Psychosomatische Reha: Themen und Definitionen

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Questions and Answers

Welche der folgenden Aussagen beschreibt am besten das Hauptziel der Rehabilitation?

  • Die vollständige Heilung aller körperlichen und psychischen Erkrankungen.
  • Die Reduzierung der Kosten für das Gesundheitssystem durch die Vermeidung von Krankenhausaufenthalten.
  • Die Optimierung des körperlichen, sensorischen, intellektuellen, psychischen und sozialen Funktionsniveaus von Menschen mit Behinderungen. (correct)
  • Die Anpassung der Arbeitsbedingungen, um die Produktivität von Arbeitnehmern mit gesundheitlichen Einschränkungen zu steigern.

Welche der folgenden Institutionen ist ein Hauptträger der gesetzlichen Rentenversicherung in Deutschland?

  • Gesetzliche Unfallversicherung
  • Deutsche Rentenversicherung (correct)
  • Bundesagentur für Arbeit
  • Gesetzliche Krankenversicherung

Was ist das Hauptunterscheidungsmerkmal zwischen kurativer Medizin und Rehabilitation?

  • Kurative Medizin wird von der Rentenversicherung finanziert, während Rehabilitation von der Krankenversicherung getragen wird.
  • Rehabilitation beinhaltet ausschließlich psychologische Therapien, während kurative Medizin sich auf medikamentöse Behandlungen konzentriert.
  • Kurative Medizin ist nur für ältere Menschen geeignet, während Rehabilitation für alle Altersgruppen offensteht.
  • Kurative Medizin konzentriert sich auf die Behandlung der Ursache einer Erkrankung, während Rehabilitation auf die Anpassung an bestehende Störungen abzielt. (correct)

Welche Rolle spielt das bio-psycho-soziale Modell (ICF) in der Rehabilitation?

<p>Es bietet einen Rahmen für die umfassende Betrachtung der Wechselwirkungen zwischen Gesundheit, individuellen Faktoren und Umweltfaktoren. (D)</p> Signup and view all the answers

Welche Aussage trifft auf die Arbeitsweise von psychologischen Psychotherapeuten in psychosomatischen Rehakliniken zu?

<p>Sie betreuen Patienten gemeinsam mit ärztlichen Psychotherapeuten und somatisch tätigen Ärzten als Bezugstherapeuten. (B)</p> Signup and view all the answers

Welchen Trend zeigen die Arbeitsunfähigkeitsfälle aufgrund psychischer Erkrankungen in Deutschland?

<p>Sowohl die Anzahl der Arbeitsunfähigkeitsfälle als auch die AU-Tage haben seit den 1990er Jahren zugenommen. (B)</p> Signup and view all the answers

Welche Diagnosegruppe ist im Bereich der Renten wegen verminderter Erwerbsfähigkeit in den letzten Jahren am stärksten angestiegen?

<p>Psychische Störungen (C)</p> Signup and view all the answers

Welcher Anteil der medizinischen Rehabilitation in Deutschland im Jahr 2013 entfiel auf psychische Erkrankungen (inklusive Abhängigkeitserkrankungen)?

<p>20% (B)</p> Signup and view all the answers

Was trifft auf die Verteilung der Hauptdiagnosen in der psychosomatischen Rehabilitation von Frauen im Jahr 2013 zu?

<p>Depressive Störungen sind die häufigste Diagnose. (B)</p> Signup and view all the answers

Was ist das 'therapeutische Milieu' im Kontext der stationären Rehabilitationseinrichtung?

<p>Die Gestaltung der Umgebung, um dysfunktionale Verhaltensmuster zu unterbrechen und neue Verhaltensweisen zu fördern. (C)</p> Signup and view all the answers

Welchen Aspekt fokussiert die Rehabilitation im bio-psycho-sozialen Modell am stärksten?

<p>Das soziale Umfeld und die soziale Integration. (C)</p> Signup and view all the answers

Welche Nachsorge-Möglichkeit gehört zu den Reha-Nachsorgekonzepten?

<p>PSY-RENA, das auch für PPTs außerhalb von Rehakliniken offen ist. (C)</p> Signup and view all the answers

Welches Kriterium ist entscheidend für die Stellung einer Reha-Indikation?

<p>Eine Störung oder Gefährdung von Aktivität und Teilhabe am Arbeitsleben oder am Leben in der Gesellschaft. (B)</p> Signup and view all the answers

Was sollte ein Arzt/Psychotherapeut berücksichtigen, wenn er einen Befundbericht für einen Rehaantrag schreibt?

<p>Der Befundbericht sollte eine detaillierte Schilderung der Problemlagen und der versicherungsrechtlichen Voraussetzungen enthalten. (A)</p> Signup and view all the answers

Ein Patient möchte eine andere Rehaklinik wählen als die, welche ihm zugewiesen wurde. Welches Recht kann er geltend machen?

<p>Er kann sein Wunsch- und Wahlrecht geltend machen und einen Wunsch angeben, der bevorzugt berücksichtigt wird. (C)</p> Signup and view all the answers

Welche Aussage trifft auf stationäre Rehabilitation zu?

<p>Sie bietet die Chance, die Umgebung gezielt so zu gestalten, dass dysfunktionale Verhaltensmuster unterbrochen und neue Verhaltensmuster erprobt werden können. (D)</p> Signup and view all the answers

In welchem Zeitrahmen sollte idealerweise ein Rehaantrag gestellt werden, wenn nach einer AU-Dauer von 6 Wochen kein konkreter Plan für die Rückkehr zur Arbeit vorliegt?

<p>Innerhalb von 3 Monaten, da sich sonst die Langzeitprognose verschlechtert. (A)</p> Signup and view all the answers

Welche der folgenden Therapieformen ist typischerweise nicht Teil des multimodalen Konzepts der Rehabilitation?

<p>Operativer Eingriff (A)</p> Signup and view all the answers

Welche Aussage über die Stärken von Rehakliniken trifft nicht zu?

<p>Hohe Flexibilität bei der individuellen Gestaltung der Therapiepläne für jeden Patienten (C)</p> Signup and view all the answers

Welcher Aspekt wird als Problembereich von Rehakliniken genannt?

<p>Unterfinanzierung und daraus resultierende Schwierigkeiten, die medizinisch sinnvolle therapeutische Intensität zu erreichen (C)</p> Signup and view all the answers

Was kann ein Grund sein, warum ein Reha-Antrag abgelehnt wird?

<p>Der Befundbericht ist nicht aussagekräftig. (D)</p> Signup and view all the answers

Für wen ist PSY-RENA offen?

<p>PPTs außerhalb von Rehakliniken. (A)</p> Signup and view all the answers

Welche Aufgabe hat die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) im Kontext der Rehabilitation?

<p>Wiederherstellung der Teilhabe am gesellschaftlichen Leben und Erhalt der Selbstständigkeit. (B)</p> Signup and view all the answers

Welches Element ist ein konstanter Bestandteil von Reha-Therapiemodulen bei depressiven Störungen?

<p>Psychoedukation (B)</p> Signup and view all the answers

Wie viele psychosomatische Rehakliniken und Abteilungen gibt es in Deutschland ungefähr?

<p>Etwa 210 (C)</p> Signup and view all the answers

Was wird im Allgemeinen in Rehakliniken angeboten?

<p>Störungsspezifische Schulungen, Gruppen und Therapien. (D)</p> Signup and view all the answers

Was wird im Zusammenhang mit Rehakliniken als 'Heimatferne' bezeichnet?

<p>Eine gezielte Gestaltung von therapeutischem Milieu und Lernumgebung. (B)</p> Signup and view all the answers

Welche Rolle spielt das multiprofessionelle Team bei der Rehabilitation?

<p>Es integriert verschiedene Fachkräfte, um eine umfassende und koordinierte Betreuung zu gewährleisten. (A)</p> Signup and view all the answers

Welche Aussage trifft im Allgemeinen auf die Dauer der Bewilligung von Reha-Maßnahmen zu?

<p>Eine frühzeitige Antragstellung kann entscheidend sein, da sich die Langzeitprognose bei längerer AU-Dauer verschlechtert. (C)</p> Signup and view all the answers

Welche Aussage beschreibt am besten das Zusammenspiel zwischen kurativer Medizin und Rehabilitation?

<p>Kurative Medizin zielt auf die Behandlung der Krankheit, während Rehabilitation sich auf die Anpassung an bestehende Störungen und die Wiederherstellung der Teilhabe konzentriert. (A)</p> Signup and view all the answers

Welche der folgenden Aussagen beschreibt am besten die Rolle der Sozialberatung in der psychosomatischen Rehabilitation?

<p>Sozialberatung unterstützt Patienten bei der Klärung sozialrechtlicher Fragen, der beruflichen Perspektive und ermöglicht sozialmedizinische Weichenstellungen. (B)</p> Signup and view all the answers

Was kennzeichnet das therapeutische Team in der psychosomatischen Rehabilitation?

<p>Das therapeutische Team besteht aus verschiedenen Berufsgruppen (z.B. Psychotherapeuten, Ärzten, Bewegungstherapeuten), die gemeinsam den Patienten betreuen. (C)</p> Signup and view all the answers

Welchen Vorteil bietet das Konzept der 'Heimatferne' im Kontext der Rehabilitation?

<p>Heimatferne bietet die Möglichkeit, ein gezieltes therapeutisches Milieu und eine förderliche Lernumgebung zu gestalten. (B)</p> Signup and view all the answers

Welche der folgenden Therapieformen ist ein zentraler Bestandteil des multimodalen Konzepts in der psychosomatischen Rehabilitation?

<p>Eine Kombination aus Einzel- und Gruppentherapie, Bewegungstherapie, Psychoedukation und anderen spezifischen Therapieangeboten. (D)</p> Signup and view all the answers

Warum ist es wichtig, dass im Befundbericht für einen Reha-Antrag eine F-Diagnose nach ICD-10 verschlüsselt ist?

<p>Weil die Angabe einer F-Diagnose eine formale Anforderung für die Bewilligung einer psychosomatischen Reha ist. (A)</p> Signup and view all the answers

Was sollte bei der Auswahl einer Rehaklinik beachtet werden, um eine optimale Behandlung zu gewährleisten?

<p>Die Klinik sollte über ein breites Spektrum an Therapiemöglichkeiten verfügen und auf die spezifischen Bedürfnisse des Patienten zugeschnitten sein. (A)</p> Signup and view all the answers

Welche Aussage trifft am ehesten auf die Verteilung der Sinus-Milieus in Psychosomatischen Rehakliniken zu?

<p>Die Verteilung der Sinus-Milieus kann je nach Klinik variieren und gibt Aufschluss über die soziale Zusammensetzung der Patienten. (B)</p> Signup and view all the answers

Welches Ziel verfolgen Reha-Nachsorgeprogramme wie PSY-RENA?

<p>Den Rehabilitationserfolg langfristig zu sichern und die Wiedereingliederung in Alltag und Beruf zu unterstützen. (C)</p> Signup and view all the answers

Welches Kriterium ist entscheidend, um zu beurteilen, ob ambulante Behandlungen vor einer Reha-Maßnahme 'ausgeschöpft' sind?

<p>Trotz adäquater ambulanter Behandlung ist keine hinreichende Besserung der Symptomatik und Funktionsfähigkeit erreicht worden. (D)</p> Signup and view all the answers

Flashcards

Was ist Rehabilitation?

Ein Prozess, der darauf abzielt, Menschen mit Behinderungen zu helfen, ihr optimales Funktionsniveau zu erreichen oder aufrechtzuerhalten.

Wer sind die Träger der Rehabilitation?

Gesetzliche Rentenversicherung, Krankenversicherung und Unfallversicherung.

Ziel der Rehabilitation

Optimierung der Anpassung an bestehende Störungen und Beschwerden.

Was ist ICF?

Ein Modell, das Gesundheit, Körperfunktionen, Aktivitäten, Teilhabe und Umweltfaktoren berücksichtigt.

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Psychosomatische Reha als Arbeitsfeld

Arbeit im therapeutischen Team mit Bezugstherapeuten, Einzel- und Gruppengesprächen.

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Sozialmedizinische Bedeutung psychischer Erkrankungen

Zunahme von Arbeitsunfähigkeitsfällen und Renten wegen psychischer Erkrankungen.

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Häufigste Krankheiten in der Reha

Muskuloskelettale und psychische Erkrankungen.

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Häufigste Diagnosen in der psychosomatischen Reha

Depressive und neurotische Störungen.

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Was sind Sinus-Milieus?

Ein System zur Beschreibung sozialer Gruppen in Deutschland.

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Multimodales Konzept der Rehabilitation

Ein individueller Behandlungsplan mit verschiedenen Therapieformen.

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Therapiemodule bei depressiven Störungen

Gruppen- und Einzeltherapie, Aktivitätsaufbau, Psychoedukation.

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Stärken von Rehakliniken

Erfahrung im Team, störungsspezifische Schulungen, gezielte Therapieumgebung.

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Problembereiche von Rehakliniken

Schwierigkeiten, die medizinisch sinnvolle Intensität zu erreichen.

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Therapeutisches Milieu

Chance, die Umgebung gezielt zu gestalten und neue Verhaltensmuster zu erproben.

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Sozialmedizinische Perspektive

Betrachtung des sozialen Umfelds und der beruflichen Perspektive.

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Möglichkeiten der Reha-Nachsorge

Reha-Sport, PSY-Rena, stufenweise Wiedereingliederung.

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Reha-Indikation

Beeinträchtigung von Aktivität und Teilhabe.

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Wichtiger Hinweis zur Reha-Indikation

Ab drei Monaten AU verschlechtert sich die Prognose.

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Wunsch- und Wahlrecht

Der Patient kann einen Wunsch angeben, welcher bevorzugt wird.

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Psychologische Berichte

Befundberichte von Psychotherapeuten sind sehr willkommen, DRV vergütet diese.

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Study Notes

Psychosomatische Rehabilitation

  • Volker Köllner leitet die Abteilung Verhaltenstherapie & Psychosomatik im Rehazentrum Seehof der DRV Bund in 14513 Teltow/Berlin.
  • Er ist per E-Mail unter [email protected] erreichbar.
  • Das Rehazentrum Seehof verfügt über 100 Betten und 15 Tagesklinikplätze in der Abteilung Psychosomatik und Verhaltenstherapie.
  • Die Abteilung Kardiologie bietet 80 Betten und 15 Tagesklinikplätze.
  • Das Zentrum ist die Forschungsgruppe Psychosomatische Rehabilitation der Charité.
  • 32 Patienten werden abteilungsübergreifend im Modellprojekt „Psychokardiologie“ betreut.
  • Seit dem 1. September 2021 gibt es ein spezielles Programm zur Post-COVID-Reha, welches in einer Multicenterstudie evaluiert wird.

Themen der Psychosomatischen Reha

  • Rehabilitation wird definiert.
  • Rehabilitation wird als Arbeitsfeld betrachtet.
  • Die sozialmedizinische Bedeutung psychischer und psychosomatischer Krankheitsbilder wird erörtert.
  • Es wird geklärt, wer in die Reha kommt und was dort passiert.

Was ist Rehabilitation?

  • Rehabilitation ist ein Prozess, der darauf abzielt, dass Menschen mit Behinderungen ihr optimales physisches, sensorisches, intellektuelles, psychisches und soziales Funktionsniveau erreichen oder erhalten.
  • Ziel: Selbstbestimmung und gleichberechtigte Teilhabe am Leben in der Gesellschaft.

Träger der Rehabilitation

  • Gesetzliche Rentenversicherung: Ziel ist die Wiederherstellung der Teilhabe am Erwerbsleben.
  • Gesetzliche Krankenversicherung: Ziel ist die Wiederherstellung der Teilhabe am gesellschaftlichen Leben und der Erhalt der Selbstständigkeit.
  • Gesetzliche Unfallversicherung: Rehabilitation wird bei Folgen von Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten geleistet.

Kurative Medizin vs. Rehabilitation

  • Kurative Medizin ist auf ätiologische Behandlung von Erkrankungen und die Behebung von Gesundheitsschäden ausgerichtet; Träger ist die Krankenversicherung.
  • Rehabilitation optimiert die Adaptation an bestehende Störungen und Beschwerden und orientiert sich am Krankheitsfolgemodell (ICF); Ziel ist der Erhalt der Teilhabe am Erwerbsleben und der Gesellschaft.

Aufgabenbereiche der Rehabilitation

  • Das bio-psycho-soziale Modell der ICF wird angewandt.
  • Kurative Behandlung wirkt kausal.
  • Rehabilitative Behandlung ist final.
  • Die Körperebene umfasst Körperfunktionen und -strukturen.
  • Die personale Ebene bezieht sich auf Aktivitäten.
  • Die soziale Ebene umfasst Partizipation (Teilhabe).

Rehabilitation als Arbeitsfeld

  • Etwa 210 psychosomatische Rehakliniken und Abteilungen betreuen etwa 150.000 Patienten pro Jahr.
  • Psychosomatische Kliniken bieten durchschnittlich etwa fünf Arbeitsplätze für psychologische Psychotherapeuten.
  • Zusätzlich gibt es Arbeitsplätze in der somatischen Rehabilitation, etwa 1.000 Kliniken.
  • Viele Kliniken liegen naturnah..
  • Es besteht die Möglichkeit, ein Praktikum im Verlauf des Studiums zu absolvieren.
  • Informationen und Kontaktmöglichkeiten sind über www.dgppr.de verfügbar.
  • Psychologische Psychotherapeuten betreuen Patienten gemeinsam mit ärztlichen Psychotherapeuten und somatisch tätigen Ärzten als Bezugstherapeuten.
  • Meist finden 1-2 Einzelgespräche à 30 Minuten und 3 Gruppensitzungen à 90 Minuten pro Woche statt.
  • Es erfolgt die Arbeit im therapeutischen Team, einschließlich Psychotherapie, somatisch ärztliche Betreuung, Bewegungstherapie, Ergotherapie, künstlerische Therapien und Physiotherapie.
  • Eine wichtige Aufgabe besteht in der Koordination und Integration des Gesamtprozesses, was einen deutlichen Unterschied zur ambulanten Einzeltherapie darstellt.

Sozialmedizinische Bedeutung psychischer Erkrankungen

  • Es befinden sich Grafiken zur Analyse der Arbeitsunfähigkeit durch psychische Erkrankungen.
  • Ebenfalls Grafiken zur Entwicklung des Diagnosespektrums von Renten wegen verminderter Erwerbsfähigkeit, jeweils für Frauen und Männer.

Wer kommt in die Reha?

  • Es existieren Grafiken zum Krankheitsspektrum der medizinischen Rehabilitation aus dem Jahr 2013, aufgeschlüsselt nach Hauptdiagnose.
  • Bei Frauen (n = 97.230) sind depressive Störungen die häufigste Hauptdiagnose (52%), gefolgt von neurotischen, Belastungs- und somatoformen Störungen (33%) und Abhängigkeitserkrankungen (9%).
  • Bei Männern (n = 81.487) sind Abhängigkeitserkrankungen die häufigste Hauptdiagnose (37%), gefolgt von depressiven Störungen (33%) und neurotischen, Belastungs- und somatoformen Störungen (23%).

Die Sinus-Milieus

  • Sie unterteilen sich in verschiedene soziale Lagen und Grundorientierungen.
  • Es gibt Grafiken zur Milieustruktur in Seehof und Oberharz.

Sozialmedizinisches Ergebnis

  • Das Leistungsvermögen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt zeigt standardisierte Residuen in Bezug auf die Sinus-Milieus. N = 1988

Depressivität

  • Es gibt eine Analyse der Depressivität bei Aufnahme und Entlassung.
  • Es existiert eine Analyse der Unterschiede zwischen den Milieus im Reha-Verlauf. N = 1832

Multimodales Konzept der Rehabilitation

  • Ärztliche Behandlung
  • Psychoedukation, Patientenschulung
  • Psychotherapie (Einzel- und Gruppentherapie, interpersonell und/oder störungsspezifisch)
  • Sport- und Bewegungstherapie
  • Ergotherapie.
  • Künstlerische Therapien (Malen, Plastizieren, Musik, Tanz)
  • Physio- & physikalische Therapie
  • Sozialberatung / Sozialtherapie

Therapiemodule nach Reha-Therapiestandard – Depressive Störungen

  • Gruppentherapie (90%, 210'/Woche)
  • Einzeltherapie (90%, 30'/Woche)
  • Aktivitätsaufbau (40%, 60'/Woche)
  • Psychoedukation (60%, 180'/Reha).
  • Entspannung (60%, 180'/Reha; 4x).
  • Bewegungstherapie (80%, 210'/Woche; 3x).
  • Gesundheitsbildung (90%, 60'/Reha).
  • Künstlerische Therapie und ausdruckszentrierte Ergotherapie (50%, 90'/Woche).
  • Ergotherapie (40%, 120'/Woche).
  • Sozialberatung (50%, 30'/Reha).
  • Unterstützung beruflicher Integration (20%, 60'/Reha).
  • Nachsorge und soziale Integration (50%, 15'/Reha).

Rehakliniken: Stärken

  • Erfahrung mit Arbeiten im multiprofessionellen Team
  • Möglichkeit störungsspezifischer Schulungen, Gruppen und Therapien anzubieten
  • Sozialmedizinische Kompetenz und berufliche Orientierung
  • Heimatferne = gezielte Gestaltung von therapeutischem Milieu und Lernumgebung
  • Konsequente Qualitätssicherung über DRV als Hauptbeleger

Rehakliniken: Problembereiche

  • Unterfinanzierung erschwert das Erreichen einer medizinisch sinnvollen therapeutischen Intensität.
  • Zuweisung nur über Antragsverfahren
  • Heimatferne erschwert die Vernetzung und Nachsorge

Stationäre Rehabilitation

  • Möglichkeit, das Leben/Lebenskonzept einmal in Ruhe aus der Außenperspektive zu betrachten.
  • Therapeutisches Milieu bietet die Chance, die Umgebung gezielt so zu gestalten, dass dysfunktionale Verhaltensmuster (Sucht, sozialer Rückzug, fehlende Tagesstruktur, schlechtes Gesundheitsverhalten) gezielt unterbrochen und neue Verhaltensmuster erprobt werden können.

Sozialmedizinische Perspektive

  • Erstellung eines qualitativen und quantitativen Leistungsbildes
  • Klärung beruflicher Problemlagen und ggf. eines Rentenbegehrens
  • Patientenschulung und Beratung auch in sozialrechtlichen Fragen
  • Erarbeiten und Organisieren einer beruflichen Perspektive bzw. Klärung, was nach der Erwerbstätigkeit kommt
  • Möglichkeit der sozialmedizinischen Weichenstellung!
  • Im bio-psycho-sozialen Modell fokussiert die Rehabilitation am schärfsten auf das Soziale

Nach der Reha

  • Reha-Sport
  • Reha-Nachsorge-Konzepte: PSY-Rena offen für PPTs außerhalb von Rehakliniken
  • Neue Konzepte: e-Mail-Nachsorge
  • Stufenweise Wiedereingliederung (muss innerhalb von vier Wochen nach der Reha beginnen)
  • Unterstützung beim beruflichen Wiedereinstieg (z. B. durch Integrationsfachdienst)
  • Berufliche Reha (LTA) bis hin zur Umschulung
  • RPK, 2. Arbeitsmarket

Stellung der Reha-Indikation

  • Liegt eine Störung/Gefährdung von Aktivität und Teilhabe vor?
  • am Arbeitsleben (RV zuständig)
    • am Leben in der Gesellschaft (GKV zuständig)
  • Sind die ambulanten Behandlungsmöglichkeiten ausgeschöpft?
  • Besteht Reha-Fähigkeit?
  • Ist die Prognose zum Erhalt von Aktivität und Teilhabe hinreichend günstig?

Reha-Indikation: Praxistipps

  • Ab einer AU-Dauer von 3 Monaten verschlechtert sich die Langzeitprognose deutlich.
  • Ab einer AU-Dauer von 6 Wochen ohne konkreten Plan für "Return to Work" sollte ein Rehaantrag gestellt werden.
  • Eine Rücksprache mit dem behandelnden Therapeuten ist notwendig.
  • Bei dysfunktionalem Leistungsverhalten ist ebenfalls eine Reha indiziert.

Häufig gestellte Fragen

  • Muss ein Patient längere Zeit krank geschrieben sein, wenn ein Rehaantrag bei der DRV Erfolg haben soll?
  • Muss eine ambulante Psychotherapie vor der Rehabilitation abgeschlossen sein?
  • Kann sich der Patient die Klinik aussuchen?
  • Versicherte haben ein Wunsch und Wahlrecht; Informationen dazu sind unter www.meine.rehabilitation.de einsehbar.
  • Meinem Patient wurde eine andere als die von ihm gewünschte Klinik zugewiesen - was soll ich tun?

Der „ärztliche“ Befundbericht

  • Der Patient stellt den Antrag, der Arzt/Psychotherapeut schreibt hierzu den Befundbericht.
  • Nicht aussagekräftige Befundberichte sind zusammen mit fehlenden versicherungsrechtlichen Voraussetzungen ein häufiger Grund für eine Ablehnung.
  • Ein Widerspruchsverfahren verzögert.
  • Bei psychosomatischer Reha soll eine F-Diagnose nach ICD-10 verschlüsselt sein.
  • Befundberichte sind willkommen und die DRV vergütet zwei Berichte pro Patient.

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