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Questions and Answers
Welche Aussage über das biomedizinische Krankheitsmodell trifft nicht zu?
Welche Aussage über das biomedizinische Krankheitsmodell trifft nicht zu?
- Es klammert den kranken Menschen als Subjekt und Handelnden weitgehend aus.
- Es betrachtet den Körper als eine Maschine, deren Funktionen und Störungen analysiert werden können.
- Es definiert Gesundheit vor allem durch Negativbestimmungen, also als Abwesenheit von Krankheit.
- Es berücksichtigt Faktoren wie Lebenszufriedenheit und Wohlbefinden umfassend. (correct)
Was ist das Hauptziel des Risikofaktorenmodells im Kontext von Gesundheit?
Was ist das Hauptziel des Risikofaktorenmodells im Kontext von Gesundheit?
- Die Heilung einzelner Krankheitsursachen.
- Die Förderung des biopsychosozialen Wohlbefindens.
- Die Etablierung eines salutogenetischen Ansatzes.
- Die Identifizierung und Kontrolle von Risikofaktoren. (correct)
Welche Aussage beschreibt das Salutogenese-Modell am besten?
Welche Aussage beschreibt das Salutogenese-Modell am besten?
- Es konzentriert sich auf die Faktoren, die Krankheiten verursachen.
- Es betont die Bedeutung des 'Kohärenzgefühls' für die Erhaltung der Gesundheit. (correct)
- Es analysiert somatische und psychosoziale Faktoren zur Erklärung von Erkrankungen.
- Es betrachtet Gesundheit als Abwesenheit von Krankheit.
Welcher der folgenden Punkte ist kein Bestandteil des Kohärenzgefühls nach Antonovsky?
Welcher der folgenden Punkte ist kein Bestandteil des Kohärenzgefühls nach Antonovsky?
Was ist das primäre Ziel der Gesundheitsförderung im Vergleich zur Krankheitsbehandlung?
Was ist das primäre Ziel der Gesundheitsförderung im Vergleich zur Krankheitsbehandlung?
Welche der folgenden Aussagen beschreibt den Unterschied zwischen Primär- und Sekundärprävention korrekt?
Welche der folgenden Aussagen beschreibt den Unterschied zwischen Primär- und Sekundärprävention korrekt?
Was ist das Hauptziel der Tertiärprävention?
Was ist das Hauptziel der Tertiärprävention?
Was unterscheidet die Verhaltensprävention von der Verhältnisprävention?
Was unterscheidet die Verhaltensprävention von der Verhältnisprävention?
Was ist das Hauptziel der Internationalen Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit (ICF)?
Was ist das Hauptziel der Internationalen Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit (ICF)?
Was bedeutet 'Funktionale Gesundheit' im Kontext der ICF?
Was bedeutet 'Funktionale Gesundheit' im Kontext der ICF?
Welche der folgenden Aussagen beschreibt nicht eine Hauptunterteilung der ICF?
Welche der folgenden Aussagen beschreibt nicht eine Hauptunterteilung der ICF?
Was versteht man unter 'Leistungsfähigkeit' (capacity) im Kontext der ICF?
Was versteht man unter 'Leistungsfähigkeit' (capacity) im Kontext der ICF?
Welche der folgenden Optionen ist ein Beispiel für einen Umweltfaktor
im Sinne der ICF?
Welche der folgenden Optionen ist ein Beispiel für einen Umweltfaktor
im Sinne der ICF?
Welche Rolle spielt die Dokumentation im physiotherapeutischen Prozess?
Welche Rolle spielt die Dokumentation im physiotherapeutischen Prozess?
Was ist das Ziel der Anamnese im physiotherapeutischen Prozess?
Was ist das Ziel der Anamnese im physiotherapeutischen Prozess?
Warum sind Sozialanamnese und Kontextfaktoren in der physiotherapeutischen Anamnese wichtig?
Warum sind Sozialanamnese und Kontextfaktoren in der physiotherapeutischen Anamnese wichtig?
Was ist der erste Schritt für einen strukturierten Ablauf der Behandlungsplanung nach der Anamnese?
Was ist der erste Schritt für einen strukturierten Ablauf der Behandlungsplanung nach der Anamnese?
Welchen Zweck haben Hypothesenkategorien im physiotherapeutischen Prozess?
Welchen Zweck haben Hypothesenkategorien im physiotherapeutischen Prozess?
Welche Frage ist am relevantesten bei der Hypothesenkategorie 'Fähigkeiten & Einschränkungen in Aktivität und Partizipation'?
Welche Frage ist am relevantesten bei der Hypothesenkategorie 'Fähigkeiten & Einschränkungen in Aktivität und Partizipation'?
Was ist das Ziel der dynamischen Inspektion im Rahmen der physiotherapeutischen Untersuchung?
Was ist das Ziel der dynamischen Inspektion im Rahmen der physiotherapeutischen Untersuchung?
Welche Informationen können nicht durch Palpation gewonnen werden?
Welche Informationen können nicht durch Palpation gewonnen werden?
Was ist das Hauptziel einer standardisierten Haltungs- und Bewegungsanalyse?
Was ist das Hauptziel einer standardisierten Haltungs- und Bewegungsanalyse?
Was ist der Zweck der 'funktionellen Demonstration' nach dem Maitland Konzept?
Was ist der Zweck der 'funktionellen Demonstration' nach dem Maitland Konzept?
Was ist das Endziel der physiotherapeutischen Untersuchung?
Was ist das Endziel der physiotherapeutischen Untersuchung?
Welche Aussage beschreibt den typischen Ablauf der Hypothesen-Evaluierung?
Welche Aussage beschreibt den typischen Ablauf der Hypothesen-Evaluierung?
Wie sollte eine physiotherapeutische Diagnose formuliert sein?
Wie sollte eine physiotherapeutische Diagnose formuliert sein?
Was ist das Ziel der Zielvereinbarung im Bezug auf die Therapie?
Was ist das Ziel der Zielvereinbarung im Bezug auf die Therapie?
Welche Aspekte sind in der SMART-PRE Zielformulierung enthalten?
Welche Aspekte sind in der SMART-PRE Zielformulierung enthalten?
Was ist ein Schlüsselelement des "Shared Decision Making" im therapeutischen Kontext?
Was ist ein Schlüsselelement des "Shared Decision Making" im therapeutischen Kontext?
Welche Informationen muss eine korrekte Dokumentation nicht beinhalten?
Welche Informationen muss eine korrekte Dokumentation nicht beinhalten?
Was bedeutet der Begriff 'Clinical Reasoning' (CR) im Kontext der Physiotherapie?
Was bedeutet der Begriff 'Clinical Reasoning' (CR) im Kontext der Physiotherapie?
Welche der folgenden Fähigkeiten ist nicht relevant für Clinical Reasoning?
Welche der folgenden Fähigkeiten ist nicht relevant für Clinical Reasoning?
Welche Aussage beschreibt den Unterschied zwischen deklarativem und prozeduralem Wissen im Clinical Reasoning?
Welche Aussage beschreibt den Unterschied zwischen deklarativem und prozeduralem Wissen im Clinical Reasoning?
Was versteht man unter dem Begriff 'Metakognition' im Clinical Reasoning?
Was versteht man unter dem Begriff 'Metakognition' im Clinical Reasoning?
Was ist das 'hypothetisch-deduktive' Vorgehen im Clinical Reasoning?
Was ist das 'hypothetisch-deduktive' Vorgehen im Clinical Reasoning?
Welche der folgenden Formen des Clinical Reasonings konzentriert sich auf die biomedizinischen Einflussfaktoren und deren Zusammenwirken?
Welche der folgenden Formen des Clinical Reasonings konzentriert sich auf die biomedizinischen Einflussfaktoren und deren Zusammenwirken?
Was ist das Hauptmerkmal des konditionalen Reasonings?
Was ist das Hauptmerkmal des konditionalen Reasonings?
Welche Aspekte werden im pragmatischen Reasoning besonders berücksichtigt?
Welche Aspekte werden im pragmatischen Reasoning besonders berücksichtigt?
Welchen Fokus hat das interaktive Reasoning?
Welchen Fokus hat das interaktive Reasoning?
Flashcards
Definition von Gesundheit (WHO)
Definition von Gesundheit (WHO)
Ein Zustand vollkommenen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlbefindens und nicht allein das Fehlen von Krankheit und Gebrechen.
Biomedizinisches Modell
Biomedizinisches Modell
Ein Krankheitsmodell, das den Körper als Maschine sieht, bei der Funktionen und Störungen durch Analyse von Organsystemen und physiologischen Prozessen verstanden werden.
Risikofaktorenmodell
Risikofaktorenmodell
Konzentriert sich auf die Identifizierung und Kontrolle von Faktoren, die das Risiko für bestimmte Krankheiten oder Gesundheitsprobleme erhöhen.
Biopsychosoziales Modell
Biopsychosoziales Modell
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Salutogenese-Modell
Salutogenese-Modell
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Kohärenzgefühl
Kohärenzgefühl
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Messparameter im Gesundheitswesen
Messparameter im Gesundheitswesen
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Gesundheitsförderung
Gesundheitsförderung
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Primärprävention
Primärprävention
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Sekundärprävention
Sekundärprävention
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Tertiärprävention
Tertiärprävention
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Verhältnisprävention
Verhältnisprävention
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Verhaltensprävention
Verhaltensprävention
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ICF
ICF
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Beeinträchtigung (ICF)
Beeinträchtigung (ICF)
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Körperstrukturen (ICF)
Körperstrukturen (ICF)
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Körperfunktionen (ICF)
Körperfunktionen (ICF)
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Aktivität (ICF)
Aktivität (ICF)
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Partizipation (ICF)
Partizipation (ICF)
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Leistungsfähigkeit (ICF)
Leistungsfähigkeit (ICF)
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Leistung (ICF)
Leistung (ICF)
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Umweltfaktoren (ICF)
Umweltfaktoren (ICF)
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Personenbezogene Faktoren (ICF)
Personenbezogene Faktoren (ICF)
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Förderfaktoren und Barrieren (ICF)
Förderfaktoren und Barrieren (ICF)
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Physiotherapeutischer Prozess
Physiotherapeutischer Prozess
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Evidenzorientierte Praxis
Evidenzorientierte Praxis
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Hypothese in der PT Untersuchung
Hypothese in der PT Untersuchung
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Hypothesenkategorien
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Fähigkeiten & Einschränkungen in Aktivität
Fähigkeiten & Einschränkungen in Aktivität
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Quelle der Symptome (Hypothese)
Quelle der Symptome (Hypothese)
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Pathologie (Hypothese)
Pathologie (Hypothese)
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Schmerzmechanismus (Hypothese)
Schmerzmechanismus (Hypothese)
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Einschränkungen in Struktur und Funktion (Hypothese)
Einschränkungen in Struktur und Funktion (Hypothese)
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Beitragende Faktoren (Hypothese)
Beitragende Faktoren (Hypothese)
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Psycho-sozialer Status (Hypothese)
Psycho-sozialer Status (Hypothese)
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Vorsicht/Kontraindikationen
Vorsicht/Kontraindikationen
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Management in der Therapie
Management in der Therapie
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Statische Inspektion
Statische Inspektion
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Dynamische Inspektion
Dynamische Inspektion
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Palpation
Palpation
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Study Notes
Gesundheit
- Gesundheit wird durch eigene Erfahrungen und Umwelteinflüsse geprägt und kann aus verschiedenen Perspektiven definiert werden.
- Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) definiert Gesundheit als vollständiges körperliches, geistiges und soziales Wohlbefinden, nicht nur als Abwesenheit von Krankheit.
Gesundheitsmodelle
- Es gibt verschiedene Erklärungsmodelle für Gesundheit, jedes mit unterschiedlichen Schwerpunkten.
Biomedizinisches Modell
- Das biomedizinische Modell aus dem 19. Jahrhundert vergleicht den Körper mit einer Maschine.
- Krankheitssymptome werden durch anatomische oder physiologische Defekte erklärt
- Die Medizin konzentriert sich auf die Beseitigung des Defekts; der Patient wird als passives Objekt betrachtet
Risikofaktorenmodell
- Konzentriert sich auf die Identifizierung und Kontrolle von Risikofaktoren zur Vorbeugung von Krankheiten, z.B. in der Epidemiologie
- Im Gegensatz zum biomedizinischen Modell werden keine einzelnen Ursachen für Krankheiten gesucht
Biopsychosoziales Modell
- Berücksichtigt somatische sowie psychische und soziale Faktoren zur Erklärung von Krankheiten
- Psychische und soziale Faktoren beeinflussen Entstehung, Verlauf, Diagnose und Behandlung von Krankheiten
Salutogenese-Modell
- Konzentriert sich auf Faktoren, die Gesundheit erhalten und fördern, zentral ist das Kohärenzgefühl.
- Das Kohärenzgefühl besteht aus Verstehbarkeit, Handhabbarkeit und Sinnhaftigkeit
- Physiotherapeuten sollten Informationen über Krankheitserleben und psychosoziale Aspekte der Patienten berücksichtigen
Salutogenese-Modell: Internale und externale Ressourcen
- Internale Ressourcen umfassen kognitive Fähigkeiten, Selbstvertrauen, physiologische Konstitution und finanzielle Unabhängigkeit.
- Externale Ressourcen umfassen politische und ökonomische Stabilität, intakte Sozialstrukturen und funktionierende gesellschaftliche Netze.
- Gesundheit ist kein statischer Zustand, sondern ein Kontinuum mit verschiedenen Aspekten.
Gesundheit – Messparameter und Indikatoren
- Moderne Indikatoren und Messgrößen zeigen den Einfluss des biopsychosozialen Modells
- Messgrößen in der Gesundheitsforschung sollten körperliches und seelisches Wohlbefinden, soziales Wohlbefinden und Lebensqualität umfassen.
Gesundheitsförderung und Prävention
- Gesundheitsförderung geht von einem salutogenetischen Gesundheitsverständnis aus
- Prävention versucht Krankheit zu verhindern und Schäden zu minimieren
Primär-, Sekundär-, Tertiär-, Verhaltens- und Verhältnisprävention
- ·Primärprävention setzt vor Eintreten der Krankheit ein, um ein Neuauftreten zu verhindern, und richtet sich an alle Bevölkerungsgruppen.
- ·Sekundärprävention setzt bei der Früherkennung einer Krankheit ein, um ihr Fortschreiten einzudämmen.
- ·Tertiärprävention findet nach der Manifestation einer Erkrankung statt, um die Auswirkungen zu minimieren.
- ·Verhältnisprävention zielt auf Veränderungen der Lebensbedingungen ab.
- ·Verhaltensprävention beeinflusst das individuelle Gesundheitsverhalten durch Aufklärung und Motivation.
ICF
- Die internationale Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit (ICF) klassifiziert die funktionale Gesundheit.
- Die ICF wurde von der WHO entwickelt und ergänzt die internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme (ICD).
- Die ICF ist der Nachfolger der Internationalen Klassifikation der Schädigungen, Fähigkeitsstörungen und Beeinträchtigungen (ICIDH).
- Die ICF berücksichtigt neu den Lebenshintergrund der Betroffenen
- Das Ziel der ICF ist, eine einheitliche Sprache zur Beschreibung von Gesundheit und Gesundheitszuständen zu schaffen
- Mit der ICF kann die Kommunikation zwischen den Therapeuten verbessert werden
Funktionale Gesundheit als Konstrukt der ICF
- Funktionale Gesundheit liegt vor, wenn Körperfunktionen, -strukturen, Aktivitäten und Teilhabe im Lebenshintergrund einer Person den Normen entsprechen
- Die funktionsfähige Gesundheit bedeutet alle Aspekte der funktionalen Gesundheit
Struktur der ICF
- Die ICF verfügt über Hauptunterteilungen und Komponenten
- Der ICF Modell spricht von Hauptunterteilungen und Komponenten
Struktur der ICF: Körperstruktur und Körperfunktion
- Körperstrukturen sind die anatomischen Teile des Körpers
- Körperfunktionen sind die physiologischen Funktionen von Körpersystemen, einschließlich der psychologischen Funktionen.
- Schädigungen sind Beeinträchtigungen der Körperstrukturen und Körperfunktionen
Struktur der ICF: Aktivitäten und Partizipation
- Aktivität ist die Durchführung einer Aufgabe oder Handlung
- Partizipation ist das Einbezogensein in persönliche Lebensbereiche
- Die Aktivität und Partizipation können unter zwei Gesichtspunkten betrachtet werden
- Leistungsfähigkeit (Kapazität, engl. capacity) mit idealen Bedingungen Leistung (Performanz, engl. performance) mit den gegebenen Umweltbedingungen
Struktur der ICF: Kontextfaktoren
- Umweltfaktoren bilden die materielle, soziale und einstellungsbezogene Umwelt ab
- Personenbezogene Faktoren umfassen den Hintergrund des Lebens und die Lebensführung einer Person
- Förderfaktoren wirken sich positiv, Barrieren negativ auf die funktionale Gesundheit aus
- Ressourcen sind besonders ausgeprägte Körperfunktionen und Strukturen oder Fähigkeiten als Voraussetzung für Aktivitäten
Der Physiotherapeutische Prozess
- Der physiotherapeutische Prozess ist in allen Schritten zu dokumentieren (Berufspflicht)
- Der Prozess beinhaltet Problemidentifizierung, Planungs- und Umsetzungsphase, Dokumentation und interdisziplinären Austausch
- Der Prozess verfolgt eine systematische Vorgehensweise, mit dem:der Patient:in im Mittelpunkt der Betrachtung, um durch die Erreichung von Zielen einen Beitrag zu leisten.
Physiotherapeutische Prozess: Die beinhaltenden Schritte
- Dokumentation der ärztlichen Diagnose und Therapieanordnung.
- Problemidentifizierung durch Anamnese und Planung/Durchführung der Untersuchung.
- Formulierung der Diagnose und Therapieziele.
- Planung und Durchführung der Therapie.
- Erfolgskontrolle und Therapieabschluss.
- Die kontinuierliche Datenerhebung, Dokumentation, Reflexion und Kommunikation ist während des ganzen Prozesses von höchster Wichtigkeit
Evidenzbasierte - Evidenzorientierte Praxis:
- Das Handeln muss begründet und mit wissenschaftlichen Erkenntnissen belegt werden
- Das Vorgehen muss auf den aktuellen Erkenntnissen, den Fähigkeiten des Therapeuten und den Bedürfnissen des Patienten basieren
- Um Qualität zu sichern, ist kontinuierliche Reflexion ein Teil des zyklischen Prozesses
Werkzeuge in der Physiotherapie
- Diese dienen der möglichst ganzheitlichen Erfassung von Patient:innen, wie etwa Zuhören, Sprechen, Fragen, Sehen, Fühlen, Bewegen und Begreifen.
Werkzeuge in der Physiotherapie: Zuhören
- Zu den wichtigen Aspekten zählt es, die Kommentare und Nebenbemerkungen zu beachten und die Gelenks- und Atemgeräusche und Schritte des Patienten zu hören.
Werkzeuge in der Physiotherapie: Sprechen
- Dazu gehören die Artikulation, die richtige Sprache finden (Laiensprache) und die Gefühlslage beeinflussen
Werkzeuge in der Physiotherapie: Fragen
- Die Fragetechniken sind mit folgenden W-Fragen zu stellen: "Wie?", "Wann?", "Wo?", "Wie beeinflussbar?" und "Wie begonnen?".
Werkzeuge in der Physiotherapie: Sehen
- Die Aktivitäten des Patienten werden aufgenommen
- Wichtige Aspekte sind zudem die Analyse der Oberflächenstruktur, der Fehl- und Schonhaltungen, der Ganganalyse und der Atembewegungen.
Werkzeuge in der Physiotherapie: Fühlen
- Dazu gehören die Haut, der Knochen, die Sehnen, die Muskulatur, die Temperatur und der Puls.
Werkzeuge in der Physiotherapie: Bewegen
- Physiologische Bewegungen
- Zusatzbewegungen
- Fazilitieren werden eingesetzt.
Werkzeuge in der Physiotherapie: Begreifen
- Dabei werden die anderen Werkzeuge mit dem Wissen um einen Zusammenhang verbunden
Anamnese
- Die Anamnese ist ein erster Schritt der Befunderhebung (subjektive Untersuchung).
- Sie umfasst das Erheben des Hauptproblems, des Patientenziels, der Sozialanamnese, der Symptome und der relevanten Geschichte
- In der Anamnese werden Anzeichen und Symptome bereits auf allen Ebenen der ICF erfasst und abgebildet.
- Kontextfaktoren werden daraus abgeleitet, um mögliche Barrieren oder Förderfaktoren zu erkennen, die später berücksichtigt werden
- Sie kann als Selbstanamnese oder als Fremdanamnese erfolgen und dient der Schaffung einer genügenden Untersuchungsgrundlage
Ablauf der Anamnese
- Bei der Planung der Untersuchung sollte man Hinweise zur Priorisierung von Symptomen und zum Wiederbefund achten
- Die Kontextinformationen werden genutzt, um die Therapieziele zu verstehen
Hypothesen & Planung der physiotherapeutischen Untersuchung
- Im Rahmen der Untersuchung werden erste Vermutungen über Aktivitäten, Strukturen, Ursachen und Behandlungsansätze aufgestellt.
- Die Überlegungen zur Belastbarkeit können unterschiedlich sein und sich auf die Allgemeinsituation beziehen
Hypothesenerstellung in Hypothesenkategorien
- Eine Hypothese ist eine unbewiesene Annahme, die durch Untersuchungsergebnisse verifiziert werden soll
- Die Hypothesenentwicklung wird vom theoretischen und Erfahrungswissen beeinflusst
- Die Hypothesengruppen sind von Jones (1987) definiert und können auf verschiedene Bereiche übertragen werden und spiegeln das biopsychosoziale Modell wider
Hypothesenkategorien im Überblick
- Fähigkeiten & Einschränkungen in Aktivität und Partizipation
- Quelle der Symptome
- Pathologie
- Schmerz
- Einschränkungen in Struktur und Funktion
- Beitragende Faktoren
- psycho-sozialer Status
- Vorsicht/Kontraindikationen/red flags
- Prognose
- Management
Fähigkeiten & Einschränkungen in Aktivität und Partizipation
- Es ist wichtig, Aktivitäten und Einschränkungen zu identifizieren
- Es werden Informationen über das Ausmaß der Behinderung und die Lebensqualität des Patienten gesammelt
- Die Aufmerksamkeit wird auf die Aspekte der Schmerz- oder Behinderungserfahrung zu lenken
Quelle der Symptome
- Es werden Vermutungen angestellt, welche Strukturen am Hauptproblem beteiligt sind
- Es können auch weiter gefasste Hypothesen über Körperregionen betrachtet werden
- Mit zunehmendem Wissen wird es leichter fallen, Hypothesen zur Quelle der Symptome aufzustellen
Pathologie
- Pathologie wird definiert als strukturelle und funktionelle Veränderungen im Körper, verursacht durch Krankheit oder Trauma
- Es ist wichtig Hypothesen über Pathologien aufzustellen, um deren Auswirkungen zu berücksichtigen
Schmerz
- Das Verständnis über Schmerz und dessen Neurophysiologie ist von grundlegender Bedeutung
- Aus dieser Hypothesenkategorie werden wichtige Informationen für evtl Vorsichtsmaßnahmen bei Untersuchung und Behandlung gezogen
- Sowie für die prognostischen Aspekte
Einschränkungen in Struktur und Funktion
- Einschränkungen können an der Entstehung von Symptomen beteiligt sein oder nur dazu beitragen.
- Es wird überprüft, wie Einschränkungen der Struktur und Funktion sich manifestieren
Beitragende Faktoren
- Hypothesen repräsentieren die prädisponierenden Faktoren, die an der Entstehung oder Aufrechterhaltung des Problems beteiligt sind
- Sowohl intrinsische als auch extrinsische Faktoren sollten berücksichtigt werden
Psycho-sozialer Status
- Es wird die Perspektive der Patient:innen auf ihre Erfahrungen und soziale Einflüsse, Copingstrategien, Motivation berücksichtigt
Vorsicht – Kontraindikationen - Red Flags
- Therapeuten müssen in der Lage sein, Situationen zu erkennen, in denen besondere Vorsicht erforderlich ist
- Das Erkennen von sogenannten „Red Flags" und Kontraindikationen ist essenziell
- Es werden Faktoren wie schwere Symptome, neuropathische Schmerzen, Ängste des Patienten, Reizbarkeit der Symptome, Osteoporose berücksichtigt
- Zusätzlich werden die limitierenden Faktoren, Sicherheitsbedenken, Dosierung und Stärke der Intervention erhoben
Prognose
- Die Förderfaktoren bzw. Barrieren im Sinne der ICF werden erhoben
- Wie beeinflusst die Progredienz der Erkrankung das Vorgehen?
Management
- Das Management bezieht sich auf die umfassende Gesundheitsversorgung der Patient:innen
- Überlegungen zum interprofessionellen Handeln, der Schulung von Angehörigen, der Verwendung von Hilfsmitteln werden berücksichtigt.
Physiotherapeutische Untersuchung und Messungen
- Untersuchen und Messungen werden durchgeführt, um die Hypothesen zu überprüfen
- Die Möglichkeiten der Untersuchung erscheinen umfassend, müssen aber auf Basis des Clinical Reasoning neu definiert werden
- Es werden valide und reliable Testverfahren und Assessments, standardisiert und objektiv durchgeführt
Die physiotherapeutische Untersuchung beinhaltet:
- Inspektion
- Palpation
- Haltungs- und Bewegungsanalysen
- Untersuchungen für Strukturen und Funktionen
- Untersuchung und Einschätzungen der Aktivitäten und Partizipation
Inspektion
- Eine Inspektion kann statisch oder dynamisch sein, um Konstitution, Statik, Entzündungszeichen und Bewegungsverhalten zu beurteilen
Palpation und Ertasten
- Durch Palpation können Temperatur, Feuchtigkeit, Schwellung, Tonus und Schmerzempfindlichkeit beurteilt werden
Haltungs- und Bewegungsanalysen
- In der Bewegungsanalyse werden für die Person relevante Bewegungen analysiert
- In der funktionellen Demonstration wird die Bewegung analysiert, instruiert und manuelle Hilfe eingesetzt Assessments werden standardisierte Testverfahren verwendet.
Untersuchung für Strukturen und Funktionen/Einschätzungen der Aktivitäten und Partizipation
- Im Laufe des Studiums werden Sie verschiedene Möglichkeiten zur Untersuchung von Struktur und Funktion kennen lernen
- Assessments und Tests sind eine wichtige Rolle, um die Aktivität und Partizipation der Patient:innen zu bewerten.
- Diese helfen, die Behandlung entsprechend anzupassen.
Physiotherapeutische Diagnose und Behandlungsplanung
- Am Ende der Untersuchung Diagnose und Planung auf Basis gemeinsam mit den Patient:innen vereinbarten Ziele.
- Dieser Schritt besteht aus: Evaluierung der Hypothesen, Erstellen einer Diagnose, Zielvereinbarung, Behandlungsplanung und Definition von Parametern
- Es muss die ärztliche Zuweisungsdiagnose entalten
- Das Aktivitätsniveau der Person und die Struktur/Funktionsbeeinträchtigung muss angegeben werden
Zielvereinbarung
- Die Zielvereinbarung steht in Zusammenhang mit dem subjektiven Ziel der Person und der physiotherapeutischen Diagnose und aus der Zielvereinbarung werden Teilziele abgeleitet
- Die Formulierungen wird mit Akribie auf allen Ebenen der ICF durchgeführt
- Die Ziele werden am SMART-PRE Prinzip angelegt
SMART-PRE Prinzip
- Spezifisch, messbar, aktionsorientiert, realistisch, terminisierbar, positiv, ressourcenorientiert, ökologisch
Behandlungsplan und Parameter zur Erfolgskontrolle
- Beginnt mit dem Behandlungsplan in Bezug auf den Therapieschwerpunkt
- Für Kolleg:innen muss beginnend von den Maßnahmen und Messparametern das Ziel eine logische Folge sein
- Ebenso muss das Vorgehen beginnend von der Diagnose aus bis zu den gesetzten Maßnahmen durchgehend sein
Dokumentation
- Als zentrale Berufspflicht müssen Angehörige der gehobenen medizinisch-technischen Dienste die therapeutischen Maßnahmen dokumentieren
- Sie dient der Konservierung von Informationen, der Kontrolle von Denkprozessen, der Verlaufskontrolle, etc
Formvorgaben der Dokumentation nach WCPT
- Prägnanz
- Lesbarkeit
- Logische Sequenz
- Genauigkeit
- Nennung des Name, Keine Korrekturflüssigkeit, nummerierte Seiten
Zentrale Berufspflichten
- Verschwiegenheitspflicht
- Aufbewahrungspflicht
- Datenschutz
- Schriftformgebot
Kennzeichnung von wichtigen Merkmalen
- Kennzeichnung von wichtigen Merkmalen mit Asterisk
Dokumentationswerkzeuge und Bestandteile
- Der Befund muss nachvollziehbar dokumentiert sein
- Zeichen und Symptome in allen Ebenen der ICF dokumentieren
- Beschreibung von Aktivitäten, Body Chart, Visuelle Analog Skala und numerische Rating Skala sind als Werkzeuge zur Darstellung geeignet
Clinical Reasoning
- Clinical Reasoning (CR) ist ein integraler Bestandteil des physiotherapeutischen Prozesses
- Ein reflexiver Prozess basierend auf der Interaktion zwischen Angehörigen der Gesundheitsberufe und den Betroffenen
- Die Entscheidungen helfen den Weg zur Entscheidung der Therapeut:innen zu verstehen
- Denken, Reflektieren, Hypothese aufstellen, Wissen anwenden
- CR wird als zyklischer Prozess von Beobachtung, Analyse, Synthese, Deduktion, Induktion, Hypothesen Generierung
- CR benötigt Wissbegier, Selbstvertrauen, geistige Offenheit, Flexibilität, Ehrlichkeit, Sorgfalt, Empathie, Vernunft, und Bescheidenheit.
Geübtes Clinical Reasoning
- Praktisches CR hilft implizite Denkprozesse (tacit knowledge) explizit und nachvollziehbar machen
- Denken bedeutet nichts anderes als kritisches Denken in einem klinischen Setting
- Neben Aufmerksamkeit gehört zum Clinical Reasoning Prozess auch selbstkritische Einstellung, Reflexion und Evaluation zum Prozess dazu
- Das zyklische Vorgehen im physiotherapeutischen Prozess und im Clinical Reasoning ist vergleichbar mit einem Evaluationsprozess aus dem klassischen Qualitätsmanagement
Vom Novizen zu Experten – der Weg der Entwicklung (Jones & Rivett, 2019)
- Nach Jones & Rivett setzt praktisches Clinical Reasoning Patient:Innenkontakte und klinische Situationen voraus
- Unterteilte Stadien in diesem Bezug sind: das Novizenstadium, das Stadium der fortgeschrittenen Anfänger:innen, das Kompetenzstadium, das Stadium der Gewandtheit und das Expertisestadium
- Auf dem Weg von Nivize zum Experten ändert sich die Organisation des Wissens
Häufige Fehler im Clinical Reasoning Prozess
- Begünstigen von bestimmten Hypothesen, Weglassen anderer Hypothesen, annehmen eine Hypothese ist Wahrheit, Automatisches Handeln ohne Reflektion, laterales Denken fehlt, Wissenslücken
Ziele von Clinical Reasoning
Effektive und effiziente Therapiegestaltung
- Ökonomisierung der aufgewendeten Zeit, der Kosten und der Energie
- Professionalisierung und Verwissenschaftlichung der Physiotherapie
Einflussfaktoren auf den Clinical Reasoning Prozess
- Fachwissen der Therapeut:innen
- Erfahrung der Therapeut:innen
- Wertvorstellungen und Ansichten von Therapeut:innen und Patient:innen
- Wissensbasis und frühere Erfahrungen der Patient:innen
- Gefühle
- Soziales Umfeld der Patient:innen (Beruf, kulturell, ...) um.
Drei Säulen und sechs Elemente des Clinical Reasoning
- Das Clinical Reasoning beinhaltet alle Denk- und Entscheidungsprozesse während der Behandlung
- Die komplexen Denkprozesse laufen bewusst und teilweise auch unbewusst in den Köpfen der Therapeut:innen ab
- Drei zentrale Säulen und sechs Elemente im CR-Prozess sind: Wissen, Kognition, Metakognition, Die vorhandene Information,z. B. auf Qualität und Relevanz der erhobenen Daten, Zusammenarbeit mit Patient:innen, Das klinische Problem und das Umfeld
Wissen
- Das angeeignete fachspezifische Wissen muss für einen erfolgreichen Clinical Reasoning Prozess organisiert werden und im Zusammenhang mit den Patient:innen gesetzt werden
- Es gibt unterschiedliche Arten von Wissen: Deklaratives Wissen (Wissen, dass...), Prozedurales Wissen (Wissen, wie...), Persönliches Wissen, Erfahrungswissen
Klinisches Bild und klinische Muster
- Die Gesamtheit der aus einem Krankheitsprozess resultierenden Symptome ergibt das klinische Bild, die Symptomatik
- Wissen, das in „Bündeln“ abgelegt wird, Prototypen häufig erlebter klinischer Situationen
Kognition
- Absichtliches, zielgerichtetes Denken
- Der Prozess wird mit Verben wie" aufmerksam sein, erinnern, urteilen, antizipieren, planen, vorstellen, entscheiden" beschrieben
- Sowohl für kognitive Fähigkeiten als auch Wissen kann man trainieren
Metakognition
- Die Wahrnehmung der eigenen Überlegungen, also die Fähigkeit, sich bewusst zu machen oder darüber nachzudenken
- Die vorhandene Information, CR- Prozess,Reflektieren der aufgestellten Hypothesen und getroffenen Entscheidungen, Wissens Organisation
Zusammenarbeit mit PatientInnen
- Die Therapeut:innen sollen die Patient:innen in die Therapie einbinden und müssen dazu kommunikative, interkulturelle und ethische Aspekte miteinbeziehen
Klinisches Problem
- Das klinische Problem ist der zentrale Fokus des Clinical Reasoning. Alle Überlegungen und Entscheidungen drehen sich um die Analyse und Lösung dieses Problems
Situation ganzheitlich erfassen
- Das Erfassen von externen und internen Faktoren
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