und zur Staatsform und ein Einheitsstaat wurde einer Föderation bevorzugt.
  • Über die Einbeziehung Österreichs oder nicht wurde in der Nationalversammlung diskutiert.
  • Die Revolution erreichte Wien, wo Metternich zurücktrat, und Berlin.
  • Es kam zu Vorparlamenten in Frankfurt und zur Nationalversammlung sowie einer preußischen Nationalversammlung.
  • Der Waffenstillstand von Malmö wurde geschlossen.
  • Die preußische Nationalversammlung wurde aufgelöst, die Grundrechte wurden formuliert und eine Reichsverfassung entstand.
  • Friedrich Wilhelm von Preußen lehnte die Kaiserkrone ab.
  • Das Rumpfparlament siedelte nach Stuttgart über, und alle revolutionären Bewegungen wurden niedergeschlagen.
  • Der Sieg der Reaktion besiegelte das Ende der Revolution.

Etappen des Scheiterns der Revolution

  • September 1848: Ermordung zweier Mitglieder der Nationalversammlung.
  • Oktober 1848: Gegenrevolution in Wien.
  • Dezember 1848: König verkündet eine oktroyierte Verfassung für Preußen (Dreiklassenwahlrecht).
  • April 1849: König Friedrich Wilhelm IV. lehnt das Inkrafttreten der gesamtdeutschen Verfassung ab (Ablehnung der Königskrone aus der Hand der Nationalversammlung), Konservative gewinnen immer mehr Einfluss auf den König.
  • Militärisches Vorgehen gegen Revolutionäre (Flucht des Rumpfparlaments nach Stuttgart).
  • Juli 1849: Rastatt, die letzte Festung der Demokraten, wird militärisch besiegt.

Folgen der Revolution von 1848/49

  • Der Gedanke des Parlamentarismus wurde gestärkt und verbreitet.
  • Grundlage für weitere demokratische Verfassungen gegeben: Weimarer Reichsverfassung (1819) und das Grundgesetz (1949).
  • Politisches Interesse in „unterbürgerlichen Schichten“.
  • Demokratische Reife des Bürgertums.
  • Fähigkeit zum parlamentarischen Kompromiss.
  • Ausscheiden der Bauern aus der Revolution (1848/49 Agrarreform).
  • Politische Zerstrittenheit (fehlende Unterstützung der Demokraten durch die Liberalen).
  • aristokratischer Machtapparat, innere Verwaltung und Diplomatie und Militär blieben von revolutionären Geschehen unberührt, Kontinuität bis Weimar / NS.

Mächtekonstellation in Europa (um 1879)

  • Großbritannien hält sich zurück und hat Kolonialinteressen in Übersee
  • Russland hält sich nach Niederlage im Krimkrieg zurück und hat Interesse am Balkan.
  • Deutschland (Preußen) drängt Österreich-Ungarn hinaus.
  • Frankreich fühlt sich bedroht in seiner Hegemonie in Europa durch neue Großmacht an der Ostgrenze.
  • Spannungen entstehen durch Kandidatur der Hohenzollern Spanischer Thron.
  • Bismarck Aussage: Die deutsche Frage kann nur durch „Blut und Eisen" gelöst werden.

Der Weg zur Reichsgründung 1871

  • 1862: Verfassungskonflikt, liberale Mehrheit des preußischen Abgeordnetenhauses lehnt die Vorlage Wilhelms I. zur Erhöhung des Wehretats ab.
  • 22.9.1862: Wilhelm I. beruft Otto v. Bismarck zum Ministerpräsidenten (Monarchist, Revolutionsgegner).
  • 1864: Deutsch-Dänischer Krieg, Schleswig durch Dänemark annektiert, Preußen und Österreich führen Krieg gegen Dänemark.
  • 1866: Deutsch-Österreichischer Krieg, Preußen besetzt Holstein und tritt aus dem Deutschen Bund aus, Sieg Preußens bei Königgrätz (3. Juli 1866).
  • 1870: Deutsch-Französischer Krieg, aufgrund des Konflikts um die Kandidatur der Hohenzollern für den spanischen Thron und durch die Emser Depesche. Sieg Preußens bei Sedan (2. September 1870).
  • 18.1.1871: Reichsgründung.

Die Reichsverfassung von 1871

  • Staatsform: Konstitutionelle Monarchie unter der Vormachtstellung Preußens.
  • Der preußische König war der deutsche Kaiser und der preußische Ministerpräsident der Vorsitzende des Bundestages.
  • Starke Betonung der Monarchie: Reichskanzler und Reichsregierung waren vom Kaiser abhängig und wurden von diesem ernannt.
  • Bundesrat: Föderatives Element und Bollwerk gegen den Parlamentarismus.
  • Der Bundesrat konnte zusammen mit dem Kaiser den Reichstag auflösen.
  • Preußen hatte im Bundesrat genügend Stimmen, um Verfassungsänderungen zu blockieren.
  • Reichstag: Unitarisches, nationales, demokratisches Element, aber mit eingeschränkten Rechten.
  • Zustimmung des Bundesrates für Gesetze notwendig.
  • Der Reichstag konnte keine Gesetze gegen den Bundesrat und den Kaiser beschließen.
  • Nur eingeschränktes Budgetrecht (Militärausgaben nur alle 7 Jahre bewilligbar).
  • Gewaltenteilung: Stark eingeschränkt, Reichskanzler konnte nicht vom Reichstag entfernt werden.
  • Volkssouveränität: Alle Männer über 25 Jahre hatten allgemeines, gleiches, geheimes und direktes Wahlrecht, aber die Volkssouveränität war durch den Bundesrat (Fürsten) eingeschränkt.
  • Grundrechte/Bürgerrechte fehlten in der Verfassung.
  • Vormoderne/feudale Strukturen in der Verfassung, Semiabsolutismus, Scheinkonstitutionalismus.

Kultur der Kaiserzeit - Innenpolitik

  • Kaiserkult: Der Kaiser wurde als „Allerhöchster“, „Anbetungswürdiger“ und „Held“ stilisiert.
  • Kulturkampf: Kampf zwischen Staat und Kirche ab 1870 gegen den Einfluss der katholischen Kirche und ihrer Partei (Zentrum).
  • Sozialistengesetz/Sozialgesetzgebung gegen den Einfluss der Arbeiterschaft/Sozialdemokratie.

Politische Kultur in der Kaiserzeit

  • Die Nationalliberalen werden 1871 stärkste Kraft im ersten Reichstag.
  • Der Kulturkampf gegen die katholische Zentrumspartei beginnt.
  • Der „Kanzelparagraph" untersagt Geistlichen bei der Ausübung ihres Amtes kritische politische Äußerungen (1872).
  • Der Jesuitenorden wird verboten und die zivile Schulaufsicht eingeführt (1872).
  • Die Zivilehe wird eingeführt (1875).
  • Aus dem Zusammenschluss des Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins und der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei entsteht die Sozialistische Arbeiterpartei Deutschlands (1875).
  • Der „Centralverband deutscher Unternehmer" entsteht (1876).
  • „Sozialistengesetz": Die Parteiorganisation und die Presse der SPD werden verboten (1878).
  • Der Reichstag beschließt Schutzzölle für Industrie und Landwirtschaft (1879).
  • Durch eine umfangreiche Sozialgesetzgebung (staatliche Kranken-, Unfall-, Invaliditäts- und Altersversicherung) will Bismarck die Integration der Arbeiterschaft verbessern und die SPD schwächen. (1883-89).
  • Wilhelm II. wird deutscher Kaiser (1888).
  • Zwischen dem jungen Kaiser und Bismarck bestehen grundsätzliche politische Meinungsverschiedenheiten. Es kommt zum Rücktritt Bismarcks als Reichskanzler (1890).
  • Die SPD erhält von allen Parteien die meisten Wählerstimmen (1893).
  • Der Bund der Landwirte wird gegründet (1893).
  • Der Kyffhäuser-Bund, Dachverband aller deutschen Kriegervereine, wird gebildet (1898).
  • Mit dem Ersten Flottengesetz beginnt der forcierte Ausbau der Kriegsflotte (1898).
  • Aufgrund des Dreiklassenwahlrechts kann die SPD erst jetzt in das preußische Abgeordnetenhaus einziehen (1907).
  • Die linksliberalen Parteien schließen sich zur Fortschrittlichen Volkspartei zusammen (1910).
  • Die SPD wird stärkste Partei im Reichstag (1912).

Das Kaiserreich und der Erste Weltkrieg

  • Das Dreikaiserabkommen zwischen Deutschland, Österreich-Ungarn und Russland sichert gegenseitige Verständigung im Krisenfall (1973).
  • Der Deutsch-Österreichisches Zweibund garantiert Beistand im Kriegsfall (1879).
  • Deutsch-russischer Neutralitätspakt (Rückversicherungsvertrag) sicherte Neutralität zu, falls Deutschland von Frankreich oder Russland von Österreich angegriffen wird (1887).
  • Es kommt zur militärischen Konvention zur Annäherung zwischen Frankreich und Russland (1894).
  • Die „Entente cordiale" zwischen England und Frankreich grenzt Interessen in Ägypten und Marokko ab (1904).
  • Es kommt zu einem Interessenausgleich zwischen Großbritannien und Russland (1907).
  • Österreich annektiert das ehemals osmanische Bosnien und Herzegowina (1908).
  • Der österreichische Thronfolger wird in Sarajewo getötet (1914).
  • Österreich erklärt Serbien den Krieg (1914).
  • Der uneingeschränkte U-Boot-Krieg gegen die englische Seeblockade beginnt (1917).
  • Die USA erklären Deutschland den Krieg (1917).
  • Der amerikanische Präsident Thomas Woodrow Wilson stellt die „14 Punkte" vor (1918).
  • Deutschland und Russland schließen Frieden (1918).
  • Es erfolgt die Erneuerung der politischen Führung und ein sofortiges Waffenstillstandsangebot (1918).
  • Prinz Max von Baden wird Reichskanzler (1918).
  • Matrosenaufstand in Kiel (1918).

Die Weimarer Republik

  • 19.7. Die Nationalversammlung verabschiedet in Weimar die Verfassung (1919).
  • In Berlin besetzt ein Freikorps unter Wolfgang Kapp und General Walter von Lüttwitz das Regierungsviertel (Kapp-Putsch) (1920).
  • Januar: Aufgrund nicht voll erfüllter Reparationsleistungen französische und belgische Truppen das Ruhrgebiet (1923).
  • September: In Bayern kommt es zum Ausnahmezustand unter Generalstaatskommissar Gustav von Kahr (1923).
  • 9.11. In München scheitert ein Putschversuch Hitlers (1923).
  • Bei den Reichstagswahlen erzielen die demokratischen Parteien Stimmengewinne (1924).
  • Hindenburg wird in zweiter Wahl zum Reichspräsidenten gewählt (1925).
      1. Mit dem „Schwarzen Freitag" an der New Yorker Börse beginnt die Weltwirtschaftskrise. (1929).
  • 27.3. Die Regierung Müller tritt wegen Uneinigkeit über die Finanzierung der Arbeitslosenversicherung zurück (1930).
  • 14.9. Die NSDAP wird bei der Reichstagswahl zur zweitstärksten Kraft (1930).
      1. Das Hoover-Moratorium bringt den Aufschub aller Reparationszahlungen für ein Jahr (1931).
      1. Hindenburg wird im zweiten Wahlgang zum Reichspräsidenten gewählt (1932).
  • Auf der Konferenz von Lausanne wird das Ende der Reparationszahlungen beschlossen (1932).
  • Reichstagswahl vom 31.7.: Die NSDAP wird stärkste Partei (1932).
      1. Die Regierung Schleicher tritt nach einem gescheiterten Versuch, die NSDAP mit Hilfe ihres sozialistischen Flügels zu spalten und mit den Gewerkschaften zu verhandeln, zurück (1933).
      1. Hindenburg ernennt Hitler zum Reichskanzler (1933).

Herrschaftsmodelle im 20. Jahrhundert: Totalitarismus

  • Offizielle Ideologie mit Ausschließlichkeitsanspruch.
  • Einheitliche Massenbewegung, die möglichst alle Bürger erfassen soll.
  • Zentralisierte Kontrolle und Verknüpfung der Kommunikationsmittel (Propaganda).
  • Bürokratische Kontrolle der Wirtschaft und der sozialen Beziehungen.
  • Beispiele: Kommunismus, Faschismus, Nationalsozialismus.
  • Gegenbeispiel: Freiheitliche Demokratie.

Die Weimarer Republik – Goldene Zwanziger, Reformen und Ende der Republik

  • Nach dem Krisenjahr 1923 wirtschaftlicher Aufschwung, Aufbruchstimmung und Modernisierung in Kultur, Wissenschaften und Technik.(Goldene Zwanziger)
  • Musik und Tanz gehörten zum neuen Lebensgefühl (Goldene Zwanziger)
  • Männer wie Frauen genießen neue Freiheiten.(Goldene Zwanziger)
  • Am 24. Oktober 1929 kommt es zu massiven Kursverlusten an der New Yorker Börse „Schwarzer Donnerstag“ . (Börsencrash)
  • Wirtschaftskrise mit dramatischen Folgen auch für Deutschland (Börsencrash)
  • Von 1929-1933 steigt die Zahl der Erwerbslosen in Deutschland von knapp zwei auf zeitweise über sechs Millionen (Weltwirtschaftskrise)

Weimarer Reichsverfassung

  • demokratischer Grundcharakter / Grundgedanke der Volkssouveränität: • Männer und Frauen über 20 Jahren wählen den Reichstag • direkte Wahl des Reichspräsidenten • Volksentscheid
  • Gewaltenteilung realisiert
  • Grundrechtekatalog
  • Stellung des Reichspräsidenten: • Auflösung des Reichstages •Regierung über Notverordnungen •Oberbefehl über die Wehrmacht
  • Probleme der Reichsverfassung: Reines Verhältniswahlrecht übermächtige Stellung des Reichspräsidenten Art. 25 und Art 48 zusammen können die Demokratie zerstören

Die Weimarer Republik – Weg in die Diktatur

  • Weg in die Diktatur: Versailler Vertrag. Radikalisierung der Wähler / der Politik: Weltwirtschaftskrise + Deflationspolitik Brünings 1930Vers

  • schärfung der Wirtschaftskrise: Präsidialregierungen (v. Papen / Schleicher) Regierung über Notverordnungen Ausschaltung des Parlaments

  • 30.1.1933: Hitler wird Reichskanzler

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