Modul 1 – Kurs Einführung in die Psychologie PDF

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This document is a course module on psychology, specifically covering the introductory material. It discusses brain functions, neurotransmitters, the structure of the brain, and the different areas of the cerebral cortex. 

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Modul 1 – Kurs Einführung in die Psychologie Haben beide Hemisphären die gleichen Funktionen? Hemisphären gleich aufgebaut, immer überkreuz (rechte Hemisphäre beinhaltet Motorik für linke Körperhälfte und vice versa) Am Corpus Callosum werden die Informationen von einer auf die andere Hemisphäre übe...

Modul 1 – Kurs Einführung in die Psychologie Haben beide Hemisphären die gleichen Funktionen? Hemisphären gleich aufgebaut, immer überkreuz (rechte Hemisphäre beinhaltet Motorik für linke Körperhälfte und vice versa) Am Corpus Callosum werden die Informationen von einer auf die andere Hemisphäre übertragen  Problematisch wenn durchtrennt, da manche Informationen / Bereiche nur auf einer Hemisphäre vorhanden (z.B. Sprechen links)  Mensch könnte Katze auf linker Seite sehen, aber nicht benennen  Busch rechts wird in linker Hemisphäre erkannt, aber Räumlichkeit rechts verarbeitet, würde also dagegen laufen - Lateralisation: Eine Hemisphäre hat eine übergeordnete Rolle bei der Ausübung einer Funktion Pflichtliteratur: Vererbung und Verhalten:  Arten / Spezies = Fortpflanzungsgemeinschaften, zwischen denen Genfluss besteht  Natürliche Selektion: Anpassung an Lebensbedingungen & Futterquellen, survival of the fittest  Fortpflanzung & Überleben der Arten, die am besten an Umweltbedingungen angepasst sind,  Erben eines Genotyps (genetische Information von Eltern, legt Verhalten und Entwicklung dar  Erscheinungsbild & Verhaltensrepertoire = Phänotyp (entscheidet bei Konkurrenz)  Evolution des Menschen, primär wichtig: Gang auf zwei Beinen & Weiterentwicklung Gehirn, Sprache  Genetik (Vererbungslehre), Soziobiologie (evolutionäre Erklärungen für soziales Verhalten & Systeme)  Erbfaktoren/Gene = Bausteine der Erbsubstanz  Tausende in Chromosomen linear aneinandergereiht  Gen aus mehreren tausend Bausteinen  DNS, Helix; enthalten Instruktionen zur Proteinbildung  Auslösung Reaktionsketten und Merkmalsausprägungen, dominante und rezessive Gene  Menschliches Genom  3,2 Milliarden Basen, 20k – 30k Gene Chromosom besteht aus Genen, Gene enthalten die DNS  Genetischer Determinismus nicht bestätigt  Rückkopplung DNS, RNS, Proteine, Zellplasma  Erblichkeit = Verhältnis zwischen genetischer Varianz dividiert durch beobachtete Varianz Untersuchung des Gehirns:  Computertomografie: (CT/CAT) um Beschädigungen im Gehirn festzustellen, Röntgenstrahlen Das endokrine System - Besteht aus Netzwerk von Drüsen, die chemische Botenstoffe (Hormone) bilden und absondern - Drüsen reagieren auf Konzentration von chemischen Stoffen im Blut und schütten Hormone aus, die an Zielzellen wandern (nur dahin, wo spezifische Rezeptoren vorhanden sind) - Hirnanhangdrüse = wichtigste, da sie zehn verschiedene Hormone produziert, welche Sekrete aller anderen Drüsen beeinflussen, Beeinflusst auch Wachstum, Testosteron/Östrogene - Änderungen in der Hirnleistung (auch Auswendiglernen) = Plastizität Neurogenese: Produktion neuer Gehirnzellen aus natürlichen Stammzellen Modul 1 – Kurs Einführung in die Psychologie Welche Gehirnstrukturen können unterschieden werden und welche Funktionen haben sie? (untere Grafik)  Drei Schichten: Hirnstamm, limbisches System; Großhirn  Hirnstamm: Überlebenswichtige Funktionen wie Atmen - Thalamus: Überträgt sensorische Informationen, Sortierung - Medulla oblongata /verlängertes Rückenmark) -> Zentrum für Atmung, Blutdruck, Herzschlag  Limbisches System: Motivations-, Emotions- und Gedächtnisprozesse; regelt Körpertemperatur, Blutdruck,-zucker,… - Hippocampus: Erinnerungen - Amygdala: emotionale Kontrolle, Erkennen von Emotionen - Hypothalamus: motivationales Verhalten  Cerebrum, Großhirn Informationen zur Wahrnehmmung / Identifikation verarbeitet; höhere kognitive & emotionale Funktionen  Graue Materie: Somata; Weiße Materie: Axone Erst wenn Reiz hier ankommt, ist dieser im Bewusstsein & kann verarbeitet werden Stirnlappen (Frontallappen): Persönlichkeit, Broca-Areal wichtig für Sprechen (motorisch); motorische Kontrolle und kognitive Aktivitäten Scheitellappen (Parietallappen): Körperempfindung (z.B. Schmerz, Berührung), sensorischer Kortex Hinterhauptslappen (Okzipitallappen): Primäre & sekundäre Sehrinde Schläfenlappen (Temporallappen): Hörzentrum, Wernicke-Areal (Sprachverständnis, bei Schlaganfallpatienten oft beschädigt, kein Sinn mehr) Kortexe sind wie Humunkulus (menschlicher Körper) strukturiert (Sulkus, Furchen); Größe der Areale entsprechen nicht den Körperproportionen (siehe Grafik rechts) Sensorik und Motorik bei bspw. Gesicht und Händen wesentlich wichtiger als bspw. bei Füßen, daher hier größere Bereiche Wenn Bereiche „übrig“ (z.B. keine Hände)  anders zugeteilt (z.B. auf Füße) Modul 1 – Kurs Einführung in die Psychologie Welche Botenstoffe (Neurotransmitter) gibt es und wie wirken sie?  Adrenaline  fight or flight; Noradrenaline  Concentration  Norepinephrin & Dopamine  Pleasure neurotransmitter (z.B. Einfluss Stimmungsschwankungen, Angstzustände)  Mehr Norepinephrin  heben Stimmung, lindern Depression  Serotonin  Mood neurotransmitter (Hirnstamm, wichtig für autonome Prozesse)  Gaba  Calming neurotransmitter (inhibierende, beruhigende Wirkung, wenn zu wenig vorhanden  wirkt an Entstehung von Angst & Depression mit); im Gehirn am häufigsten vertreten  Acetylcholine  learning neurotransmitter (ZNS, auch peripheries NS); Auch Korrelation mit Alzheimer; wirkt auch exzitatorisch an Verbindungen zwischen Nerven und Muskeln  Glutamate  memory neurotransmitter (exzitatorisch, hohe Erregung, wichtig für Erinnerung, Lernen); hohe Konzentration im Gehirn  Endorphine  Euphoria neurotransmitter (euphorisches Erleben, Kontrolle emotionales Verhalten, körpereigene Morphine für Schmerz); Neuromodulator (modifiziert Aktivität des postsynaptischen Neurons) Vorlesung 3 – Biologie und Verhalten Leitfragen: Wie kann die Hirnaktivität gemessen werden? Aus welchen Unterformen besteht das Nervensystem? Welche Gehirnstrukturen können unterschieden werden und welche Funktionen haben sie? Haben beide Hemisphären die gleichen Funktionen? Wie kann die Hirnaktivität gemessen werden? Direkte Verfahren (messen direkt die Hirnströme)  EEG: Elektroenzephalografie; Hirnaktivität durch Elektroden gemessen  Elektroenzephalogramm; nicht invasiv (nicht eingegriffen, nur aufzeichnen), sehr präzise  Sehr genau zeitlich, räumlich eher schlecht (Ursprung der Ströme nur auf ein paar Zentimeter genau)  MEG: Magnetenzephalografie; räumliche Auflösung 3-6mm; nur Hirnströme an Kortex-Oberfläche gemessen  Kortex-Oberfläche gefurcht, daher kann bei Vertiefungen nicht gemessen werden  Es muss parallel mithilfe eines anderen Verfahrens eine Aufnahme des Gehirns gemacht werden (nur die Aktivierungen werden gemessen, nicht ganzes Gehirn), oft nur ungenaue Angaben möglich (nicht individuell) Nicht-direkte Verfahren (Messen Stoffwechsel im Gehirn  Rückschlüsse auf Aktivität im Gehirnareal  MRT: Magnet-Resonanz-Tomographie; invasiv  Mithilfe eines starken Magnetfeldes wird Bild des Gehirns gemacht  Gemessen wird die Zeit, in der sich die Kernspins von Wasserstoffatomen auf Magnet ausrichten  Für Hirnforschung nicht interessant  PET: Positronen-Emissions-Tomographie/Therapie  Invasives Verfahren, Verabreichung radioaktiver Substanz (verbindet sich mit Sauerstoff)  Sauerstoffbedarf steigt mit zunehmender Aktivität  In Hirnregionen mit hoher Aktivität hohe Blutversorgung (Sauerstoff) notwendig  Wo viel Blut ist, starke Aktivität  Räumliche Auflösung 3-6mm (gut), zeitlich nicht, Stoffwechsel benötigt mehr Zeit (Sekunden – Minuten)  fMRT: Funktionelle Magnet-Resonanz-Tomographie  Messung Sauerstoffversorgung des Gehirns an bestimmten Stellen (hohe Aktivität  mehr Sauerstoff)  Räumliche Auflösung besser als bei PET, zeitlich aber schlechter als EEG Aus welchen Unterformen besteht das Nervensystem?   ZNS korreliert mit Verarbeitung, Wahrnehmung und Identifikation von Reizen aus der Umwelt  PNS: Körperreaktion auf verarbeitete & unverarbeitete Reize  Sympathikus und Parasympathikus  Antagonisten, nicht parallel aktiv  Parasympathikus (Kontrolle Funktionen) Modul 1 – Kurs Einführung in die Psychologie Vorlesung 2 – Das Nervensystem in Aktion Leitfragen: Wie ist Neuron aufgebaut? Wie wird es aktiviert? Wie wird Botschaft auf ein anderes Neuron übertragen? Welche Botenstoffe gibt es & wie wirken sie? Wie ist das Neuron aufgebaut?  Unterschiedliche Formen, etc.  Dendriten empfangen Reiz, wird über Soma weitergeleitet, dann über das Axon (kann unterschiedlich lang sein) bis zu Endplättchen  Weitergabe an andere Zellen)  Arten von Neuronen: - Sensorische Neuronen: Übertragung Sinnesrezeptoren an ZNS - Motoneuron: Übertragen Botschaften vom ZNS an Muskeln und Drüsen - Interneuron: Transfer von Botschaften von Sensorischen oder Motoneuronen auf andere Neuronen - Spiegelneuronen: Reaktion auf beobachtetes Verhalten, auch im Gehirn, Verstehen der Absichten, Rückgreifen auf eigene Erfahrungen um Verhalten zu erklären/verstehen  Vor „Ankunft“ im sensorischen Cortex: Reflexartige Reaktion, da vom Rückenmark aus ein Motoneuron aktiviert wird, dass dies auslöst, noch bevor Schmerz bewusst wahrgenommen wird  Neben Neuronen auch Glia-Zellen (Stützzellen), die unter anderem die Myelinscheide um manche Axone bilden; halten Neurone am Platz („Klebstoff“) - Bei geschädigten/sterbenden Neuronen vermehren sich Gliazellen dort und „entsorgen“ Abfallmaterial  Unterschiedliche Reize die von den Dendriten empfangen werden  Summiert sich im Soma auf und wird über Axon weitergegeben Wie wird ein Neuron aktiviert?  Ruhepotential: Flüssigkeit in Zelle leicht negativ geladen (-70 Mikrovolt) - exzitatorische vs. Inhibitorische Inputs, ersteres > zweiteres   Kommt vom Soma positive Ladung am Axon an, Grenze von -55 Mikrovolt wird überschritten  Aktionspotential erreicht, findet immer gleich statt, unabhängig von Stärke der Ladung  Es öffnen sich Kanäle, lassen positive Ionen rein  weitere Depolarisierung, sprungartig  Bei ca. +40 Mikrovolt schließen sich die Kanäle, positive Ionen fließen raus und negative rein (Repolarisation)  Wird am Anfang leicht negativer als sonst  Absolute Refraktärphase, kann kein Aktionspotential erwirkt werden, danach relative Refraktärphase (Aktionspotential nur bei sehr starker Stimulation)  Negative Ionen schwimmen mit dem „Strom“, entlang des Axon (nur vorwärts, nicht rückwärts) Wie wird die Botschaft auf ein anderes Neuron übertragen?  Vesikel wandern zum synaptischen Spalt  Vesikel platzen & geben Neurotransmitter in synaptischen Spalt aus  Neurotransmitter wandern/fließen zur postsynaptischen Membran und docken dort an passenden Rezeptoren an  Schlüssel-Schloss-Prinzip: Neurotransmitter + Rezeptor  Neurotransmitter kann im Gehirn unterschiedliche Funktionen haben (exzitatorisch, erregend; hemmend, inhibitorisch)  Neurotransmitter dockt an, ab & wandert zurück oder wird aufgelöst Modul 1 – Kurs Einführung in die Psychologie 3. Biologische Grundlagen Vorlesung 1 – Leib-Seele-Problem Leitfragen: Worin besteht das Leib-Seele-Problem? Warum besteht das Leib-Seele-Problem? Welche Ansätze zur Lösung des Leib-Seele-Problems gibt es? Haben wir einen freien Willen? Unterschiede Leib & Seele:  Objektiv – Subjektiv: Objektiv wahrnehmbar, von allen gleich, Seele nicht erkennbar nur ableitbar  Öffentlich – Privat: Merkmale des Leibs sind öffentlich (klar sichtbar), Eigenschaften der Seele nicht  Korrigierbar – Unkorrigierbar: z.B. bei Diskussionen über physischen Zustand von Wasser (Eis, flüssig) kann Aussage korrigiert werden da überprüfbar; Wasser warm / kalt  nicht korrigierbar, kommt auf Meinung an  Spatio-temporal – Temporal: Leib existiert sowohl in Raum (spatio) als auch Zeit (Kant), bei Seele nur Zeit  Nicht-intentional – intentional: Intentionalität = immer ein Gehalt bei psychischem vorhanden = man denkt etwas, man glaubt etwas  Bei physischem nicht gegeben  Determiniert – Frei: Leib ist vorherbestimmt und kausal erkennbar, was passiert / passieren wird, Psyche frei Worin und warum besteht das Leib-Seele-Problem?  Trilemma: Bestehend aus drei Sätzen, machen alle für sich Sinn und auch zwei zusammengenommen, bei allen drei zusammen nicht mehr logisch (nach Bieri, nur entweder 1 + 2, 1 + 3 oder 2 + 3 möglich) 1. Mentales Geschehen ist nicht-physisches Geschehen 2. Mentales Geschehen ist im Bereich physischen Geschehens kausal wirksam 3. Der Bereich physischen Geschehens ist kausal geschlossen (alles physische Geschehen kann in sich erklärt werden, es bedarf keiner metaphysischen Zusammenhänge / Einflüsse)  2 & 3 möglich, da mentales Geschehen dem physischen untergeordnet und darauf zurückführbar ist Welche Ansätze zur Lösung des Leib-Seele-Problems gibt es?  Monismus: „Es kann nur einen geben!“  Nur eine Entität  Physikalismus (physisch, psychisch auf physisch rückführbar)  Idealistisch: Nur das Psychische existent, physisches daraus abgeleitet  Neutral: Zugrundeliegende, nicht benannte Identität, entweder physisch/psychisch, die sich noch zeigt  Dualismus: „Es herrsche Gleichberechtigung!“  Beide Entitäten vorhanden  Interaktionistisch: Gegenseitiges Einwirken / Einfluss  Parallel: Keine Beeinflussung, läuft alles parallel  Methodisch: Frage was wen beeinflusst kann nicht wissenschaftlich beantwortet werden kann / muss  Komplementarismus: „Ich bin neutral!“  Frage nach Existenz der beiden Entitäten ist nicht geklärt, zwei Herangehensweisen für Forschung Haben wir einen freien Willen? Untersuchung von Libet und Kollegen, 1983:  Einfache Aufgabe: Hand heben wenn Sie den Wunsch dazu verspüren und die Zeit auf Uhr merken  Messung der Hirnströme zur Untersuchung des Unterschieds zwischen beabsichtigten und spontanen Handbewegungen  Erste Uhr: Erregung der Ruhephase, langsam ansteigend Zweite: Entscheidung, drei: Durchführung  Sehr kurze Zeitabstände (Millisekunden)  Anstieg der Erregung vor Entscheidung zeigt an, dass eine Entscheidung folgen wird  Entscheidung physisch bedingt?  Bereitschaft des Körpers vor Entscheidung, in Zeit zwischen dem Anstieg und der Entscheidung kann ein „Veto“ eingelegt werden  freier Wille, auch wenn durch Hirnströme Verhalten vorbestimmen, man kann aber trotzdem „nein“ sagen  Neurophysiologischen Korrelate (Zusammenhangsmaße) für psychologische Vorgänge  Aktivität in einer Hirnhälfte  Fähigkeitenursprung muss nicht dort sein, Korrelate ist aber dort

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